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Kommentar

Chaos in Paris : Lausige Organisation rund um das Finale

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Vor dem Champions-League-Finale spielten sich rund um das Stadion in Saint-Denis chaotische Szenen ab. Wer war verantwortlich? Ein Kommentar von ZDF-Reporterin Claudia Neumann.

Kommentar von Claudia Neumann zum Chaos beim Champions-League-Finale
ZDF-Reportein Claudia Neumann war am Samstag beim CL-Finale live vor Ort - hier schildert sie ihre Eindrücke.
Quelle: ZDF/Reuters

Natürlich! Für ein abschließendes Urteil rund um die Organisation der Einlasskontrollen im Stade de France beim Champions-League-Endspiel zwischen dem neuen Titelträger Real Madrid und dem FC Liverpool ist ein auf Fakten gestützter Untersuchungsbericht unerlässlich.

Derzeit schieben sich die Beteiligten eher gegenseitig die Schuld zu. Liverpools Fans seien überwiegend viel zu spät zum Stadion angereist, es seien viele gefälschte Tickets im Umlauf gewesen, daher seien die Kontrollen so zeitaufwendig gewesen.

Pfefferspray gegen Familien mit Kindern

Je näher der reguläre Anpfiff rückte, desto nervöser wurden die LFC Fans, die zuvor lange und geduldig in der Schlange standen. Einige verloren irgendwann die Nerven, versuchten über Zäune zu klettern. Der Einsatz von Pfefferspray traf dann aber auch unbeteiligte Familien mit Kindern. Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit ist berechtigt.

Fans klettern über Zäune, verspäteter Anpfiff des Champions-League-Finales. Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, sagt: Ein von der UEFA hausgemachtes Chaos.

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Das Bild, was sich mir darüberhinaus bot, offenbart in jedem Fall eine lausige Organisation rund um ein hochemotionales Event mit 75.000 Menschen. Das weiträumig abgesperrte Stadion ist für Auto- oder Taxifahrer üblicherweise ohnehin nur mühselig zu erreichen, wenn keine wie für die VIP-Shuttles üblichen Durchfahrtsgenehmigungen vorliegen.

Bleibt einzig die Anreise per Bahn, die allerdings völlig unverständlicherweise nur sehr reduziert möglich war. Anstatt Sonderzüge einzurichten, fielen die meisten regulären Verbindungen zum Stade de France aus.

Schon in Sevilla war die Organisation problematisch

Wie so häufig bei Fußballveranstaltungen spielen die unterschiedlichen Verantwortungsbereiche getrennt in ihrer jeweiligen Liga. Infrastrukturelle Voraussetzungen harmonieren selten mit berechtigten Bedürfnissen von Besuchern und im übrigen auch von Medienvertretern.

Ähnlich wie schon beim Europa League Finale in Sevilla wirkten Sicherheits- und Ordnungskräfte zum Teil unkoordiniert, übermotiviert und zuweilen überfordert. Menschenmassen durch einige wenige Nadelöre zu navigieren ist immer problematisch.

Die wichtigsten Szenen des Champions-League-Finales FC Liverpool - Real Madrid mit dem Originalkommentar von Béla Réthy.

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Der Umgang mit euphorisierten, rivalisierenden Fußballfans macht die Angelegenheit natürlich kein bisschen angenehmer. Manche, vor allem ältere Stadien bieten keine idealen Voraussetzungen. Die Frage, ob sie dann für die ganz großen Finalspiele taugen, ist berechtigt.

UEFA muss sich Kritik gefallen lassen

Die UEFA als Veranstalter und die jeweils örtlichen Behörden arbeiten in der Organisation ganz augenscheinlich nicht Hand in Hand, jedenfalls nicht in ausreichendem Maß. Dabei haben wir doch in den vergangenen zwei Jahren erleben müssen, wie trostlos Fußball ohne Fans sein kann.

Ein bisschen mehr Wertschätzung und Respekt vor den Bedürfnissen der zahlenden Kundschaft wäre angebracht. Dazu gehören vernünftig geplante Anreise-Wege, gut koordinierte Stadionzugänge ebenso wie ein schlüssiges Sicherheitskonzept und ausreichende Versorgungsmöglichkeiten.

UEFA Champions League

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All das hat weder in Sevilla noch am Samstagabend in Paris vernünftig funktioniert. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen selbstkritisch mit diesen Fakten auseinandersetzen und die Belange der Fans deutlich mehr in den Mittelpunkt ihrer Organisation rücken.

Sportlich haben beide Endspiele die Faszination des Fußballs eindrucksvoll belegt, die Profis haben geliefert. Die Fans haben mit ihrer Stimmung, ihren Choreografien, ihrer Euphorie viel dazu beigetragen emotionale Hochglanz-Bilder in die Welt zu transportieren. Dafür zahlen sie einen hohen Preis, nicht nur finanziell.

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