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Bundesliga | Union Berlin - Ruhnert warnt vor Ende des Fußball-Booms

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Union Berlin ist die Überraschung der Saison. Geschäftsführer Oliver Ruhnert bremst die Erwartungen und spricht über die Konsequenzen der Corona-Pandemie für den Sport.

Studiogast Oliver Ruhnert von Union Berlin im Gespräch mit Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein. Außerdem: BVB-Trainer Edin Terzic im Interview.

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26 min
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Fünfter Platz, fünf Mal in Folge ungeschlagen - Union Berlin rangiert auch nach dem 2:2 gegen Wolfsburg überraschend hinter der Spitzengruppe der Bundesliga. Der Geschäftsführer Profifußball Oliver Ruhnert richtete im aktuellen sportstudio allerdings weiter den Blick zur unteren Tabellenregion: "Die Platzierung ist sicherlich außergewöhnlich, aber der Klassenerhalt bleibt unser Ziel."

Ruhnert: Lassen uns keine Spieler aufdrängen

Im zweiten Jahr der Bundesligazugehörigkeit registriert Ruhnert eine veränderte Wahrnehmung seines Klubs. "Mittlerweile haben auch Agenturen und Berater erkannt, dass Union Teil der ersten Liga ist. Doch wir lassen uns keine Spieler aufdrängen."

In den vergangenen Wochen waren besonders zwei Stürmer als mögliche Neuerwerbungen der Unioner gehandelt worden: Sven Michel vom SC Paderborn und Kasper Junker vom FK Bodø/Glimt. Doch Ruhnert beendete nun die Spekulationen: "Das sind beides Spieler, die Relevanz haben würden, aber definitiv nicht für uns in diesem Winter."

Ruhnert traut Terzic große Karriere zu

Vielmehr konnte der 49-Jährige über eine andere Personalie in der Bundesliga berichten, namentlich Dortmunds aktuellen Cheftrainer Edin Terzic: "Edin ist jemand, der das Ganze wirklich lebt. Er lässt den Job auf sich zukommen, strebt nicht danach - deswegen geht er den Job relaxt an. Das ist genau richtig so."

In seiner Zeit als Oberliga-Trainer bei den Sportfreunden Oestrich-Iserlohn von 2004 bis 2007 betreute Ruhnert unter anderem den Spieler Edin Terzic. Für seinen ehemaligen Schützling sieht er eine große Zukunft als Coach: "Anscheinend hat er es bisher ganz ordentlich gemacht. Deswegen traue ich ihm eine Bundesliga-Karriere auf ganz hohem Niveau zu."

Ruhnert: Ich leide mit Schalke

Dabei hängt Ruhnert weniger an Terzics aktuellem Arbeitgeber als vielmehr an dessen großem Rivalen Schalke 04. Er ist seit seiner Kindheit Mitglied beim Revierklub. Die lange Serie ohne einen Erfolg hatte auch ihm zu schaffen gemacht. "Die Menschen, die hinter diesem Klub stehen, leiden – das geht mir als Mitglied auch so", berichtete Ruhnert. "Weil man in einer gewissen Weise den Verein lebt. Das müssen die Verantwortlichen, vor allem die Spieler, begreifen."

Ruhnert hatte von 2008 an fast zehn Jahre lang beim FC Schalke als Scout, Trainer und Leiter der Jugendabteilung gearbeitet. Zu einer möglichen Rückkehr nach Gelsenkirchen sagte er:

Im Fußball schließt man nie etwas aus.
Oliver Ruhnert

"Ich übe mein jetziges Amt in Berlin aus voller Überzeugung aus. Und die Verantwortlichen auf Schalke haben im Moment genug andere Probleme."

Wandlung bei den Spielern

Ruhnert wandelt zwischen den Welten: Er agiert als Linken-Fraktionsvorsitzender im Iserlohner Stadtrat und gleichzeitig als Funktionär im Millionengeschäft Profifußball. "Ich weiß, dass ich in einem Bereich aktiv bin, in dem es um viel Geld geht. Aber auch in einem solchen Umfeld kann man Werte wie Demut leben."

Als positive Beispiele nannte er engagierte Profis wie Neven Subotic, Joshua Kimmich oder Leon Goretzka, die Stiftungen gründeten oder in der Corona-Pandemie Spenden sammelten. "Da hat sich in den letzten Jahren etwas gewandelt. Die Spieler bieten mit ihrer Bekanntheit viel Positives für unsere Gesellschaft."

Pandemie-Folgen für den Fußball

Beim Thema Corona warnte Ruhnert vor den Konsequenzen für die unteren Spielklassen, aber auch für den Profifußball. "Wir dürfen uns das Produkt Fußball nicht kaputtreden lassen dahingehend, dass wir sagen: 'Es wird alles gleich bleiben.' Wir müssen aufpassen, dass wir nicht viele Jugendteams und Amateurmannschaften verlieren und auch das Interesse in den Stadien."

Für seinen Klub Union Berlin befürchtet Ruhnert keine großen Auswirkungen auf die Stadionauslastung, sobald Fans wieder zu den Spielen gehen dürften. "Die 'Alte Försterei' wird noch mehr boomen als vorher. Aber die großen Arenen wird man nicht mehr so einfach füllen."

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