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Fußball | Bundesliga - Gestörter Familienfrieden bei Werder

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Ungewöhnlich viel Unruhe gibt es derzeit im Umfeld von Werder Bremen. Dabei geht es auch um die Ziele: Sichere Plätze im Mittelfeld der Liga oder Rückkehr zur alten Top-Position.

Werder Bremen Fahne vor dem Weserstadion
Es ist derzeit ungewöhnlich unruhig bei Werder Bremen.
Quelle: Imago

Wer als Fußballreporter für überregionale Medien über Werder Bremen berichtet, bekommt von den Redaktionen im Moment erstaunte Nachfragen: "Wie? Machtkampf bei Werder? Überall anders wird der Verein doch wegen der Kontinuität und Ruhe beneidet."

Ungewöhnliche Vielstimmigkeit

Die Vielstimmigkeit, mit der die Situation bei Werder im Moment kommentiert wird, ist ungewöhnlich für diesen Verein. Und sie kommt in einer gefährlichen Saisonphase, in der nach sieben sieglosen Spielen Erinnerungen an die letzte Spielzeit wach werden, in der vom gleichen Punktestand aus der Niedergang begann.

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Die Sendung vom 12. Dezember 2020, unter anderem mit dem Bundesliga-Abendspiel Union Berlin - Bayern München.

Videolänge
16 min

"Bei Werder bekommt Kritik, wie sie von Willi Lemke und Jörg Wontorra geäußert wurde, schnell eine Größe, weil die streitenden Personen gut bekannt, mitunter sogar befreundet sind und in der Vergangenheit sogar miteinander gearbeitet haben", erklärt der ehemalige Vorstandsvorsitzende Klaus Allofs im Online-Portal Deichstube die augenblickliche Aufregung.

Lemke kritisiert Aufsichtsrat

Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Willi Lemke hatte die Pläne des Kontrollgremiums kritisiert, den zum Saisonende auslaufenden Vertrag von Sportvorstand Frank Baumann schon jetzt verlängern zu wollen, nachdem die Neuwahl des Aufsichtsgremiums Corona-bedingt von Mitte November ins Frühjahr verschoben worden ist. Für Lemke wäre das "ein Affront nicht nur gegen den neuen Aufsichtsrat, sondern auch gegen die Mitgliederversammlung".

Präsident Hubertus Hess-Grunewald sprach daraufhin von einer "Gruppe um Willi Lemke, Jörg Wontorra und Lars Figura (Ex-Leichtathlet, die Red.)", die offenbar das Ziel habe zu einer veränderten Vereinspolitik zu kommen. "Florian Kohfeldt wird da zum Beispiel sehr kritisch gesehen", so Hess-Grunewald.

Die DFL hat beschlossen, die Einnahmen aus den Fernsehgeldern neu zu verteilen. Es sei aber gerade nicht die Zeit für radikale Lösungen, so DFL-Chef Christian Seifert.

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Wontorra will in den Aufsichtsrat

TV-Moderator Jörg Wontorra, der dem Werder-Aufsichtsrat bereits von 1999 bis 2003 angehörte, räumte nach anfänglichem Zögern ein, sich für einen Sitz im künftigen Aufsichtsrat zu bewerben und dabei von einer "Gruppe besorgter Vereinsmitglieder" unterstützt zu werden.

Er stellt die Kompetenz der Geschäftsführung in Vertriebs- und Finanzfragen in Frage und vermisst Visionen. "Werder Bremen war mal der zweitbeste Klub in Deutschland", sagte er.

Jetzt gehören wir nur noch in die Kategorie Mainz, Augsburg oder Freiburg. Damit darf man sich nicht zufriedengeben.
Jörg Wontorra

Diese Kritik trifft auf einen Zwiespalt, in dem sich Werder-Anhänger bewegen.

Halbleer oder halbvoll?

Ist das Werder-Glas halbleer, weil der Anschluss an die Mannschaften, die um die europäischen Startplätze konkurrieren, verloren wurde? Oder ist es halbvoll, weil Werder den sportlichen und finanziellen Total-Absturz bislang vermieden hat, nachdem der Klub aus den Toprängen geflogen ist?

Anders als beim HSV oder bei Schalke 04 wurden hier die Kosten für den Spielerkader rechtzeitig gesenkt - statt mit der Anhäufung von Schulden die schnelle Rückkehr zu den europäischen Geldtöpfen erzwingen zu wollen.

Kohfeldt sieht veränderte Mentalität

Die Frage nach dem eigenen Selbstverständnis betrifft auch den Umgang mit der brisanten Ausgangslage vor dem Spiel gegen RB Leipzig. "Die Mentalität ist dieses Jahr eine andere", sagt Trainer Florian Kohfeldt. In der letzten Saison war die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb offiziell als Saisonziel ausgerufen worden. Als es längst abwärts ging, richtete sich der Blick immer noch nach oben.

In dieser Saison war es von vornherein das Ziel, nichts mit dem Abstieg zu tun haben zu wollen. Die Erkenntnis, dass der "ruhmreiche SVW", wie ein ehemaliger Stadionsprecher ihn immer nannte, mit seinen Möglichkeiten im Moment genau da hingehört, wo er gerade ist, ist im Umfeld noch nicht überall angekommen.

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