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Fußball | Bundesliga - Dortmunds Kampf gegen die Zeit

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Borussia Dortmund schaltet im laufenden Ligabetrieb auf Reset und besinnt sich alter Werte. Am Freitag tritt der BVB bei Union Berlin an (20:30 Uhr live im ZDF).

Edin Terzic
Edin Terzic, der neue Trainer von Borussia Dortmund.
Quelle: AP

Aufbruch also. Mal wieder bei Borussia Dortmund. Edin Terzic ist der fünfte Trainer in fünf Jahren, der das schwere Klopp-Erbe antritt. Der Start ist geglückt mit dem Arbeitssieg in Bremen, doch nun beginnt für den BVB mit dem Auftritt beim Überraschungsteam Union Berlin (Freitag, ab 20:15 Uhr live im ZDF) nicht weniger als die Suche nach der eigenen Identität.

Terzic verspricht typischen BVB-Fußball

Zurück zum typischen "BVB-Fußball" soll es gehen, hat der Neue versprochen und rennt damit offene Türen ein. Denn es ist höchste Zeit für die Borussia.

Nachdem BVB-Chef Hans-Joachim Watzke über weite Strecken der Corona-Phase eher wie ein Besitzstandswahrer aufgetreten war und das Vize-Abo hinter Dauermeister FC Bayern offenbar akzeptierte, sind bei Schwarz-Gelb zuletzt wohl mehrere Erkenntnis gereift: Die Konkurrenz hat aufgeholt. Teams wie Leipzig, Leverkusen und Gladbach spielen moderner und attraktiver, selbst Wolfsburg oder Union sind sportlich dran.

Dortmunds Youssoufa Moukoko (l.) und Berlins Christopher Trimmel kämpfen um den Ball.

Fußball | Bundesliga -
Union Berlin - Borussia Dortmund
 

Jetzt: Das Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga.

Teuerster Kader der BVB-Klubgeschichte

Es wäre außerdem eine verpasste historische Chance, mit dem wohl talentiertesten und teuersten Kader der Klubgeschichte weder Fan-Herzen noch Trophäen zu gewinnen.

Haaland, Reyna, Sancho, Brandt, Bellingham, Hazard, Moukoko, dazu Routiniers wie Reus und Hummels sowie Guerreiro, der spielmachende Außenverteidiger - dieses Personal schreit förmlich nach Offensiv-Spektakel. Zumindest sollte es regelmäßiger möglich sein als unter Lucien Favre.

Robert Lewandowski mit Trophäe am 17.12.2020

Vor Ronaldo und Messi -
Lewandowski gewinnt Wahl zum Weltfußballer
 

Robert Lewandowski (FC Bayern) ist Weltfußballer 2020. Die Wahl zum Welttrainer gewann Jürgen Klopp (FC Liverpool). Manuel Neuer (FC Bayern) erhält den Preis des besten Torhüters.

Doch das Zeitfenster für den seit Sommer 2018 mit fast 290 Millionen Euro aufgepumpten und jährlich über 160 Millionen Euro Gehalt verschlingenden Edelkader ist endlich. In dieser Konstellation bleiben vielleicht zwei, drei Jahre.

Haaland wohl nicht lange zu halten

Erling Haaland ist erst ein Jahr da, doch gefühlt schon wieder auf dem Sprung. Viele fürchten: Das Kraftpaket wird es nicht lange in Dortmund aushalten.

Erling Haaland
Erling Haaland.
Quelle: Reuters

Nicht weniger als den Titel der Champions League hat sich der ehrgeizige Norweger zum Ziel gesetzt, vermutlich wird er sich den Traum aber anderswo erfüllen, bei Real Madrid, dem FC Barcelona oder in der Premier League. Ausbildungsverein für Europas Topklubs - das hören die ambitionierten Westfalen ungern, aber der Karriereplan des 20-Jährigen sieht genau das vor.

Ähnlich sieht das bei anderen Hochbegabten des BVB aus. Sie werden sicher Titel gewinnen, die Frage ist nur: wo. Jadon Sanchos Rückkehr zu einem der Topklubs auf der Insel ist vorgezeichnet. Der englische Tempodribbler muss sich nicht mal angesichts seines Dauerformtiefs um Angebote sorgen. Auch könnten die Corona-gebeutelten Finanzen des börsennotierten BVB einen Transfer vorantreiben. Von 75 Mio. Euro Verlust ging der Klub schon vor Saisonstart aus, und 13 Millionen Euro fehlen durch die neue Verteilung der TV-Gelder.

Terzic: Mehr als eine Übergangslösung?

Giovanni Reyna ist der nächste Shooting-Star. Der 18-Jährige hat auf Fast-Forward gedrückt und den Durchbruch geschafft. Auch der flinke Offensiv-Allrounder verfolgt einen klaren Karriereplan.

Der BVB kann nur hoffen, dass Geisterspiele bald passé sind und ein bebendes Stadion den US-Boy mit so viel Liebe überschüttet, dass er den Abschied möglichst lange hinauszögert.

Alternde Stars

Nicht nur bei den Jungstars kämpft der BVB gegen die Uhr. Neu-Trainer Terzic muss erst noch beweisen, dass er mehr ist als eine Übergangslösung. Abwehrchef Mats Hummels und Kapitän Marco Reus haben beide die 30 überschritten. Viele große Spielzeiten bleiben nicht.

Der stets verletzungsanfällige Reus hat schon jetzt, nach der jüngsten und ultralangen Zwangspause zu kämpfen. Hummels gleicht sein Tempodefizit noch durch gutes Stellungsspiel und Antizipation aus. Aber wie lange kann der Weltmeister von 2014 dieses außergewöhnliche Niveau halten?

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