ZDFheute

Immer mehr Soli-Beiträge in der Bundesliga

Sie sind hier:

Wegen Corona-Krise - Immer mehr Soli-Beiträge in der Bundesliga

Datum:

In der Fußball-Bundesliga erklärt sich in der Corona-Krise ein Team nach dem anderen zum Gehaltsverzicht bereit. Über die Höhe des Soli-Beitrags herrscht weitgehend Stillschweigen.

SV Werder Bremen: Mannschaft nach dem Spiel gegen Dortmund, 22.2.20
Solidargemeinschaft: die Mannschaft von Werder Bremen
Quelle: epa

In normalen Zeiten wird aus der Bundesliga auch abseits des Spielbetriebs über jedes Wehwehchen auf allen Kanälen berichtet. Selbst das fällt jetzt weg. So rückten in der Corona-Pandemie neue Fragen in den Mittelpunkt. Die im Moment am meisten diskutierte heißt: "Wie halten die Profis es mit dem Gehaltsverzicht?"

Werder Bremen: Mannschaft ergreift Initiative

Bremens Profi Philipp Bargfrede äußerte sich dazu: "Als selbstverständlich würde ich den Gehaltsverzicht nicht bezeichnen. Aber wir Spieler sind uns bewusst, was diese Situation für den Verein bedeutet. Es ist eine sehr gute und positive Geste von uns."

Werder Bremen war einer der ersten Klubs, der auf Initiative der Mannschaft einen Gehaltsverzicht des Teams und des leitenden Personals verkündet hatte. "Wir wollen dem Verein und den Mitarbeitern in dieser schwierigen Situation unbedingt helfen", sagte Kapitän Moisander, "denn wir finden Werder einfach geil und die Stadt auch."

Bringt die Corona-Krise ein bisschen Romantik zurück in den Fußball? Vier Topklubs aus der Bundesliga spenden Millionen für Vereine in Not. Auch Steven Skrzybski von Fortuna Düsseldorf geht mit gutem Beispiel voran.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Gladbach geht in die Offensive

Den Anfang hatten die Spieler von Borussia Mönchengladbach gemacht. "Die Spieler wissen, was los ist", erklärte Sportdirektor Max Eberl auf der Vereins-Homepage. Seitdem vergeht kein Tag, an dem sich nicht ein weiterer Klub zu dem Thema meldet. Eine Bestandsaufnahme der dpa ergibt allerdings kein einheitliches Bild.

Während zum Beispiel bei Bayern, Dortmund und Schalke teilweise schon konkrete Zahlen kursieren, wird unter anderem in Wolfsburg und Frankfurt noch abgewartet. Hoffenheim hat unter anderem einen Hilfsfonds für die Region eingerichtet, in den neben dem Klub und Mäzen Dietmar Hopp auch die Spieler einzahlen.

Bundesligisten in Zeiten von Corona

Bedeutende Beträge?

Weitgehend Stillschweigen herrscht darüber, was die zum Verzicht bereiten Teams unter bedeutenden Beiträgen verstehen. Bei Bayern München wird eine Zahl von 20 Prozent kolportiert, bei Schalke 04 ist von 30 Prozent die Rede. "Wir werden keine Zahlen nach außen geben", sagt Werders Sportchef Frank Baumann.

Bayer Leverkusen antwortete der ARD auf Anfrage: "Wir sind der Meinung, dass das Thema Gehaltsverzicht nicht zu einem medialen Wettbewerb stilisiert werden sollte, sondern ehr eine persönliche Einstellung widerspiegelt und entsprechend behandelt werden sollte."

Fans verzichten auf Ticketerstattung

Ex-Manager Jan Schindelmeister hatte schon zur Beginn der Diskussion gesagt, ohne relevante Zugeständnisse der Hauptprotagonisten "würde die Bereitschaft der Wirtschaftspartner der Klubs, aber auch der Fans, der Mitglieder und Sympathisanten, einen Beitrag zu Stabilisierung 'ihres' Vereins zu leisten, erheblich leiden."

Dazu kommt es nun vorerst wohl nicht: Laut einer Umfrage von bundesligabarometer.de finden 98,9 Prozent der Befragten den Gehaltsverzicht richtig. Wie an vielen anderen Orten gibt es auch in Bremen Initiativen der Fans, die aus Solidarität mit dem Klub dazu aufrufen, auf Ticketerstattung zu verzichten.

Werder-Sponsor investiert sogar mehr

Auch ein Werder-Sponsor will trotz Krise künftig mehr zu investieren. Nach Informationen des "Weser-Kuriers" soll es sich um das Immobilienunternehmen handeln, das bereits drei Millionen Euro im Jahr für die Rechte am Stadionnamen bezahlt.

Dennoch befindet sich Bremen in einer besonders komplizierten Gemengelage. Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga muss über die jetzige Zwangspause hinweg den Glauben an den Klassenerhalt aufrecht erhalten. Und gleichzeitig für das Worst-Case-Szenario zweite Liga planen.

Trainer Kohfeldt kämpferisch

Da würde es nahe liegen, auf einen Abbruch der Saison ohne Absteiger zu hoffen. "Wir sind Sportler", teilt Trainer Florian Kohfeldt dem Gedanken eine Absage, "wir haben einen Wettkampf begonnen und wollen ihn beenden."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.