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Champions League | BVB - Brügge - Reus und Sancho: Dortmunds stille Reserven

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Nach einem Viertel der Saison liegt der BVB sportlich auf Kurs. Dabei laufen die Offensivstars Sancho und Reus vor dem Spiel gegen den FC Brügge (21 Uhr) ihrer Form hinterher.

Marco Reus und Jadon Sancho
Die BVB-Stars Marco Reus (li.) und Jadon Sancho im Formtief
Quelle: imago

Die Kritik kam überraschend und war heftig. Auf der Corona-bedingt virtuellen Hauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KG auf Aktien musste sich Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor wenigen Tagen der frechen Frage eines Aktionärs erwehren: "Wann wird Marco Reus endlich verkauft? Er ist ständig verletzt und in den meisten Spielen abgetaucht. In all den Jahren beim BVB hat er nicht viel gerissen. Lieber würde ich Reus verkaufen als Sancho oder Haaland."

Reus-Verkauf steht niemals zur Debatte

Als börsennotiertes Unternehmen ist der BVB immer wieder mal bemüht, stille Reserven zu heben und durch Transfers das Geschäftsergebnis aufzubessern. Doch während bei den beiden zuletzt genannten Spielern wohl nur zurzeit kein Verkaufs-Interesse besteht, steht es bei Reus gar nicht erst zur Debatte. Selbst in der aktuellen Formkrise nicht, da kaum jemand bei den Westfalen die Meinung des Aktionärs teilt.

Er ist unser Kapitän und hat als BVB-Urgestein eine ganz wichtige Funktion für unseren Klub.
Hans-Joachim Watrzke, BVB-Geschäftsführer

Vielleicht ist es sogar eine gute Nachricht für Schwarz-Gelb, dass diskutiert wird, wie entbehrlich Routinier Reus inzwischen ist.

Jungstars im Rampenlicht

Allein von den Resultaten her scheint es dem Team von Trainer Lucien Favre nicht zu schaden, dass der "Fußballer des Jahres 2018" nur auf knapp über die Hälfte aller Einsatzminuten kommt; dass er lediglich drei Treffer erzielt und ein Tor aufgelegt hat; dass ihm Jungstars wie Haaland oder Giovanni Reyna regelmäßig das Rampenlicht stehlen. Dortmund ist trotz einiger spielerischer Mängel Zweiter in der Bundesliga, in der Champions League auf Achtelfinalkurs und im DFB-Pokal noch dabei.

So gesehen mag der BVB ohne Reus besser dastehen, wie es "Sky"-Experte Didi Hamann nach dem schwachen Auftritt in der Königsklasse gegen Zenit St. Petersburg ketzerisch formulierte.

Reus auf ungeliebter Position

Zumal Reus’ Leistungen oft durchschnittlich sind. Zuletzt gegen Hertha musste er in Teilzeit auf dem ungeliebten Flügel aushelfen und kam dort wegen seines Tempo-Defizits mäßig zurecht. Im Topspiel gegen Bayern vergab er spektakulär den Ausgleich. In der Königsklasse konnte Reus gar nicht überzeugen und kassierte bei der Pleite in Rom die "kicker"-Note fünf.

Erling Braut Haaland

Bundesliga | 8. Spieltag -
BVB fertigt Hertha ab - Moukoko debütiert
 

Der BVB hat am Abend bei Hertha BSC vor allem dank Vierfachtorschütze Erling Haaland mit 5:2 gewonnen. Der 16-jährige Youssoufa Moukoko kam für den BVB zu seinem Profidebüt.

Aber das kann sich im Heimspiel-Doppelpack gegen Brügge und Lazio Rom ändern. Denn es ist offenbar Teil des Favre-Plans, Reus über eine XXL-Rotation nur dosiert einzusetzen, damit der 31-Jährige nach der Seuchensaison 19/20 jetzt unversehrt bis ins Finish kommt.

Und selbst in mauen Spielen trägt Reus seinen Anteil bei, seine Qualitäten sind unbestritten: Gegen Hertha leitete er den Ausgleich und damit die Wende ein. Gegen die Bayern erzielte er die 1:0-Führung.

Zorc sorgt sich um Sancho

Ähnlich sieht das beim zweiten BVB-Sorgenkind aus: Jadon Sancho kommt nicht ansatzweise an seine insgesamt je 20 Treffer und Assists der Vorsaison ran (aktuell: 2/3).

In der Bundesliga hat der englische Tempodribbler noch gar nicht getroffen. Alle Parteien dementieren es, aber womöglich belastet den 20-Jährigen ja doch der gescheiterte Wechsel zu Manchester United.

Zorc: "Leichtigkeit fehlt"

In der ersten Länderspiel-Phase fiel Sancho mal wieder durch mangelnde Disziplin auf. Im BVB-Dress bekam er vier Mal die "kicker"-Note vier oder schlechter. Sportdirektor Michael Zorc sorgte sich schon vor Wochen: "Ihm fehlt diese natürliche Leichtigkeit."

Aber auch Sanchos relativ geringe Einsatzquote von 65 Prozent der Spielzeit ist ein Mix aus Formkrise und dem Zwang zur Rotation, der bei noch happigen neun Spielen bis zur Mini-Winterpause sicher nicht geringer wird.

Brachliegendes Potenzial

Trotz aktueller Formdelle hat Sancho nichts Grundsätzliches von seinen Können eingebüßt. Beim BVB entfachen seine Geistesblitze zwar seltener, aber immer noch oft spektakuläre Aktionen, die von den Teamkollegen nur nicht jedes Mal verwertet werden.

Im Nationaltrikot gelang ihm jüngst ein toller Treffer ganz im Stil seiner besten Dortmunder Zeit. Sancho und auch Reus sind sportlich gesehen die stillen Reserven beim BVB. Sie müssen nur gehoben werden.

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