ZDFheute

Der Streit um den Zweikampf

Sie sind hier:

Fußball-Bundesliga vor dem Tag X - Der Streit um den Zweikampf

Datum:

Die Bundesligisten trainieren längst wieder in Kleingruppen, um sich für den Tag X zu wappnen. Offenbar üben die ersten Fußballer sogar wieder Zweikämpfe. Das ist nicht erlaubt.

 v.l. Djibril Sow und Lucas Torro (Eintracht Frankfurt) aufgenommen am 03.04.2020
Training bei Eintracht Frankfurt
Quelle: imago images / Jan Huebner

Nur einen Steinwurf von der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) entfernt liegt die Frankfurter Arena – und das Trainingsgelände für die Profis von Eintracht Frankfurt. Doch was Spieler hier wirklich tun, kann gerade kaum jemand überwachen. Das Terrain ist für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Genau wie an den anderen Standorten sind die Trainingseinheiten allesamt geheim. Kiebitze und Journalisten müssen stets draußen bleiben.

Direkte Duelle sind nicht erlaubt

Das nutzen offenbar einige Vereine, um mit Blick auf kommende Geisterspiele bereits Zweikämpfe zu üben, was eigentlich gegen die Kontaktbeschränkungen verstößt. Vereinzelt sind Bilder aufgetaucht, bei denen sich sehr wohl die Spieler in direkte Duelle mit Körperkontakt stürzen. In der vergangenen Woche kam es zum offenen Streit zwischen Jörg Schmadtke, Sportchef des VfL Wolfsburg, und seinem Kollegen bei Fortuna Düsseldorf, Lutz Pfannenstiel. Die Rheinländer waren gerade auf ihr Gelände im Norden der Stadt an der Arena zurückgekehrt, als solche Bilder auftauchten.

Trainer Uwe Rösler hatte in Gruppen mit sechs, sieben Spieler trainiert. Auch Zweikämpfe? Das wies der Übungsleiter zurück: "Wir haben natürlich keine Zweikämpfe trainiert. Nach dem Aufwärmen gab es Passfolgen und Torabschlüsse, aber keine Zweikämpfe."

Der deutsche Profi-Fußball hat sich mit einem Konzept gewappnet für den Tag X, an dem der Ball wieder rollen darf. Doch der Plan für Spiele ohne Zuschauer ist umstritten und wird heftig diskutiert.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Nervosität vor Geisterspielen

Schmadtke war empört und ging in die Öffentlichkeit. Man könne nicht Wasser predigen und Wein trinken, wetterte der Wolfsburger Sportchef laut dem Fachmagazin "Kicker". Er stritt dabei mit Pfannenstiel am Telefon, denn die Profivereine hätten sich schließlich über die Gruppengröße und Trainingsformen geeinigt.

Viele Gespräche hinter den Kulissen folgten. Der Fall erreichte dem Vernehmen nach die Kommission Fußball bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL), in der auch Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic sitzt. Liga-Chef Christian Seifert erfuhr davon. In den Wochen zuvor war der FC Augsburg mit Trainingsformen auf dem eigenen Klubgelände vorgeprescht, als anderen Klubs ihre Spieler noch im Homeoffice üben ließen. Ist sich jeder in der Corona-Krise doch nur selbst der Nächste?

Noch kein richtiger Fußball

Der Druck auf die Fußballlehrer wächst. Wenn tatsächlich Mitte oder Ende Mai die Saison fortgesetzt wird, hätten die Spieler zwei Monate ausgesetzt. Auch die erhöhte Verletzungsgefahr ist ein Drahtseilakt. Eintracht-Coach Adi Hütter hat bei der Wiederaufnahme des Freilufttrainings Anfang des Monats gesagt, dass sich dies noch nicht wie richtiger Fußball anfühle.

Es ist etwas anderes, in Zweiergruppen zu trainieren und dann im Spiel zehn gegen zehn zu stehen.
Adi Hütter

"Dazu brauchen die Spieler auf dem Trainingsplatz den körperlichen Kontakt," so Hütter. Er fordert vor dem ersten Spiel "zehn bis 14 Tage Mannschaftstraining". Zumal in Corona-Zeiten keine Testspiele möglich sind. Auch die müssen durch Trainingsspiele untereinander ersetzt werden. Aber erst, wenn es erlaubt ist.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.