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Gladbach nach dem 0:2 bei Real - Vor dem Tablet ins Achtelfinale gezittert

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Die Fohlenelf zeigt in der Champions League im letzten Gruppenspiel ihre schwächste Leistung. In der K.o.-Runde stehen die Borussen trotzdem - und wollen es dort nun besser machen.

Team der Borussia Moenchengladbach
Es dauerte eine kleine Ewigkeit, bis der Einzug ins Achtelfinale perfekt war.
Quelle: imago

Die souveränen Sieger waren längst in Richtung Kabine abgetaucht, da klebten die Gladbacher Fußballer noch immer gemeinsam am Spielfeldrand - vor einem Tablet. Ihre dürftige Leistung beim 0:2 bei Real Madrid war in diesen Minuten dezent beiseitegeschoben. Denn jetzt interessierte allein, was 1.200 Kilometer weiter nordöstlich in Mailand passierte.

Alltag hier, Highlight dort

Und beim Duell zwischen Inter und Schachtjor Donezk geschah genau das, was die vor Spannung bebenden Borussen im Estadio Alfredo di Stéfano ersehnten - nichts. Die Partie zwischen den Italienern und Ukrainern endete 0:0. Hätte es einen Sieger gegeben, hätten die Niederrheinischen beim Gruppen-Finale in der Champions League nicht nur deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Sondern sie hätten auch das Stoppschild in diesem Wettbewerb vor die Füße gerammt bekommen.

So aber steht die Borussia nach zwei vergeblichen Anläufen (2015, 2016) erstmals im Achtelfinale der Königsklasse - im erlesenen Kreis der europäischen Top-Teams, in den Gegner Real gerade zum 24. Mal in Folge vorgestoßen ist. Alltag für die einen, ein historischer Moment für die anderen.

Um Beistand gebetet

Dass dieses Glücksgefühl ihnen trotz des sportlich enttäuschenden Ausklangs vergönnt war, war den Gladbachern sehr wohl bewusst. Zugleich nahmen sie es aber auch in dem Bewusstsein entgegen, gegen die überaus prominente Konkurrenz eine weitgehend überzeugende Gruppenphase absolviert zu haben.

Unter dem Strich hatten wir heute keine Chance. Aber unter dem noch größeren Strich steht, dass wir es uns verdient haben.
Christoph Kramer

So fasste der Mittelfeldakteur den Weg in die K.o.-Runde zusammen - und dachte an die vorangegangene Zitterpartie mit den Teamkollegen vor dem kleinen Bildschirm. "Es war eine unfassbar lange Nachspielzeit in Mailand", berichtete der 29-Jährige. "Da haben wir um Beistand gebetet, und dann bricht es aus dir heraus."

Kontinuierlich nach oben, jäh nach unten

Die Gesamt-Performance der Borussia in der ersten Phase der Champions League war eine kontinuierliche Steigerung, mit einem zunächst leichten, dann jähen Abfall gegen Ende. Nach anfänglicher Zurückhaltung bewies das Ensemble von Marco Rose in den ersten zwei Duellen mit Inter und Real (jeweils 2:2) viel Mut, bezahlte mit insgesamt drei späten Gegentreffern aber auch Lehrgeld. Es folgten glanzvolle Auftritte gegen den zweimaligen Real-Bezwinger Donezk (6:0, 4:0), bei den Niederlagen gegen Mailand und in Madrid ging die Leistungskurve dann nach unten.

Den Ehrgeiz, sich im Achtelfinale nicht noch einmal so vorführen zu lassen wie am Mittwochabend von Rekordsieger Real, haben die Gladbacher neben dem Stolz auf das Erreichte mit auf die Rückreise ins Rheinland genommen. Am nächsten Montag (12 Uhr) wird ausgelost, die möglichen Gegner der Borussia heißen Manchester City, Liverpool, Paris Saint-Germain, Juventus Turin und Chelsea.

Roses Ehrgeiz ist geweckt

Klangvolle Namen, die in Marco Rose den Ehrgeiz wecken. "Wir haben gegen ein starkes Real Madrid wenig zustande bekommen und sehr verdient verloren", bekannte der Chefcoach des Bundesliga-Siebten, dem bei seinen Spielern vor allem die Überzeugung fehlte, gegen die Spanier mithalten zu können.

Diesen Mangel will Rose ("Wir verlieren hier 0:2 - und die Jungs machen Party") in den beiden Achtelfinal-Partien Mitte Februar und Mitte März unbedingt beheben. Denn, so der gebürtige Leipziger in Madrid: "Wir sind sehr verdient im Achtelfinale. Dort bekommen wir noch mal eine Chance, uns auf diesem Niveau zu beweisen. Da wollen wir gut vorbereitet sein - und ich hoffe, dass wir aus diesem Spiel hier lernen."

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