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Fußball - Bremen | Relegation - Werder plötzlich Favorit

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Werder Bremen war in dieser Saison immer dann stark, wenn die Mannschaft schon abgeschrieben wurde. Gegen den 1. FC Heidenheim ist sie klarer Favorit. Das ist die große Gefahr.

Florian Kohfeldt
Florian Kohfeldt, Trainer von Werder Bremen
Quelle: dpa / Carmen Jaspersen

Als Stadionsprecher Arnd Zeigler im letzten Saisonspiel gegen den 1. FC Köln mit dem 3:0 für Werder Bremen auch das 1:0 für Union Berlin gegen Fortuna Düsseldorf meldete, steckte im Jubel der Betreuer erstmals nicht nur Hoffnung, sondern auch Glaube. In dieser 29. Minute war Werder in der virtuellen Bundesliga-Tabelle  an den Düsseldorfern vorbei auf den Relegationsrang gezogen.

Kohfeldt legt Finger auf die Lippen

Nur Trainer Florian Kohfeldt schien die aufkommende Euphorie nicht zu gefallen - er drehte sich Richtung Sprecherkabine und legte den Finger auf die Lippen – als Signal, weitere Spielstände aus Berlin nicht mehr durchzusagen. Aus gutem Grund.

Werder-Geschäftsführer Frank Baumann sagt im Sportstudio, dass er zufrieden sei mit dem Erreichen von Relegationsplatz 16. Am Ende hätte Werder das Quäntchen mehr Glück gehabt.

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Wenn man sich auf eines in dieser missratenden Saison bei der Werder-Mannschaft verlassen konnte: immer dann, wenn es die Chance gab, sich aus dem Sumpf zu ziehen, verkrampfte sie. Umgekehrt entfaltete sie dann ihre größten Kräfte, wenn sie von allen abgeschrieben wurde.

Wieder ein Wunder von der Weser

So wie nach der Corona-Pause, als Werder neben dem Rückstand auch noch den Nachteil verarbeiten musste, länger als die Konkurrenz nur in Kleingruppen trainiert zu haben. "Wir sind die kleinen Gallier", gab  Sportchef Frank Baumann die Parole aus.

Frank Schmidt

Fußball - 2. Liga | Heidenheim -
Heidenheim: Relegation ist "Lebenschance"
 

Frank Schmidt, Trainer des Zweitligisten 1. FC Heidenheim, sieht in der Relegation gegen Bremen eine riesengroße Gelegenheit: "Das ist für die meisten eine Lebenschance."

Nach der krachenden Auftakt-Niederlage gegen Bayer Leverkusen gab niemand mehr etwas auf Werder – das daraufhin mit sieben Punkten aus drei Spielen sogar wieder den direkten Klassenerhalt anpeilte. Um nach drei weiteren Niederlagen am letzten Spieltag wieder auf ein kleines Wunder angewiesen zu sein.

Werder hat Underdog-Rolle in der DNA

In den Relegationsspielen gegen den krassen Außenseiter 1. FC Heidenheim braucht Werder kein Wunder, sondern eine ganz normale Leistung. Das ist für diese Mannschaft die größere Herausforderung. In den Jahren der Rivalität mit dem großen FC Bayern München scheint eine Underdog-Mentalität in die DNA des Klubs übergegangen zu sein.

Aus dieser Rolle heraus wurde nach Jahren der Abstiegsangst der achte Platz in der letzten Saison als Erfolg gefeiert. Mit dem daraus erwachsenen Anspruch, in dieser Saison einen Europa-Pokal-Platz zu erreichen, ist die Mannschaft nie klargekommen. Sie scheint unter der sprichwörtlichen Angst vorm "Gewinnen" zu leiden, die immer dann eintritt, wenn es wieder eine Zukunft gibt, die man verlieren könnte.

Kohfeldt warnt vor Heidenheim

So wie jetzt, wo der Klassenerhalt wieder in den eigenen Händen liegt. Der Gegner kommt aus einer zehnmal kleineren Stadt, beim Marktwert der Spieler beträgt das Verhältnis 139:19 Millionen. Im DFB-Pokal hatte Heidenheim im Weser-Stadion mit 1:4 keine Chance.

Ein Sieg  wäre der Normalfall, eine Niederlage eine Blamage. Genau das ist die große Gefahr für Werder Bremen. Mit Druck kann sie umgehen, mit Erwartungen bislang nicht. Deshalb macht Trainer Florian Kohfeldt gegenüber zdfsport.de klar. "Wir stehen immer noch mit dem Rücken zur Wand."

Marco Friedl, Werder Bremen

Fußball | Bremen - Heidenheim -
Relegation: Nervenspiel mit Tradition
 

Werder Bremen geht als hoher Favorit in die Relegationsspiele gegen den 1. FC Heidenheim (Donnerstag/Montag). Das ist auch historisch belegt: Meistens siegt der Erstligist.

von Frank Hellmann
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