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Gut, dass wir dieses Experiment wagen

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Kommentar zum Bundesliga-Restart - Gut, dass wir dieses Experiment wagen

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Die Bundesliga startet nach der Corona-Pause durchaus ansehnlich und viele Fußballfans schauen zu. Das DFL-Konzept ist zum Auftakt aufgegangen, kommentiert ZDF-Reporter Béla Réthy.

Kommentar: Béla Réthy zum Bundesliga-Restart
Béla Réthy kommentiert den ersten Geisterpieltag in der Bundesliga.
Quelle: ZDF/ AP

Achtmal noch. Dann ist der Spuk vorbei in dieser Saison. Der Neubeginn in der Fußball-Bundesliga in der Corona-Krise, der Re-Start, ist dennoch gelungen. Speziell für Anhänger des absurden Theaters.

Es ist so, als ob man Freunden klassischer Inszenierungen auf einmal ein völlig schräges, avantgardistisches Bühnenbild vorsetzt. Die Akteure kommen einem irgendwie bekannt vor, aber das Stück wirkt verfremdet. Es verlangt nach Offenheit, nach Akzeptanz des Neuen, nach Neugierde.

Ambiente anfangs interessanter als das Spiel

Mir persönlich ging es genau so. Da ich für das Abendspiel in Frankfurt eingeteilt war, konnte ich als Einziger meiner Kolleginnen und Kollegen physisch im Stadion anwesend sein. Man ertappt sich zunächst dabei, sich mehr für das skurrile Ambiente zu interessieren als für das Spiel selbst. Auf der Tribüne vernimmt man sehr hallig die Zurufe der Spieler untereinander, die Anweisungen der Trainer, ja sogar lautere Ermahnungen des Schiedsrichters.

Doch allmählich gewöhnt man sich an die Atmosphäre. In der Halbzeitpause werden dann schon Fachgespräche mit den wenigen anwesenden Journalisten geführt. Einmal registrierte ein Ordner auf seinem piepsenden Transponder, dass man sich zu nahe gekommen sei. Plötzlich waren wir zurück in der Wirklichkeit.

Nach den ersten Partien des Restart-Spieltags war Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic Gast im aktuellen sportstudio.

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic über Kritik am Liga-Neustart, Corona-Pandemie und Hygienekonzept im Gespräch mit Dunja Hayali.

Beitragslänge:
40 min
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Schleichend stellt sich doch das Fußballinteresse ein

Irgendwann stellt sich dann schleichend aber doch das Fußballinteresse wieder ein. Aha: Die Eintracht stellt um auf zwei Spitzen. An sich eine banale Feststellung, die jedoch belegt, dass man die Geisterstimmung irgendwann ignoriert. Man schaut auf die anderen Ergebnisse, prüft die Tabelle - alles fast wie immer.

Der Spieltag ist gut und vernünftig gelaufen, wenn man vom unerwünscht engen Jubel der Hertha-Spieler oder der Zahn- und Haut-Creme-Affäre in Augsburg einmal absieht.

Zeitweise wurde sehr guter Fußball gespielt. Klar, die Wiederaufnahme des Bundesligabetriebs ist in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen erfolgt. Dennoch hat man, gerade in dieser ungewohnten Atmosphäre gespürt, dass viele Profis auch einfach gerne kicken. Für sie war es wie früher. Irgendwo ein Fußballplatz, ein bisschen Spaß haben - und keiner schaut unmittelbar zu.

Weltweites Interesse an der Bundesliga

Es ist gut, dass wir hier den Mut hatten dieses Experiment mit all seinen Unsicherheiten zu wagen. Die Zuschauerzahlen im TV, trotz der eher für Ablehnung sprechenden Umfragen waren in Ordnung. Weltweit wurde zum erstenmal überhaupt ausschließlich Bundesliga geschaut.

Das penibel detaillierte Konzept der DFL ist zum Start aufgegangen - und die Liga hat diese Chance nicht vertan.

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