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Wenn Mediziner den Kopfball verbieten

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Training in der Bundesliga - Wenn Mediziner den Kopfball verbieten

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Mit der Coronakrise hat sich auch der Fokus in der Arbeit der Bundesliga-Teamärzte verlagert. Hygiene beachten und Abstand halten sind nicht die einzigen Vorgaben.

Edimilson Fernandes und Jonathen Meier im Training von Mainz 05
Unter strengen Vorgaben hat auch Mainz 05 in dieser Woche wieder mit dem Training auf dem Platz begonnen.
Quelle: imago

Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, das Achim Beierlorzer auf dem sonnenüberfluteten Trainingsgelände am Bruchwegstadion umgibt. Nach drei Wochen in der fränkischen Heimat ist auch der Trainer des FSV Mainz 05 seit einigen Tagen an seinem Arbeitsplatz zurück - und doch ist nichts mehr so, wie es mal war.

"Vom Prinzip her ist es kein direktes Fußballtraining", sagt der Fußballehrer. Zu einschneidend sind die Beschränkungen von medizinischer Seite. Der gelernte Pädagoge Beierlorzer kommt sich vor, als führe er wie früher als strenger Lehrer auf dem Pausenhof die Aufsicht:

Wir haben es den Spielerin zigmal gesagt und schriftlich gegeben: Abstand einhalten, keinen Ball in die Hand nehmen, kein Kopfball. Vor allem die Kontakteinschränkungen einhalten.
Achim Beierlorzer

Neuer Fokus für die Mannschaftsärzte

Denn den Bundesligisten wurde nur ein Sonderrecht zur Berufsausübung eingeräumt. Eine möglichst kontaktarme Ausübung sei für das Training unbedingt zu beachten, heißt es in der Corona-Schutzordnung. Die Spieler duschen deshalb nach dem Training auch daheim. Für die private Zeit gilt:

Zuhause bleiben, Abstand halten, Kontakte einschränken.

Stark verringert sind auch die Berührungspunkte zum medizinischen Personal, wie der FSV Mainz bestätigt, wo im Normalbetrieb vier Teamärzte eingebunden sind. Die Rheinhessen haben hier in der Betreuung der Spieler vieles auf die digitale Ebene verlagert.

Allerorten hat sich der Fokus der in den Profifußball involvierten Mediziner verlagert. Neue Leitstelle ist die von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) eingerichtete "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb", deren Vorsitz Dr. Tim Meyer führt.  

Dreimal wöchentlich stimmt sich der Nationalmannschaftsarzt in einer Videokonferenz mit dem Gremium ab, wie in einer Art virenfreie Sonderzone der Trainings- und Spielbetrieb medizinisch vertretbar abgewickelt werden kann. Erste Vorgaben erreichen bereits auf direktem Wege die Vereine. Es ist zu erwarten, dass die Task Force auf der nächsten DFL- Mitgliederversammlung am 17. April weitere Ergebnisse vorstellt.

Die Leitplanken kommen von der Politik

Dem Gremium gehört auch Dr. Markus Braun an, der Teamarzt von Borussia Dortmund und Sprecher der Bundesliga-Mannschaftsärzte, der sich auf Anfrage aber nicht äußern will. Viele im Profifußball tätige Mediziner arbeiten in Praxen, Einrichtungen oder Kliniken - und damit im öffentlichen Spannungsfeld zur Corona-Bedrohung. Festangestellte Mediziner, die alleine den Klubs dienen, beschäftigen nur Borussia Mönchengladbach und RB Leipzig.

In kleinen Gruppen und mit Sicherheitsabstand haben fast alle Klubs der Fußball-Bundesliga das Training auf dem Platz wieder aufgenommen.

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2 min
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Alle wissen, dass ihr Vorgehen in die großen Leitplanken der Politiker und Gesundheitsbehörden einfügen muss. Was gerade gut im kleinsten Bundesland  Bremen zu besichtigen ist. Die Profis des SV Werder müssen vor jeder Trainingseinheit von den Mannschaftsärzten "einem präventiven Eingangsscreening" unterzogen werden, teilte der Bremer Senat in einer Presseerklärung mit.

Dr. Kathrin Stelzer, Teamärztin beim FSV Mainz 05, im Kurzinterview

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