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Kommentar

Abstieg mit Ansage - Schalke ist nicht mehr Schalke

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Ein Abstieg mit Ansage und Scheitern auf allen Ebenen: Die 21. Saisonniederlage bei Arminia Bielefeld besiegelt endgültig den Niedergang des FC Schalke 04.

Kommentar: Boris Büchler zum Schalke-Abstieg
ZDF-Sportreporter Boris Büchler kommentiert: "Schalke muss wieder menschlicher und volksnah werden"
Quelle: ZDF/Reuters

Der Abstieg war nur eine Frage der Zeit. Ein beispielloser ungebremster Absturz der Königsblauen, denen das Königliche nicht nur im Sportlichen, sondern auch im Umgang mit der Belegschaft verloren gegangen ist.

Schalke hat kein Gesicht

Es wurde fast jede Führungskraft entlassen, entmachtet oder ausgetauscht. Schalke hat kein Gesicht, keine Typen mehr, die für diesen einst stolzen Traditionsklub stehen.

Die jüngste Personalie belegt diesen Trend. Sie mag zwar auf den ersten Blick nur eine Randnotiz sein, doch sie steht exemplarisch für die neue Kälte im Verein. Nach nur neun Wochen haben Schalke und die Medien-Chefin Daniela Ulbing "das Arbeitsverhältnis aufgelöst" - wie es offiziell heißt.

Vergiftetes Binnen-Klima

Eine Trennung ist nichts Außergewöhnliches beim Revierklub, dem schon lange Führung und Halt fehlen. So mussten zuvor bereits die verdienstvollen Medienverantwortlichen Thomas Spiegel und Katrin Herbstreit aus nebulösen Gründen gehen. Doch das Aus für Daniela Ulbing birgt Brisanz. Denn nach ZDF-Informationen ist Ulbing regelrecht rausgeekelt worden. Im engen Umfeld des Vereins machen sogar Gerüchte die Runde, wonach Ulbing in der Kommunikations- und Medienabteilung von Anfang an boykottiert und ignoriert worden sei.

Aufgrund des vergifteten Arbeitsklimas soll sogar ein Mediator ins Haus geholt worden sein. Doch weil auch dies keinen Erfolg brachte, sah die ehemalige Fernsehjournalistin wohl keinen anderen Ausweg mehr als schon nach rund zwei Monaten wieder zu gehen. Bereits die x-te unrühmliche Geschichte aus Gelsenkirchen, die zeigt: Aus gemeinsam ist längst Gegeneinander geworden. 

v.l. Sead Kolasinac, Klaas Jan Huntelaar und Goncalo Paciencia vom FC Schalke 04

30. Bundesliga-Spieltag - Nach 0:1 gegen Bielefeld: Schalke steigt ab 

0:1-Niederlage gegen Bielefeld. Der FC Schalke 04 steht nach 30 Jahren Fußball-Bundesliga als erster Absteiger in dieser Saison fest.

Personeller Kahlschlag auf Schalke

Der Höhepunkt des personellen Kahlschlags ereignete sich bereits Ende Februar, als die komplette Führungsriege rausgeworfen wurde. Neben Sportchef Jochen Schneider und Trainer Christian Gross mussten noch drei weitere Verantwortliche gehen. Nach der anschließenden unrühmlichen Posse rund um die Absage von Ralf Rangnick hat Peter Knäbel die Gesamtverantwortung übernommen.

Die Zweifel bei vielen Anhängern ist groß, dass der ehemalige Nachwuchschef das komplizierte Schalke wieder auf Kurs bringen kann. Knäbel wollte gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Alexander Jobst die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Doch nach Finanzvorstand Peter Peters trat auch der Marketingchef zurück.

Fans schämen sich für die Außendarstellung

Jobst nannte "anonyme Anfeindungen bis hin zu Bedrohungen", denen er und auch seine Familie ausgesetzt sind, als Grund für seine Entscheidung. Ein weiterer Beleg für die völlig verstörende neue Realität auf Schalke.

Nach dem verdientesten Bundesliga-Abstieg der letzten Zeit wenden sich viele Fans ab und schämen sich für die Außendarstellung. Der Kader ist nicht konkurrenzfähig, viele Spieler sind gedanklich schon seit Monaten bei anderen Vereinen. Dazu kommen Fehler im Management und bei der Wahl der Trainer. So ist Dimitrios Grammozis bereits der fünfte Coach in dieser Saison. Für viele ist er durch die erbärmlichen Auftritte unter seiner Leitung schon jetzt verbrannt.

Der ZDF-Reporter erlebt Seltsames beim Bundesliga-Spiel im April 1971 zwischen Schalke und Arminia Bielefeld. Danach kommt der Sumpf von Schmiergeldern und Bestechung an Licht.

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HSV und Co. lassen grüßen

Der Weg zurück in Liga eins wird kein Selbstläufer. Die abgestürzten Klubs HSV, 1. FC Kaiserslautern und 1860 München lassen grüßen. Die vordringliche Aufgabe der Klubführung muss sein, dass Schalke möglichst bald wieder als ernstzunehmender Profiverein wahrgenommen wird und nicht als Chaosklub. Schalke muss wieder menschlicher und volksnah werden. Erfolgreicher sowieso. Schalke muss einfach wieder Schalke werden.

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