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Streitfrage Abstieg - Bundesliga vertagt Abbruch-Regelung

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Die Bundesliga hat eine Entscheidung über das Szenario bei einem möglichen Saisonabbruch vertagt. Einigen konnten sich DFL und die Profiklubs auf andere Punkte.

Die Liga hat für die Fortführung der Saison gekämpft. Nun, wo der Ball wieder rollt, gibt es noch keine Einigung über ein Abbruch-Szenario.

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Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und die 36 Profiklubs haben eine Entscheidung über die Wertung bei Abbruch der aktuellen Spielzeit in der Coronakrise vertagt. Das teilte die DFL nach der Mitgliederversammlung der Profiklubs mit.

"Für den Fall, dass eine Fortführung des Spielbetriebs durch künftige Entwicklungen nicht mehr möglich sein sollte und die Saison vorzeitig abgebrochen werden muss, soll innerhalb der nächsten beiden Wochen eine Regelung hinsichtlich der sportlichen Wertung entwickelt werden", hieß es in der DFL-Mitteilung vom Donnerstag.

Abbruchsszenario spaltet die Liga

Das Thema sei bei der Mitgliederversammlung "nicht vertiefend erörtert" worden, "nachdem hierüber am gestrigen Mittwoch im Rahmen von jeweiligen Teilversammlungen der Bundesliga und 2. Bundesliga eingehend gesprochen wurde", so die DFL.

Die DFL wollte eigentlich einen Plan für einen eventuellen vorzeitigen Saisonabbruch vorlegen und von allen 36 Profiklubs absegnen lassen. Der DFL-Plan sah nach Informationen der "Bild" vor, dass dann die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Tabelle gewertet werden soll. Damit könnte ein Meister gekürt werden, es gäbe jeweils zwei feste Absteiger und keine Aufstockung der Ligen. Die Relegationsspiele sollten wegfallen. Doch der Plan sorgte für Unmut bei den Erstligisten.

Abstiegsbedrohte Klubs kritisieren Szenario

Laute Kritik war aus Bremen zu vernehmen. Kein Wunder, droht dem SV Werder als Tabellen-17. doch der zweite Bundesliga-Abstieg nach 1980. Nach der Sitzung war Geschäftsführer Frank Baumann aber zuversichtlicher als davor: "Nachdem es in dieser Frage durch den DFL-Antrag kurzfristig zu Diskussionen in der Liga gekommen ist, war heute ein gemeinsames Interesse an einer Lösung in der gesamten Liga spürbar." Baumann weiter:

Wir hoffen natürlich, dass die Solidarität in der Liga gerade in der für alle schwierigen Phase weiter erhalten bleibt.
Frank Baumann, Werder Bremen

Für Fortuna Düsseldorfs -Coach Uwe Rösler ist wichtig, dass alle 34 Spiele gespielt werden. «Wenn uns diese Möglichkeit genommen würde, die letzten beiden Spiele zu spielen, würde ich ganz klar von Wettbewerbsverzerrung reden. Saison kann nur gewertet werden, wenn alle Spiele gewertet werden», sagte der frühere Profi am Donnerstag. Fabian Wohlgemuth, Sport-Geschäftsführer des Tabellenletzten SC Paderborn, betonte: «Werte wie Solidarität und Fairness sollten im sportlichen Wettbewerb nicht an Bedeutung einbüßen. Es muss alles getan werden, damit die Konsequenzen selbst einer Notlösung nicht einseitig verteilt werden.»

Notfalls Saisonverlängerung und mehr Auswechslungen

Mehr Einigkeit zeigten DFL und Profiklubs bei der Frage, wie lange die Saison gespielt werden soll. So wurde auf der Mitgliederversammlung "einstimmig mit einer Enthaltung" bekräftigt, die Saison vollständig und inklusive Relegation beenden zu wollen. Geplant ist die Beendigung bis zum 30. Juni. Falls es notwendig sei, soll dies, sofern rechtlich möglich, auch im Juli noch geschehen.

Zudem wurde die Auswechslung von fünf statt drei Spielern beschlossen. Damit übernahm die DFL die vom Weltverband FIFA eingeführte Änderung. Damit sollen die Spieler angesichts des dicht gedrängten Kalenders im Zuge der Corona-Krise entlastet werden. Das neue Wechselkontingent gilt demnach nur für Wettbewerbe, die bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein werden, unabhängig davon, ob sie bereits begonnen haben.

Verlegung in andere Stadien möglich

Außerdem beschloss die Mitgliederversammlung, dass eine Verlegung von Spielen in der Corona-Krise auch in andere Stadien möglich sein soll. Es gebe die Möglichkeit, "ein Spiel aus übergeordneten zwingenden rechtlichen, organisatorischen und/oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion auszutragen", so die DFL in ihrer Mitteilung.

Hintergrund sei, "dass durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auch die Entwicklung eines nur regionalen beziehungsweise lokalen Infektionsgeschehens denkbar ist." Sollte also ein Heimteam von einer solchen Entwicklung betroffen sein, könnte das Spiel problemlos an einen anderen Ort verlegt werden.

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