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Zuschauer-Wirrwarr im Fußball - Vereine drängen auf vollere Stadien

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Der HSV und St. Pauli dürfen unter 2G-Bedingungen wieder ein volles Stadion haben. Nach diesem Vorbild drängen andere Fußball-Klubs auf mehr Fans. Karl Lauterbach äußert Bedenken.

Zuschauerzahl in der Allianz-Arena in München, aufgenommen am 18.09.2021
Beim Heimspiel der Bayern gegen Bochum waren 25.000 Zuschauer in der Allianz-Arena.
Quelle: imago

Der FC Bayern München verlangt einen 3G-Nachweis (Geimpft, Genesen, Getestet), Borussia Dortmund lässt mit wenigen Ausnahmen nur Corona-Geimpfte oder -Genesene (2G) rein. Der FSV Mainz 05 setzt mit der "2G-plus"-Regel auf eine Zwischenlösung, neben Bereichen für Geimpfte und Genesene gibt es auch ein geringes Kontingent für negativ Getestete: In der Fußball-Bundesliga herrscht ein Zuschauer-Wirrwarr bei den Vereinen, die unter Auflagen seit dieser Saison wieder mehr Fans empfangen dürfen.

50 Prozent Auslastung, maximal 25.000 Zuschauer: Diese Grundregel hatte die Politik den Klubs der zwei höchsten Spielklassen im Fußball im August auferlegt. Manchen Vereinen geht die Teil-Öffnung aber mittlerweile nicht weit genug. Sie drängen auf mehr Besucher und drohen mit rechtlichen Schritten.

An Sportveranstaltungen dürfen maximal 25.000 Zuschauer teilnehmen. Um dem Ziel einer höheren Auslastung näher zu kommen, animieren Klubs ihre Fans mit Aktionen zum Impfen.

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Denn während bei Kulturveranstaltungen mittlerweile mit einem 2G-Konzept teilweise alle Plätze belegt werden dürfen, bleiben die Ränge vieler Vereine teilweise leer. Der scheidende Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert, hatte zuletzt gemahnt:

Es wird Zeit, dass das 'Team Vorsicht' aufpasst, dass es nicht zum 'Team weltfremd' wird.
Christian Seifert

HSV und St. Pauli dürfen vor vollen Rängen spielen

Hoffnung macht vielen Profi-Klubs die jüngste Entscheidung des Hamburger Senats: Zweitligist Hamburger SV darf das Volksparkstadion unter 2G-Bedingungen wieder voll auslasten, auch wenn die Hamburger aus organisatorischen Gründen darauf am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg noch verzichten. Der zweite Hamburger Zweitligist FC St. Pauli wird gegen Dynamo Dresden am 3. Oktober die 2G-Regel anwenden. Dann könnten zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie wieder 29. 546 Zuschauer ins Millerntor-Stadion kommen.

BVB-Chef Hans-Joachim Watzke hatte zuletzt einen solchen Beschluss von der Politik gefordert.

Wenn die überwiegende Mehrheit der Zuschauer geimpft und die Kinder getestet sind, halte ich Fußballspiele vor gut gefüllten Häusern für ein verantwortbares Risiko.
Watzke in der "Welt am Sonntag"

Sollten die Fußball-Vereine - vor allem unter Berücksichtigung der 2G-Regel - ihre Zuschauer-Kapazität nicht erhöhen dürfen, haben einige Klubs rechtliche Schritte angedroht. "Wir würden uns einer Klage anschließen", sagte Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic. Und auch Watzke, der zunächst auf einen Dialog mit der Politik setzen will, schloss juristische Maßnahmen als "Ultima Ratio" nicht aus.

Fans im Volksparkstadion in Hamburg
Die Zuschauerränge im HSV-Stadion dürfen unter 2G-Bedingungen wieder voll besetzt werden.
Quelle: imago

Spahn macht Hoffnung, Lauterbach mahnt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuletzt Hoffnung auf zumindest vollere Stadien gemacht. Man könne die Teilnehmerzahlen für Geimpfte und Genesene anders rechnen als Getestete, so Spahn. Das Frankfurter Gesundheitsamt erlaubte nun der Eintracht bei Anwendung der 2G-Regel den Einlass von 31.000 Zuschauern für das Heimspiel gegen Köln. Doch der Bundesligist nahm aus organisatorischen Gründen Abstand von der Option und bleibt bei 25.000 Tickets.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich derweil selbst unter Anwendung der 2G-Regel derzeit gegen volle Fußball-Arenen aus. Wegen des Nachlassens des Impfschutzes stelle etwa die Anreise ein Problem dar, so Lauterbach mit Blick auf die Menschenmassen, die normalerweise in Richtung Stadion strömen.

Nicht alle Klubs setzten auf 2G - und Fans bleiben zurückhaltend

Doch nicht alle Bundesliga-Klubs ziehen bei der 2G-Regelung überhaut mit. Der FC Bayern setzt bislang wie erwähnt ebenso auf 3G wie Hertha BSC. Mainz testet am kommenden Wochenende eine Zwischenlösung. Man wolle die Getesteten nicht ausschließen, so der Verein. Auch bei Union Berlin wird die 2G-Option beim nächsten Heimspiel gegen Arminia Bielefeld nicht angewandt, weil sie "nicht umsetzbar" sei.

Ungeachtet der Debatte über 3G oder 2G und der erlaubten Stadionauslastung treibt viele Vereine eine Sorge um: Sie bekommen nicht mal die zulässige Kapazität ausgefüllt. So hatte Hoffenheim gegen Union Berlin nur 8.014 Zuschauer, gegen Mainz 8.427 - dabei sind 15.000 erlaubt. Auch bei Hertha oder Greuther Fürth waren trotz geringerer Kapazität nicht alle Karten vergriffen. Es werde noch dauern, bis die Fans wieder vollständig ins Stadion zurückkämen, prophezeite TSG-Trainer Sebastian Hoeneß. Fürth-Coach Stefan Leitl sprach von einer "Unsicherheit" bei vielen Fans.

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