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Kommentar

Champions-League-Reform : Spiele, Spiele, Spiele ist das Motto

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189 Champions-League-Spiele soll es ab der Saison 2024/25 geben. Der Fußballkalender könnte bald platzen. Mal sehen, ob die Reform den Wettbewerb verbessert.

Kommentar von Martin Schneider zu Champions League Reformen
Kommentar zur Champions-League-Reform von ZDF-Sportreporter Martin Schneider
Quelle: ZDF/dpa

Wenn man sich an die K.-o.-Phase der Champions League rund um die Comeback-Künstler aus Madrid und das Überraschungsteam Villareal erinnert, könnte man fragen: Wozu braucht es überhaupt eine Reform der Königsklasse? Denkt man aber an die teils zähen, eintönigen Gruppenspieltage zwischen September und Dezember zurück, würden vielleicht viele Fußball-Fans nach etwas Neuem schreien.

36 statt 32 Teams in neuer Champions League

Nun liegen die Pläne der UEFA auf dem Tisch. Sie sind nicht so weitreichend, wie sich das Präsident Aleksander Ceferin gewünscht hat, keine Revolution, wie es das Monster Super League gewesen wäre, aber die Mittwochabende werden anders aussehen. Natürlich ergibt sich nach dem chirurgischen Eingriff (nein, die OP ist nicht minimalinvasiv verlaufen) ein Mehr an Spielen.

Aus 125 Partien bislang werden mal eben schlanke 189 Duelle pro Saison. Im neuen Wettbewerb werden 36 statt bisher 32 Mannschaften vertreten sein, gespielt wird nicht mehr wie bisher im Gruppensystem, sondern in einer einzigen Liga.

UEFA, Champions League, Pokal

UEFA-Exekutivkomitee - Europacup-Reform beschlossen 

Die UEFA hat die Reform der europäischen Klubwettbewerbe abgesegnet. Der neue Modus der Königsklasse sieht eine Aufstockung von derzeit 32 auf 36 Teilnehmer vor.

Nach dem Sturmlauf seitens der Vereine gegen die ursprünglich zehn Vorrundenspiele hat jedes Team nun acht Begegnungen zu absolvieren (vier Heim-, vier Auswärtspartien). Danach kommt es wie gehabt zur K.-o-Runde ab den Achtelfinals, für die sich die ersten acht der Tabelle direkt qualifizieren. Die Mannschaften auf den Plätzen 9 bis 24 ermitteln die acht weiteren Teilnehmer in Play-offs.

Kompliziert? Ja. Besser? Mal sehen. Der ohnehin proppenvolle Fußball-Kalender könnte bald platzen. Außerdem werden die nationalen Ligen geschröpft, da sie sich dem engen Zeitplan des Europapokals noch mehr unterordnen müssen. Wie man vernehmen kann, fühlen sich Fanorganisationen auch deswegen trotz anderslautender UEFA-Kommunikation ungehört.

Keine Wildcards für gescheiterte Klubs

Immerhin musste die UEFA die Pläne mit zwei "Notfall-Wildcards" für in der Vergangenheit erfolgreiche, aber bei der nationalen Qualifikation gescheiterte Klubs zurücknehmen. Die Hintertür für strauchelnde Großvereine wurde geschlossen. Gut so, genauso wie die Tatsache, dass es ein nationaler Meister aus einer kleineren Liga (z.B. Serbien oder Schottland) direkt in die Champions League schafft.

Pokal der UEFA Champions League

Fußball-Europapokal - Frankfurt winkt sogar die Champions League 

Von Bayern bis Köln - sieben Europapokal-Plätze für Bundesligisten sind in der Saison 2022/23 vergeben. Mit Eintracht Frankfurt könnten es gar acht werden.

An der wachsenden Dominanz der finanzkräftigsten Liga ändert das alles natürlich nichts. Die Premier League könnte sich dauerhaft mit einem fünften Startplatz als "High-Performer" aus der Vorsaison belohnen, was mit größerer Vielfalt eher wenig zu tun hat.

Königsklasse - ein geschlossener Zirkel

Die Befürworter werden sagen, dass sie die europäische Fußball-Elite erweitern. In Wahrheit wird es viel mehr Spiele geben, hoffentlich spannende Konstellationen schon in der Phase der Ligaspiele. Aber die Champions League wird dieser versteinerte, berechenbare Koloss der Reichen und Superreichen bleiben.

Ein Final-Four-Turnier, so wie 2020 beim Sieg der Bayern in Lissabon (damals wegen Corona), wird es hingegen nicht geben. UEFA-Präsident Ceferin hätte mit der Vergabe der Finalorte bei einigen Verbänden punkten können, die sich dann wiederum bei der nächsten Präsidentenwahl erkenntlich zeigten.

UEFA-Präsident Aleksander Čeferin im Interview.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Fazit

Das Fußball-Business wächst seit Jahren und Jahrzehnten, daran änderte weder ein weltweiter Finanzcrash noch eine Pandemie etwas. Jetzt tobt ein Krieg in Europa und es sind erste, zarte Anzeichen eines Bewusstseinswandels in Klubs und Politik erkennbar. Es wird wichtiger, wo das Geld, das in den Fußball gepumpt wird, herkommt (Beispiel Gazprom).

Die UEFA hat einen klassischen Kompromiss auf dem Kongress in Wien erzielt: die Großen nicht vergrätzt, die Kleineren dazu geholt. Das ganz große sportpolitische Signal aber ist ausgeblieben, unter dem Strich steht wieder mal: mehr Geld und mehr Spiele.

UEFA Champions League

Sport - Champions League 

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Champions League - Halbfinale

Jubel bei Real Madrid.

Champions League - Real Madrid nach Aufholjagd im Endspiel 

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Coquelin (Villarreal) und Fabinho (Liverpool) im Zweikampf.

Champions League - Liverpool ringt Villarreal nieder 

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