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Champions League Finale - Paris Neymar: Wandlung zum Helden?

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Neymar ist einer der Schlüsselspieler bei Paris St. Germain. Vor dem Champions-League-Finale gegen den FC Bayern steht der Brasilianer besonders im Fokus.

Neymar
Auf Neymar ruhen die Hoffnung von Paris Saint Germain vor dem Champions League Finale.
Quelle: epa

Neymar steigt immer als letzter aus dem PSG-Bus aus. Während draußen hunderte Fans auf ihn warten, lässt er sich Zeit, bis all seine Mitspieler weg sind. Dann kommt er und grüßt seine Anhänger, singt und tanzt. Es fällt sofort auf, dass er die Sonnenbrille weggelassen hat und dass seine Frisur noch nie so gewöhnlich war wie im späten Sommer 2020.

Neymar wirkt nicht mehr so unnahbar wie noch vor der Corona-Krise. Er sprüht vor Freude. Endlich ist er in Paris angekommen.

Neymar: Endlich in Paris angekommen

Nachdem die französische Meisterschaft bereits am 28. April aufgrund der Corona-Pandemie definitiv abgebrochen wurde, flog er in die Heimat in seine Villa in Mangaratiba und sperrte sich dort knapp drei Monate ein. "Er hat in dieser schweren Zeit hart an sich gearbeitet," sagt PSG-Trainer Thomas Tuchel. "Er hat diese Periode genutzt, um noch fitter zu sein."

Neymar kam in einer absolut bestechenden Form zurück.
PSG-Trainer Thomas Tuchel

Neymar hat auch viel Zeit mit Online-Poker verbracht und Klavier spielen gelernt. Beim Trainingsauftakt am 22. Juni hinterließ der in Mogi das Cruzes (bei Sao Paulo) geborene Star starke Eindrücke: Im Hinblick auf das Finalturnier in Lissabon ist er motivierter denn je.

Neymar wollte 2018 und 2019 weg

Seit seiner Ankunft in Paris im August 2017, als PSG-Präsident Nasser al-Khelaifi ankündigte, mit dem "besten Spieler der Welt" im Team die Champions League gewinnen zu wollen, hat Neymar die Erwartungen nie erfüllen können und wollen.

Etliche Verletzungen haben ihn immer wieder gestoppt. Er zeigte auch keine große Lust, sich mit diesem Projekt zu identifizieren, er wirkte von der aggressiven Gangart der Gegner in der Liga genervt und wollte nach nur einem Jahr wieder weg.

Auch das ganze Theater im Sommer 2019 war erbärmlich, als er sogar von den treusten Paris-Fans abgelehnt wurde, weil er nur noch negativ auffiel - ob im Nachtleben oder durch seine Lustlosigkeit auf dem Rasen.

Dante: "Neymar war noch nie dermaßen inspiriert"

Das Tischtuch schien endgültig zerschnitten, als er das Champions-League-Spiel zwischen dem FC Barcelona und PSG im März 2017 als den schönsten Abend seiner Laufbahn bezeichnete - bei der desaströsen 1:6-Niederlage von PSG trug er noch das Barca-Trikot. Eine Rückkehr nach Barcelona scheiterte, Neymar musste mit heftigen Pfiffen im Prinzenpark klarkommen. Danach schoss er ein entscheidendes Tor nach dem anderen und zeigte sich deutlich demütiger.

Die lächerlichen Schwalben hat er mittlerweile abgelegt. In Lissabon hat er noch keinen Treffer erzielt, aber er war an allen fünf PSG-Toren direkt beteiligt. "Er war noch nie dermaßen inspiriert, stellt Ex-Bayern-Spieler Dante fest. "Er macht einen reifen Eindruck und er ist in Paris endlich beliebt."

Neymar und Tuchel schätzen sich

Coach Tuchel hat Neymar geholfen, bei PSG sein Mega-Gehalt (die Rede ist von 37 Millionen Netto pro Saison) zu rechtfertigen. Selten hat der Brasilianer einen Trainer so respektiert und anerkannt wie den Deutschen.

Nun wollen beide beim allerersten europäischen Endspiel in die Geschichte des seit einer Woche 50 Jahre alten Vereins eingehen. Neymar würde am liebsten seine Auferstehung mit dem entscheidenden Treffer krönen. Die PSG-Anhänger hätten wohl nichts dagegen.

Das Champions-League-Finale zwischen dem FC Bayern München und Paris Saint-Germain sehen Sie am Sonntag ab 20:15 live im ZDF und im Livestream auf ZDFheute.

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