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Eine Frage der Machbarkeit

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Bundesligen - Spielbetrieb - Eine Frage der Machbarkeit

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Die DFL hat kein konkretes Datum zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs in den deutschen Profiligen genannt. Ein Kommentar dazu von Oliver Schmidt.

Kommentar: Oliver Schmidt zur DFL-Pressekonferenz
Oliver Schmidt kommentiert die Lage im deutschen Fußball
Quelle: ZDF/dpa

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und ihr Chef Christian Seifert haben den Vertretern der 36 Erst- und Zweitligaklubs ihren Bundesliga-Rettungsplan vorgelegt. Die Antwort auf die wichtigste Frage, nämlich ob das Konzept für Behörden und Politik umsetzbar und genehmigungsfähig ist, kann die DFL selbst nicht geben. Wenn nicht, "dann wird die Liga auch in einigen Monaten nicht spielen können", so Seifert, "dann wäre die Bundesliga irgendwann ein Kollateralschaden dieser Corona-Krise".

DFL äußert existentiellen Wunsch

In der Argumentation um eine Fortsetzung des Fußballs braucht es Aufrichtigkeit: Spiele unter Ausschluss von Zuschauern sind ein notwendiges, existenzielles Übel. Nicht, wie Politiker oder einige Klubgranden via Boulevard-Montags-TV live verkündeten, als gesellschaftlicher Kitt oder Psychotherapie in Zeiten einer Pandemie. Und so ehrlich dürfen wir auch im ZDF sein: Als TV-Rechteinhaber ist das Objekt Bundesliga im eigenen Warenkorb für das "aktuelle sportstudio" seit Bundesliga-Anpfiff im Jahre 1963 ein wesentliches Element.

Die DFL ist für den Wiedereinstieg bereit:

Die DFL hat mit einem verbindlichen Hygiene-Konzept die Rahmenbedingungen für einen Re-Start vorgelegt. Nun hofft man auf das "Go" der Politik.

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1 min
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Nicht wenige organisierte Fans haben für sich die Frage nach einer Fortsetzung der Saison deutlich beantwortet. Für sie sind "Geisterspiele keine Lösung", sie fordern eine "Quarantäne für den Fußball". Der Liga-Neustart, so heißt es, wäre ein Hohn gegenüber dem Rest der Gesellschaft. Droht sogar ein bewusstes Störmanöver durch mündige Fans des nur ungestört durchführbaren Corona-Fußballs? Das wäre fatal für alle Beteiligten.

Corona: Das Risiko spielt mit

Sicherlich gibt es angesichts der Krise gesellschaftlich wichtigere Themen als den Profizirkus. Dennoch: die Politik darf, wenn sie es für vertretbar hält, die Liga-Ampel auf Grün schalten, solange sie dabei andere, systemrelevantere Dinge nicht vernachlässigt. Ist es also eine Frage der Gerechtigkeit? Nein! Eine Frage der Moral? Schon eher. Vor allem aber ist es eine Frage der verantwortungsvollen Machbarkeit.

Medizin-, Hygiene- und Sicherheitsskizzen hin oder her, ein Ansteckungsrisiko wäre gegeben; selbst bei nur maximal 213 Personen im Stadion. Kontakte minimieren, Abstand wahren und Masken tragen sind aktuell die drei wichtigsten Corona-Gebote. Im Gegensatz dazu steht ein Bundesligaspiel wie eh und je, mit Manndeckung, Zweikämpfen oder Fouls. Ein vertretbares Wagnis? Für die DFL ja, für viele Mediziner ebenfalls.

DFL muss sich neu ausrichten

Unabhängig von einem "Go" oder "No-Go" für die akuten Weiterführungspläne der Bundesliga - bedarf es bei der DFL und ihren 36 Klubs einer glaubwürdigen und nachhaltigen Verwirklichung eines Strukturwandels. Kein aufgeschriebenes PR-Versprechen samt Plattitüden über Bodenständigkeit, sondern eine einschneidende, eindringliche Neuausrichtung des Systems Profifußball. Das Milliardengeschäft darf nicht in sich zusammenbrechen, wenn eine Rate TV-Gelder auf sich warten lässt. Solides, realistisches Wirtschaften statt finanzieller Harakiri-Maßnahmen bei Aussicht auf kurzfristigen sportlichen Erfolg.

Vereine verpflichten, Rücklagen zu bilden. Kompromisslos muss dies umgesetzt werden, selbst wenn die Bundesliga infolgedessen international an Bedeutung verlieren sollte. Die Branche ist zukunftsfähig, wenn sie für alle, die den Fußball lieben, wieder vertrauenswürdig wird. Es braucht eine neue, gelebte Vernunft. Die DFL hat den Ball auf den Anstoßpunkt gelegt. Jetzt heißt es warten, ob Gesundheitsbehörden und Politiker das Spiel freigeben.

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