Fußball-Bundesliga: Freiburg mit breiter Brust nach München

    Sport-Club vor Spitzenspiel:Freiburg mit breiter Brust nach München

    von Andreas Morbach, Freiburg
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    Die Doppelbelastung zwischen Bundesliga und Europacup hat der SC Freiburg ganz gut im Griff. Deshalb blickt er nun auch mit Zuversicht auf das Kräftemessen mit dem FC Bayern.

    Christian Streich (l) und Torwart Mark Flekken
    Christian Streich (l) und Torwart Mark Flekken
    Quelle: dpa

    Der vierte Erfolg im vierten Europa-League-Spiel war gerade unter Dach und Fach, da wurde Mark Flekken bereits mit dem nächsten Arbeitstermin konfrontiert. Am Sonntag bestreitet er mit seinem SC Freiburg das Gipfel-Treffen in München, und die Ausgangslage ist in den Augen des niederländischen Torwarts eindeutig.

    Zwei Punkte Vorsprung auf die Bayern

    Wenn wir jetzt nicht mit einer breiten Brust und einer Menge Selbstvertrauen dort auftreten, dann weiß ich nicht, was man dazu noch braucht.

    Mark Flekken, Torhüter SC Freiburg

    So äußerte sich Flekken nach dem 4:0 im Nieselregen von Nantes. Denn der Sieg nahe der französischen Atlantikküste reihte sich nahtlos ein in den Freiburger Erfolgslauf der letzten zwei Monate.

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    Jeong Woo-yeong (links) vom SC Freiburg jubelt über sein Tor zum 0:4 in Nantes
    Zum Duell beim FC Bayern tritt das Team von Christian Streich mit zwei Punkten Vorsprung auf den Rekordmeister an. Und parallel dazu meisterten die Breisgauer den herausfordernden Drei-Tages-Rhythmus zwischen Bundesliga und internationalem Geschäft bislang mit Bravour.

    Solider Aufschwung in den letzten Jahren

    Das erstmalige Überwintern auf kontinentaler Bühne ist ihnen in Nantes bereits geglückt, der greifbar nahe Gruppensieg würde sogar den direkten Sprung ins Achtelfinale bedeuten. "Das hätte zu Beginn keiner erwartet", kommentierte Mittelfeldakteur Nicolas Höfler.
    Der gebürtige Überlinger sprach dabei im Namen eines Klubs, der bei seinen drei vorangegangenen europäischen Versuchen in der Liga jeweils deutlich absackte – und dabei in der Saison 2001/2002 sogar den Gang in die Zweite Liga antreten musste.

    Abgang von Schlotterbeck aufgefangen

    Früher bezahlten die Freiburger erfolgreiche Spielzeiten meist mit einem beträchtlichen sportlichen Aderlass. Mit Nico Schlotterbeck (nach Dortmund) wechselte auch in diesem Sommer wieder ein wichtiger Leistungsträger zu einem Konkurrenten. Diesmal aber fand sich für die Innenverteidigung adäquater Ersatz – mit Matthias Ginter, der aus Gladbach zum SC zurückkehrte.

    Als ich es das erste Mal gehört habe, dachte ich, das kann doch nicht stimmen.

    Christian Streich, Trainer SC Freiburg

    Den Ginter-Deal interpretiert Streich aber auch als Folge des kontinuierlichen Aufschwungs der letzten Jahre: "Es gibt ja auch ein paar Argumente für diesen Verein."

    Neuzugänge bestens integriert

    Neben der soliden wirtschaftlichen Basis – unter der Woche gab Finanzvorstand Oliver Leki auch für die dritte durch die Corona-Pandemie belastete Saison ein positives Geschäftsergebnis bekannt - überzeugt dabei vor allem: Streich kann auf ein eingespieltes, gewachsenes Team bauen - in das die Neuzugänge weitgehend problemlos integriert wurden.
    Neben Stabilisator Ginter fand sich auch Michael Gregoritsch am neuen Arbeitsplatz schnell zurecht. Schon 2017 liebäugelte der Österreicher mit einem Engagement in Freiburg, entschied sich aber für einen Wechsel von Hamburg nach Augsburg.
    So spielten der FC Bayern und Freiburg in der letzten Saison.04.04.2022 | 7:36 min

    Seit elf Pflichtspielen ungeschlagen

    Das Versäumte holte der 28-jährige Offensivspieler jetzt nach, fügte sich nahtlos ins Team ein - weswegen Abwehrchef Ginter als ebenfalls Betroffener erklärt:

    Wenn man sieht, wie die Neuzugänge aufgenommen wurden und wie sie spielen, spricht das für die Mannschaft.

    Matthias Ginter

    Der gebürtige Freiburger meint damit auch die Offensivkräfte Ritsu Doan (kam aus Eindhoven) und Daniel-Kofi Kyereh (St. Pauli). Und weil das alles so ist, der seit elf Pflichtspielen ungeschlagene Sport-Club zudem enge Spiele wie in Stuttgart oder gegen Mainz mittlerweile gewinnt, blasen die Protagonisten im Schwarzwald vor dem Kräftemessen mit den Bayern ein wenig die Backen auf.

    Erfolgswelle reiten so lange wie möglich

    "Wir stehen super da, haben nichts zu verlieren", findet Keeper Flekken. Und Teamkollege Höfler verkündet tatendurstig: "Wir sind froh, dass es so gut läuft – und reiten die Welle weiter, so lange es geht."

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