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Sportstudio-Gast Rudi Völler - Flammender Appell für das Leistungsprinzip

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Am 19. April will die UEFA über die Reform der Champions League entscheiden. Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler bezieht dazu im aktuellen sportstudio klar Position.

Für Rudi Völler wären Startplätze in der Champions League ohne sportliche Qualifikation über die Liga "das Schlimmste, was dem Fußball passieren kann".

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Rudi Völlers Statistik als Spieler in der Champions League ist klein, aber fein. Acht Mal kickte der gebürtige Hanauer in seiner aktiven Zeit in der europäischen Königsklasse mit, schoss dabei in der Spielzeit 1992/93 für Olympique Marseille zwei Tore - und gewann mit den Südfranzosen im Finale von München beim 1:0 gegen den AC Mailand gleich den Titel.

Abschied von der Gruppenphase

Es war die Premierensaison des wichtigsten Vereinswettbewerbs auf dem Kontinent - der bis dahin Europapokal der Landesmeister hieß und an dem vor allem in den ersten Jahren nach Einführung der Champions League immer wieder mal herumgebastelt wurde. Seit mittlerweile zwei Dekaden ist das System mit einer Gruppenphase mit acht Gruppen à vier Teams unangetastet.

Das soll sich nun ändern, vor wenigen Tagen verschob die UEFA die Entscheidung über die Reform der Champions League ab 2024 auf den 19. April. Kernpunkt der geplanten Neugestaltung ist die Erhöhung der teilnehmenden Klubs von 32 auf 36, die dann - anstatt auf Gruppen aufgeteilt - in einer einzigen Liga spielen und dort ihre Achtelfinalisten ermitteln sollen.

Kompromisslösung – für die ganz Großen

Nicht jeder soll dabei gegen jeden antreten, aber alle sollen mehr Spiele - und somit mehr Einnahmen - als zuvor haben.

Ich hätte am liebsten den jetzigen Modus beibehalten, leider ist es anders gekommen.
Rudi Völler

Aber auch der Sport-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen weiß eben: "Man muss den einen oder anderen Kompromiss eingehen, um auch die großen Klubs zufriedenzustellen."

Immerhin stand zuletzt eine Super League, in der europäische Fußballgiganten wie Real Madrid, Bayern München oder Juventus Turin dann ganz unter sich spielen würden, als Drohszenario im Raum. So weit wird es nun wohl nicht kommen. Wozu es seiner Meinung nach aber auch nicht kommen darf, machte Rudi Völler in einem flammenden Appell im "aktuellen sportstudio" deutlich.

Völler fürchtet eine "unglaubliche Ungerechtigkeit"

Zentraler Zankapfel ist die Frage, wie die vier neuen Plätze in der Königsklasse verteilt werden sollen. Das Modell der UEFA sieht vor, zwei bis drei der zusätzlichen Eintrittskarten über eine Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs zu vergeben.

Dadurch würden Vereine, die sich nicht über die Liga qualifiziert haben, von ihren früheren Erfolgen profitieren.

Wenn dieses Leistungsprinzip ausgehebelt wird, würde ich das als furchtbar, als eine unglaubliche Ungerechtigkeit empfinden,

machte Völler deutlich.

Der 60-Jährige geht sogar noch einen Schritt weiter – mit seiner Vermutung, dass nicht einmal die Fans der betroffenen Klubs eine solche Änderung der Zulassungskriterien akzeptieren würden. "Ich glaube, das ist das Schlimmste, was dem Fußball passieren kann: Wenn keine sportliche Qualifikation über den nationalen Wettbewerb da ist", argumentiert der frühere Stürmer.

Rudi Völler zählt zu den sichersten Schützen an der Torwand des aktuellen sportstudios. 1985 traf er gar fünf Mal.

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Klare Aufforderung an Ceferin und Koch

Für sein ausgleichendes, beruhigendes Gemüt ist Völler ebenso bekannt wie für seine - im Bedarfsfall - scharfen Positionen. Die anstehende Reform der Champions League zum Beispiel trifft genau seinen Nerv – und seinen Unmut über den möglichen Beschluss leitete Völler direkt an zwei führende Protagonisten im kontinentalen Dachverband weiter: UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und DFB-Vizepräsident Rainer Koch, Mitglied im Exekutivkomitee der UEFA.

Man könne alles verändern, Europas Meisterklasse sei schon einige Male modifiziert worden, sagt der Champions-League-Sieger von 1993. Doch diesmal gilt für die handelnden Herren Ceferin und Koch in Völlers Augen: "Ich glaube, die UEFA täte gut daran, auch mit Hilfe des DFB-Vertreters, hier ein Zeichen zu setzen."

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