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Fußball | Champions League - Messi gegen Ronaldo: Gipfel der Nostalgie

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Erstmals seit zweieinhalb Jahren duellieren sich die beiden prägenden Fußballer dieses Jahrhunderts. Doch in der Corona-Krise stehen auch sie vor einer unsicheren Zukunft.

Cristiano Ronaldo (li.) und Lionel Messi
Cristiano Ronaldo (li.) und Lionel Messi
Quelle: dpa

Vergangene Woche sagte Carles Tusquets, Übergangspräsident des FC Barcelona, was er als "offenkundige Wahrheit" bezeichnete: "Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten hätte man Lionel Messi im Sommer verkaufen sollen."

Messis Gehalt sprengt Barças Ressourcen

Seine Vorgänger hatten den abwanderungswilligen Messi aber nicht ziehen lassen – obwohl der Argentinier mit gut 100 Millionen Euro brutto ein Jahresgehalt kostet, wie man es sich in der Corona-Krise nicht mehr leisten kann. Barca plagen Einnahmeausfälle von mindestens 300 Millionen Euro. Im nächsten Sommer läuft Messis Vertrag aus. Er könnte dann gratis wechseln.

Trainer Koeman kritisiert den Klubchef

Wegen dieser heiklen Situation avancierte Tusquets mit seiner ehrlichen Äußerung zum Feind im eigenen Verein. Er habe den ohnehin dünnhäutigen Messi damit weiter vom Klub entfremdet, fürchten die Medien. Auch Trainer Ronald Koeman kritisierte:

Solche Kommentare helfen uns nicht, Ruhe zu haben.

Die Verantwortlichen von Juventus Turin wiederum halten sich mit Einlassungen über Cristiano Ronaldo zwar zurück. Doch auch dort halten sich Gerüchte, wonach es sich um seine letzte Saison im Klub handeln könnte.


Auch Juventus plagen Verluste

Ähnlich wie Barcelona hat Juventus schon für die von Corona nur zum Teil betroffene Vorsaison rund 90 Millionen Euro Verlust melden müssen.

Der Vertrag von Ronaldo – Grundjahresgehalt 58 Millionen Euro brutto – läuft noch bis 2022. Nur im kommenden Sommer könnte also noch Ablöse für ihn erzielt werden.

Als Corona nur eine Biermarke war

Am Dienstagabend (21 Uhr) treffen die beiden Megastars in der Champions League aufeinander. Zwischen Barcelona (15 Punkte) und Juventus (12) geht es um den Sieg in Gruppe G.

Das Spitzenspiel ist gewissermaßen auch ein Nostalgie-Gipfel. Es erinnert an die Zeiten, als die Stadien voll waren, Corona nur eine Biermarke – und es im Fußball nichts Größeres gab als das Duell zwischen Lionel Messi und Cristiano Ronaldo.

Als Ronaldo 46 Tore nicht reichten

Zwischen 2009 und 2018 haben sie es Jahr für Jahr beim spanischen Clasico ausgespielt. Ihre Klubs FC Barcelona und Real Madrid dominierten den Weltfußball, dreimal gewann Barca in dieser Ära die Champions League, viermal Madrid.

Auf individueller Ebene brachen Messi und Ronaldo ein Duell vom Zaun, wie es dieser Sport noch nicht gesehen hat. Es gab Saisons wie 2011/2012, da reichten selbst Ronaldos 46 Ligatore nur zu Platz zwei der Torschützenliste.

Beim letzten Duell trafen beide

Nun verpasste Ronaldo das Hinspiel in Turin (2:0 für Barcelona) wegen einer Corona-Infektion. Das Wiedersehen heute ist damit ihr erstes seit einem 2:2 im Mai 2018. Beide trafen damals.

Untereinander halten sie fast alle denkbaren Rekorde im Fußball. Messi, 33, führt beispielsweise mit sechs zu fünf Auszeichnungen als Weltfußballer des Jahres. Dafür hat Ronaldo, 35, mehr Treffer in der Champions League erzielt: 135 zu 121.

Jagd auf Bicans historischen Rekord

Beim Eintrag in die Geschichtsbücher geht es unter anderem noch um den Allzeit-Rekord von Josef Bican, der zwischen 1931 und 1956 in Österreich und der Tschechoslowakei insgesamt 805 Tore schoss. Ronaldo steht bei 750, Messi bei 712.

Zuletzt musste der Argentinier immer mehr abreißen lassen. Während Ronaldo mit zehn Toren in neun Saisonpflichtspielen (davon zwei Elfmeter) den üblichen Schnitt hält, traf Messi in 13 Spielen erst sieben Mal (davon fünf Elfmeter). Bereits in der Vorsaison hatte er nach dem Corona-Stopp in der Liga dramatisch nachgelassen.

Einige Jahre sind noch drin

Beiden ist natürlich bewusst, dass sie sich im Herbst ihrer Karrieren befinden. Heute Abend gilt es also, ihr direktes Duell zu genießen – so lange es das noch gibt.

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