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Werder braucht Plan B gegen Heidenheim

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Bundesliga | Relegation - Werder braucht Plan B gegen Heidenheim

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Beim 0:0 im Bundesliga-Relegationshinspiel gegen den 1. FC Heidenheim ging der Spielplan von Werder-Trainer Kohfeldt nicht auf. Im Rückspiel braucht sein Team jetzt einen Plan B.

Werder Bremen läuft am 22.02.2020 nach dem Spiel gegen den BVB durch das Weserstadion. Trainer Kohfeldt klatscht.
Werder Bremen im Weserstadion.
Quelle: imago

Auch diese bislang ungewöhnlichste Fußball-Saison wird von zwei besonderen Spielen abgeschlossen, dem schönsten und dem hässlichsten, dem Pokalendspiel und der Relegation. Wenn der SV Werder Bremen nachsitzen musste, führte der Weg bislang immer ins Berliner Olympia-Stadion. Diesmal geht es ins Albstadion nach Heidenheim.

Das Pokalfinale ist Fußballfest pur, zu dem auch die Tränen der Verlierer gehören, die schnell getrocknet sind. Für die Teilnehmer der Bundesliga-Relegation steht die Zukunft für mindestens ein Jahr auf dem Spiel. Die persönliche, die des Vereins und die des Gefühlslebens der Fans.

Die Zusammenfassung der Partie im ZDF-Livestream. Moderation: Sven Voss, Reporter: Oliver Schmidt.

Beitragslänge:
4 min
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Relegation ist nackter Existenzkampf

"Crunch time", nennt Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt das. Der nackte Existenzkampf benötigt andere Tugenden als ein Bundesliga-Spiel. Vor dem Hinspiel gegen den 1. FC Heidenheim hat Kohfeldt sich mit relegationserfahrenen Kollegen beraten und die Einschätzung mitgenommen, dass nicht taktische Dinge entscheiden, "sondern Mentalität, Intensität und die Bereitschaft, dem Druck standzuhalten."

Wie sehr genau diese Attribute der Mannschaft dann im Spiel fehlten, zeigte eine kleine Szene am Rande. Maximilian Eggestein wurde im eigenen Drittel an der Außenlinie angespielt und sofort von mehreren Heidenheimern umzingelt. Da er keine Chance sah, den Ball zu einem Mitspieler weiter zu spielen, kickte er ihn ins Seitenaus. Statt die Kollegen für die mangelnde Unterstützung zusammenzustauchen, guckte er sie hilfesuchend an.

Werder fehlt die Kraft aus der Mitte heraus

Wie schon oft in dieser missratenen Saison war die Mannschaft nicht in der Lage, aus sich heraus Lösungen zu finden, wenn der vorgegebene Plan nicht aufging. Das war in der letzten Saison anders, da hatte die Mannschaft ihre Kraftquelle nicht an der Seitenlinie, sondern in der Mitte, ihren Kapitän Max Kruse, dessen Energie und Kreativität in schwierigen Situationen auf sie abstrahlte.

In dieser Saison sollte Kruse im Kollektiv ersetzt werden. So sah es der Plan vor. Er scheiterte nicht nur an der Verletzungsserie. Sondern auch an der Überschätzung des Planbaren im Fußball. Gruppenprozesse – und nichts anderes ist ein Fußballspiel – lassen sich nicht beliebig von außen steuern. Sie benötigen das Eigenleben der Gruppe, Freiräume für Reibungen, Konflikte und selbstgemachte Lösungen.

Die Fußball-Historie ist voll von Beispielen dafür. Auch in Bremen, wo sich die Mannschaft zu Zeiten des Trainers Otto Rehhagel teilweise selbst trainiert hat.

Plan B: Kühler Kopf und viel Gefühl

Die Bremer erwartet im Albstadion trotz Geisterspiel ein Hexenkessel. Mit Kuhglocken, Leidenschaft und einem Kampf um jeden Zentimeter. Um dort ihre spielerische Überlegenheit durchzusetzen, brauchen sie nun einen Plan B oder wie Kohfeldt am Sonntagmorgen vor der Abreise sagte: "Wir brauchen die richtige Mischung aus kühlem Kopf und viel Gefühl."

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