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Champions League | Kommentar - Flick auf den Spuren von Heynckes

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Als Bayern-Cheftrainer hat Hansi Flick in wenigen Monaten alle Zweifler überzeugt. Aus einem verunsicherten Ensemble hat er ein Team geformt, das dem Triple zum Greifen nahe ist.

Kommentar: ClaudKommentar: Claudia Neumann - Hansi Flick - FC Bayernia Neumann
ZDF-Sportreporterin Claudia Neumann kommentiert die Entwicklung der Bayern unter Hansi Flick.
Quelle: ZDF/dpa

Im Fußball neigen wir zur Verwendung von besonders glorifizierenden Attributen, bemühen wahrscheinlich viel zu häufig den Superlativ.

Sehen wir derzeit tatsächlich die besten Bayern aller Zeiten? Der Vergleich mit dem Erfolgsfußball der 70er-Jahre ist sicher gewagt, dafür hat sich das Spiel viel zu sehr verändert.

Stattdessen genügt der Blick zurück zum historischen Triple 2013. Dominanz und fußballerische Klasse präsentierte der FC Bayern damals wie heute.

Geschichte scheint sich zu wiederholen

Einst hat Jupp Heynckes die fußball-fachliche Basis des zuweilen kauzigen Niederländers Louis van Gaal mit punktuell entscheidenden Ergänzungen veredelt. Seine besondere Fähigkeit der Menschenführung entpuppte sich, zur Überraschung vieler, als zusätzlich entscheidender Faktor. Eine Ansammlung verschieden tickender, unterschiedlich motivierter Superstars will angemessen moderiert werden. Autoritäres Trainer-Machtgehabe funktioniert nicht mehr, diese Zeiten sind lange vorbei. 

Nun scheint sich Geschichte zu wiederholen. Hansi Flick war der wohl meist unterschätzte Trainer Deutschlands. Zumindest außerhalb der Wahrnehmung einiger Beobachter im Bereich seiner DFB-Co-Trainer-Tätigkeit an der Seite von Bundestrainer Joachim Löw. Zur Erinnerung, Flick ist in dieser Funktion ein wichtiger Macher des Weltmeisters 2014. Seine anschließenden Tätigkeiten als Sportfunktionär waren von kurzer, wenig spektakulärer Dauer, untermauerten aber letztendlich eher seine wahre Mission.

v.l. Thomas Müller, Robert Lewandowski und Serge Gnabry

3:0-Sieg gegen Lyon - Bayern mit Schwung ins Finale 

Der FC Bayern steht im Endspiel der Champions League. Im Halbfinale besiegten die Münchner Olympique Lyon mit 3:0 (2:0) - und einem Doppelpack von Serge Gnabry.

Aus Ego-Ensemble wird funktionierende Gemeinschaft

In der Rolle des Bayern-Cheftrainers hat Flick in neun Monaten alle Zweifler überzeugt, auch die vereinsinternen.

Aus einem unter Vorgänger Nico Kovac verunsicherten, auseinandergefallenen Ego-Ensemble hat der 55-Jährige eine dermaßen funktionierende Gemeinschaft modelliert, dass man kaum an ein verlorenes Champions-League-Finale (Sonntag, ab 20.15 Uhr live im ZDF) glauben mag. Strategie, Finesse, Motivation, Kampfgeist, die Bayern bieten alles in ausreichenden Maß zum genau rechten Zeitpunkt.

In der Ruhe liegt die Kraft

Im Halbfinale gegen Lyon mussten sie in der Anfangsphase einige bange Momente überstehen. In solchen Situationen die Ruhe zu bewahren, ist auch ein Merkmal dieser selbstbewussten, stets in sich ruhenden Mannschaft. Ein erwähnenswertes Detail im Hinblick auf das Finale gegen Topspieler wie Neymar oder Mbappé.

Müßig zu erwähnen, dass im Fußball alles passieren kann, noch ist das Finale gegen PSG nicht gewonnen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Bayern diese Gelegenheit nehmen lassen, als tatsächlich beste Generation der Vereinsgeschichte in die Historie einzugehen.

Serge Gnabry mit seiner typischen Jubelgeste nach seinem Treffer im Halbfinale gegen Lyon

Champions League - Matchwinner Gnabry: Geschüttelt und gerührt  

Bayern Münchens Matchwinner Serge Gnabry erinnert mit seinem Doppelpack beim Einzug ins Finale der Champions League an James Bond. Aus seiner Mission macht er aber kein Geheimnis.

von Maik Rosner
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