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Fußball-Bundesliga 2021/22 - Zuschauerfrage als Streitpunkt

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Am ersten Spieltag der Fußball-Bundesliga werden knapp 150.000 Fans in den Stadien erwartet. Der Umgang mit Ungeimpften könnte in dieser Saison zum Disput führen.

Zuschauer am 24.07.201 in Kaiserlautern
In den Bundesligastadien werden aufgrund der Corona-Pandemie die Zuschauerplätze begrenzt.
Quelle: Imago

Kein Verein lockt so viele Zuschauer in Europa wie Borussia Dortmund. Mehr als 80.000 Menschen passen in den Stimmungstempel mit seiner berühmten "Gelben Wand". Insofern verwundert nicht, dass die Westfalen auch die größte Kulisse zum ersten Spieltag der Saison 2021/2022 erwarten, wenn nach einem Jahr endlich wieder Fans auf die Tribünen der Fußball-Bundesliga zurückkehren. 25.000 Zuschauer sollen es in Dortmund zum Auftakt gegen Eintracht Frankfurt (Samstag, 18:30 Uhr/Zusammenfassung ab 23 Uhr im ZDF-Sportstudio) sein.

An Sportveranstaltungen dürfen maximal 25.000 Zuschauer teilnehmen. Um dem Ziel einer höheren Auslastung näher zu kommen, animieren Klubs ihre Fans mit Aktionen zum Impfen.

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Beim Eröffnungsspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Bayern (Freitag, 20:30 Uhr) sollen es tags zuvor 23.000 sein. Die geringste Zahl kündigt sich bei Union Berlin an. Obwohl in der Hauptstadt die Corona-Inzidenz schon wieder über 35 gestiegen ist, erhalten die "Eisernen" wegen des "sehr guten Hygienekonzepts" eine Ausnahmegenehmigung für exakt 11.006 Anhänger. Insgesamt werden an den neun Spielorten knapp 150.000 Zuschauer erwartet.

Zuschauereinnahmen fehlten in den Kassen

Neben den Emotionen fehlten den Klubs in der vergangenen Saison vor allem die Erlöse. Gerade hat der BVB in seine tiefrote Bilanz blicken lassen: Waren zu den wettbewerbsübergreifend 23 Heimspielen in 2018/2019 – ohne Corona – knapp 1,8 Millionen Eintrittskarten verkauft worden, durften 2020/2021 lediglich 21.100 Besucher eingelassen werden. Folglich brachen die Einnahmen aus dem Ticketing von 44,7 Millionen Euro fast komplett weg.

Mit den Fehlbeträgen bei Conference und Catering kam ein Minus von 73 Millionen Euro heraus. Klar, dass BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke in Richtung der Politik sagt:

Man kann nicht mehr alles damit lösen, indem man den Laden abschließt.
Hans-Joachim Watzke

Eintracht Frankfurt will nicht nur Geimpfte

Große Unterschiede zeigen sich beim Umgang mit ungeimpften Personen. In Dortmund werden nur 1.000 getestete Personen im Stadion sein, die Mehrzahl ist geimpft oder genesen. Auf die so genannte "2G"-Strategie setzt auch der 1. FC Köln, der 15.500 von 16.500 Tickets für diese Gruppe bereithält - und bald bei Nicht-Geimpften nur noch wenige Ausnahmen machen will.

An diesem Punkt scheiden sich in der Liga die Geister. "Einen reinen Zugang nur für Geimpfte können wir uns nicht vorstellen", sagte Eintracht Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann auf der Saisoneröffnungspressekonferenz. Die Zuschauerfrage als Streitpunkt. Ohne "eine Teilhabe für alle" (Hellmann) würde ausgerechnet der Profifußball "den Riss durch die Gesellschaft" bei einem heiklen Thema vergrößern.

Jeder Zuschauer mehr zählt bei den Einnahmen

In Frankfurt gab das Gesundheitsamt grünes Licht für 25.000 Zuschauer zum ersten Heimspiel gegen den FC Augsburg. Hellmann hofft darauf, dass sich der Besucherschnitt am Ende bei 30.000, 35.000 einpendelt. Man würde sich in dieser Spielzeit gerne an mehr wagen, denn fehlende Stammkundschaft kostet: Bei 10.000 Zuschauern im Schnitt weniger, rechnet der Vorstand vor, kommt ein Verlust von zehn, zwölf Millionen Euro zusammen. Ein dicker Batzen.

Training des 1. FSV Mainz 05 am 31.07.2021

Fußball-Bundesliga - 1. FSV Mainz: 14 Personen in Quarantäne  

Fußball-Bundesligist Mainz 05 steckt unmittelbar vor dem Saisonstart tief im Corona-Chaos. 14 Personen befinden sich in Quarantäne, davon elf Profis.


Doch gerade erst hat die Politik ja bekräftigt: Bei Sportgroßveranstaltungen dürfen auch in naher Zukunft maximal 50 Prozent der jeweiligen Höchstkapazität belegt werden, die Zuschauerzahl insgesamt ist bei 25.000 Zuschauern gedeckelt. Deshalb muss sich der deutsche Profifußball wohl wieder ab Herbst auf kurzfristige Beschränkungen einstellen – und in Sachen Zuschauer erneut auf eine "Saison der Unwägbarkeiten" (Hellmann). Ein Hoffen und Bangen von Spieltag zu Spieltag.

Vereine bieten selbst Impfungen an

Viele Vereine bekämpfen daher die Impfmüdigkeit gleich selbst. Köln bietet vor dem Heimspiel gegen Hertha BSC eine Impfung an – und gleichzeitig eine Option auf Tickets fürs Bochum-Spiel. Der SC Freiburg will 1.100 Freikarten für eine Partie im neuen Stadion an Personen ausgeben, die sich an diesem Wochenende auf der Freiburger Messe den ersten Piks abholen.

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