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Werder: Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit

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Fußball-Bundesliga - Werder: Hoffnung in der Hoffnungslosigkeit

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Nach der Niederlage in Mainz gibt es in Bremen kaum noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Die Mannschaft überzeugte aber meistens erst dann, wenn sie schon abgeschrieben war.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt.
Quelle: reuters

Werder muss sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln unbedingt gewinnen - am besten mit mindestens vier Toren Vorsprung, da Fortuna Düsseldorf neben zwei Punkten auch vier Tore Vorsprung hat. Kann das Team mit der nervlichen Belastung umgehen?

Der Trainer: Kämpfen bis zum Schluss

In Bremens Nachbarstadt aufgewachsen, als 19jähriger im Tor der dritten Mannschaft, über Jugendmannschaften und die U 23 zum jüngsten Cheftrainer der Profis aufgestiegen: Florian Kohfeldts Laufbahn schien wie gemalt für diesen Posten. Dazu seine kommunikative Art, die Entwicklung der Mannschaft vom Abstiegs- zum Europacup-Kandidaten, die Wahl zum Trainer des Jahres – vor einem Jahr ging es nur darum, wie lange Werder ihn noch halten kann.

Dann der Einbruch, eine beispiellose Verletztenserie, zu spätes Umschwenken auf nackten Abstiegskampf. Seit Wochen ist Kohfeldt damit beschäftigt, Hoffnung und Energie zu versprühen, wo diese auf dem Platz schwindet. Nach der Niederlage in Mainz das erste Mal ratlos, wird er  trotzdem der letzte sein, der das Licht dieser missratenen Saison ausknipst.

Die Mannschaft: Gebeutelt und zu oft schläfrig

Früh gebeutelt von zahlreichen Verletzungen und hinter dem selbst gesteckten Ziel eines Europapokalplatzes zurück. Hielt sich lange für zu gut für den Abstieg. Wirkte oft zu schläfrig bei Standardsituationen hinten und ohne Durchschlagskraft nach vorne. Fand ohne den abgewanderten Impulsgeber Max Kruse nie eigene Lösungen, wenn der vom Trainer vorgegebene Plan nicht aufging.

Die Spieler, die Kruses Kreativität und Energie ersetzen sollten, gingen regelmäßig mit unter.  Der, der es vielleicht gekonnt hätte, Niklas Füllkrug, verletze sich früh. Nach kurzem Aufbäumen im Anschluss an die Corona-Pause wirkte die Niederlage in Mainz wie ein kollektiver Offenbarungseid.

Das Umfeld: Gewohnt ruhig

Sportvorstand Frank Baumann und Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode stehen unverrückbar hinter dem Trainer. Kritische Stimmen aus den verantwortlichen Gremien werden bislang nur kolportiert. Mit öffentlicher Kritik aus der Deckung wagten sich zunächst Ex-Spieler. Die Medien blieben lange moderat, verschärften den Ton aber  in den letzten Wochen.

Die Fans wollen die verschmähten Geisterspiele nicht aufwerten und leiden still. Die Parole für Samstag gab Bürgermeister Andreas Bovenschulte im Weser-Kurier aus:

Hintern zusammenkneifen, Köln putzen und für Union Berlin beten.  
Andreas Bovenschule, Bürgermeister

Die Prognose: Es wird knapp

In Bremen wurde viel versucht, die schläfrige Mannschaft von außen zu beleben: Vom Trainer sowieso, dann kam ein Motivationscoach dazu, schließlich versuchten die Ersatzspieler und Betreuer die Spieler mit Rufen und Trommeln anzutreiben. All das verpuffte. Als letzte Hoffnung bleibt die Erfahrung, dass die Mannschaft meist dann überzeugte, wenn sie abgeschrieben wurde und keine Erwartung auf ihr lastete. 

So wird ein knapper Sieg gegen Köln gelingen. Ob das reicht, hat in Bremen niemand mehr in der Hand. Wenn nicht, wird der Sturm derer losbrechen, die es schon immer besser gewusst haben.

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