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Fußball - Bundesliga - Bo Svensson, der Mainzer Menschenfänger

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Unter Trainer Bo Svensson läuft es rund beim FSV Mainz 05. Wie es der Däne geschafft hat, aus einem Abstiegskandidaten eine Mannschaft der gehobenen Mittelklasse zu formen.

Bo Svensson
Bo Svensson, Trainer bei Mainz 05.
Quelle: dpa

So ganz hat sich in Mainz noch nicht herumgesprochen, dass die Profifußballer vom Bruchweg gerade wieder ziemlich viel Brauchbares anbieten. Fast schon flehentlich baten die Nullfünfer auf ihrer Pressekonferenz am Donnerstag darum, dass für das Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg am Samstag noch Restkarten zur Verfügung stehen - dabei dürfen weiterhin nur 13.500 der 33.305 Plätze belegt werden. Aber eigentlich gibt es kaum einen besseren Anlass für den Stadionbesuch als das Duell Vierter gegen Fünfter.

Svenssons Punkteschnitt mit den 05ern ist famos

Von einem Spitzenspiel will der Mainzer Trainer Bo Svensson nach vier Spieltagen nichts wissen. Er sagt:

Die Tabellenkonstellation hat keine Relevanz für mich.
Bo Svensson

Dafür kann der Däne aber etwas zu den Parallelen zweier Ausbildungsklubs sagen, die trotz vergleichsweise bescheidener Etats von rund 40 Millionen Euro Aufwand für Trainerteam und Spielerkader gerade ziemlich gut dastehen. Freiburg sei eine Art Vorbild für Mainz, "die Rolle ähnelt sich, in der Fußball-Landschaft einen Platz zu finden", sagt der 42-Jährige.

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Fast schon in der zweiten Liga

Bei der Suche nach der richtigen Nische waren die Rheinhessen in der Vorsaison nahe an den Abgrund zur zweiten Liga. Erst mit der Inthronisierung des Dreigestirns Christian Heidel (Vorstand), Martin Schmidt (Sportdirektor) und eben Svensson (Cheftrainer) stimmt der Kurs wieder.

Die Verwandlung von einem Abstiegskandidaten zu einem Team der gehobenen Mitteklasse ist verblüffend. Mit einem Schnitt von 1,75 Punkten aus 25 Svensson-Spielen steht ein exzellenter Wert zu Buche.

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 Einfaches Credo für ein Miteinander

Seine pragmatische Herangehensweise macht den Dänen zur glaubhaften Identifikationsfigur eines Klubs, der zeitweise auf allen Ebenen den Kompass verloren hatte. Fakt ist, dass Svensson aufgrund seiner Vergangenheit - er trug von 2007 bis 2014 das Trikot der Nullfünfer, arbeitete danach als Jugend- und Co-Trainer - nicht den Anflug von Anpassungsschwierigkeiten hatte.

Natürlich hat es mir geholfen, dass ich den Verein, die Leute, die Geschichte hier kannte.
Bo Svensson

Rasch erkannte der Menschenfänger die internen Schwachstellen wie den fehlenden Zusammenhalt. Svensson half die Erfahrung seiner anderthalb Jahren beim Red-Bull-Farmteam FC Liefering, um die unterschiedlichen Mentalitäten eng zusammenzuschweißen.

"Ich habe in Österreich mit noch mehr Nationalitäten zusammengearbeitet: Südamerikaner, Afrikaner, Asiaten, Spieler vom Balkan, aus Skandinavien. Da waren die kulturellen Unterschiede noch größer", erzählt der 05-Coach.

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Vielleicht sei es schwieriger, "miteinander zurechtzukommen, weil man nicht aus der gleichen Ecke der Welt kommt, nicht die gleiche Sprache spricht, nicht die gleichen Prioritäten setzt, aber genau deshalb ist Respekt gefordert, um die Stärken des anderen zu erkennen."

 Vergleiche mit Tuchel und Klopp sind zwangsläufig

Svenssons Credo: "Wir haben ein gleiches Ziel – und ich stehe hinter dir und du hinter mir. Man wird sogar stärker, als wenn wir alle hier um die Ecke aufgewachsen wären." Was auch erklärt, warum der Franzose Moussa Niakhaté,  der wegen einer Muskelverletzung nun wochenlang ausfällt, noch vor dem in der Region verwurzelten Stefan Bell zum Kapitän ernannt wurde.

Die Mischung stimmt, der Einsatz sowieso. Sonst wäre es kaum gelungen, auf den Corona-Einschlag vor Saisonstart, als insgesamt elf Spieler in Quarantäne mussten, mit einem 1:0-Erfolg gegen RB Leipzig zu antworten.

Mainzer Notelf schockt Leipzig.

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Mainz ist wieder eine Mannschaft, die Gegner jeden Kalibers ärgern kann - so wie es nur Jürgen Klopp und später Thomas Tuchel in ihren besten Zeiten hinbekamen. Dass Svensson mit beiden bereits oft in einen Topf geworfen wird, perlt an ihm ab wie Starkregen an einer Öljacke.

Die Vergleiche schmeicheln ihm, aber er bildet sich bestimmt nichts darauf ein. Dafür ist er zum einen nicht eitel genug, zum anderen viel zu sehr in seine Alltagsarbeit vertieft. Und für ihn wird die Freiburg-Aufgabe herausfordernd genug: "Wir werden alle unsere Fähigkeiten brauchen."

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