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Kommentar zur Bundesliga - Der Liga fehlt der Kick

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Diese Saison hat keinen so richtig mitgerissen: Kaum Spannung an der Spitze, nur etwas Nervenkitzel am Tabellenende. Aber das ist nicht das einzige Problem der Fußball-Bundesliga.

Fans auf der Tribüne.
Wie weit haben sich Fans vom Profifußball distanziert? Werden sie wie früher die Tribünen füllen?
Quelle: epa

Es gab emotionale Abschiede namhafter Akteure (Alaba, die Bender-Zwillinge, Boateng, Khedira, Martinez, Piszczek), stillose Trennungen (Hütter, Rose) offen ausgetragene Konflikte (Flick/Salihamidzic), einen Aufsteiger unter den Trainern (Terzic), einen neuen Rekord (Lewandowski) und einen übermächtigen Dauermeister.

Erdrückende Dominanz der Bayern

Bei der wichtigsten Entscheidung im Spielbetrieb herrscht aber seit neun Jahren der erdrückenden Dominanz des Rekordmeisters Monotonie. Der Liga fehlt im Meisterkampf der Kick.

Doch es gibt nicht nur Qualitäts-, sondern auch Vertrauensprobleme. Die neue Seuche im Profifußball heißt "Ausstiegsklausel". Den Karrieregedanken ("Ich möchte den nächsten Schritt machen"), den bislang Spieler bei Klubwechseln als Argument aufführten, reklamieren nun auch Trainer für sich.

Oliver Glasner und Hansi Flick

Fußball | Kaderplanung - Das neue Machtbegehren der Trainer 

Ob in München oder Wolfsburg: Konflikte zwischen Managern und Trainern sind in dieser Saison keine Seltenheit. Meist geht es darum, wer bei er Kaderplanung das Sagen hat.

von Ralf Lorenzen

Schwindelerregende Ablösesummen

Auch die Ablösesummen schnellen in ungeahnte Höhen: Fünf Millionen für Marco Rose, 7,5 für Adi Hütter und gar mehr als 20 für Julian Nagelsmann. Was für ein Irrsinn.

Die Liga, die sich eigentlich in Zeiten der Pandemie ein wenig mehr Demut verordnet hatte, haut Gelder einfach so raus, während andere Sportarten, Teile der Kulturszene sowie viele andere Branchen vor dem Kollaps stehen.

Befremdlich wirkt auch, dass selbst der Vorzeigetrainer der Liga, Hansi Flick, nach sieben Titeln und trotz Vertrages bis 2023 einfach so geht. Auf wen und was ist im Profifußball denn überhaupt noch Verlass?

Nach knapp vier Monaten ohne Trainings- und Spielbetrieb wächst im Amateurfußball die Sehnucht nach der Rückkehr auf die Sportplätze.

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Zweierlei (Corona-)Maß

Was muss ein junger begeisterter Fußballer fühlen, der wegen Corona seit Monaten nicht mehr im Verein trainieren, keinen geregelten Schulsport ausüben darf, aber mitbekommt, wie sich Woche für Woche Profis (auch durch Partyverstöße) mit Corona infizieren (rund 100 in der 1. Liga) und die Klubs (bis auf Quarantäne für Hertha BSC) weiterspielen dürfen?

Die Sonderrolle der Bundesliga hat Arbeitsplätze gesichert, was positiv war. Dass die Spielzeit durchgezogen wurde und viele Klubbosse dies als völlig selbstverständlich angesehen haben, während das öffentliche und private Leben komplett heruntergefahren wurde, ist vielen sauer aufgestoßen.

Chaos-Verband DFB

Was soll dieser besagte Teenager zudem davon halten, dass er von einem Verband vertreten wird, der nur mit Machtkämpfen und Intrigen zu tun hat? Vor den Augen des Kinder- und Jugendfußballs haben DFB-Funktionäre wichtige Werte wie Aufrichtigkeit und Fair-Play mit Füßen getreten.

Doch wo Schatten ist, muss auch Licht sein. Zu den Highlights zählen, wie sich sowohl Mainz 05, als auch Arminia Bielefeld mit einer furiosen Aufholjagd gerettet haben, wie der Aufsteiger VfB Stuttgart die Liga bereichert, wie willensstark Union Berlin einen Europacupplatz erreicht hat und wie Robert Lewandowski den Torrekord von Gerd Müller in der allerletzten Minute überboten hat.

Katja Kraus sagt, der DFB-Neustart könne nicht klappen "mit Menschen, die die Probleme verursacht haben". Sie strebe kein Amt an, fordert aber eine Frauenquote von 30 Prozent.

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Der Weltfußballer traf häufiger als die abgestürzten Traditionsklubs Bremen (36 Saisontore) und Schalke (25), die beide fundamentale Krisen durchleben.

Der Niedergang des Traditionsvereins Schalke 04 ist beispiellos im deutschen Fußball. Ursachen und Auswirkungen der Krise.

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Kein gesundes Miteinander

Königsblau, der verdienteste Absteiger aller Zeiten, lieferte auch den atmosphärischen Tiefpunkt als nach dem feststehenden Fall in Liga 2 die Spieler von Hooligans bedroht, beleidigt, tätlich angegriffen wurden. An der Arena gab es Jagdszenen, die zeigen, dass Teile dieser Fußball-Welt komplett degeneriert sind.

Das Hygienekonzept von DFL/DFB, weltweit zurecht wertgeschätzt, hat die Durchführung der in vielerlei Hinsicht ungewöhnlichen Saison gerettet. Was aber seit Jahren zu kurz kommt ist die Sozialhygiene und ein gesundes Miteinander.

Werden die Fans wiederkommen?

So hat die Pandemie auch die Entfremdung des Fußballs von der Basis, die Überkommerzialisierung, das Missmanagement einiger Klubs und weitere Missstände sichtbar(er) werden lassen. Diese Zustände schreien nach tiefgreifenden Veränderungen.

Denn ob die Fans wieder so zahlreich ins Stadion strömen werden wie vor Corona, ist fraglich. Die Kluft zwischen dem entrückt wirkenden Profifußball und den Anhängern scheint so groß wie nie zuvor.

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