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Talent schlägt Tackling

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Fußball-Training unter Auflagen - Talent schlägt Tackling

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Seit letzter Woche trainieren die Fußball-Bundesligisten unter strengen Corona-Auflagen wieder. Der Sportwissenschaftler Daniel Memmert gibt Tipps für die aktuelle Sondersituation.

1. FC Köln - Training
Training unter erschwerten Bedingungen beim 1. FC Köln
Quelle: imago

Die erste Trainingswoche unter Corona-Bedingungen hat Markus Gisdol inzwischen hinter sich - und dabei konnte der Chefcoach des 1. FC Köln vor allem eines feststellen: "Es ist tatsächlich nicht einfach." Denn: "Mit normalem Training auf Wettkampfniveau hatte das noch nicht arg viel zu tun."

Kreativität der Fußballtrainer gefragt

Da die Spieler der Bundesligisten die Abstandsregeln beachten und Körperkontakt und Zweikämpfe vermeiden sollen, stehen in Köln und bei den anderen Profiklubs bislang Passübungen, Lauftraining und technische Feinarbeit im Mittelpunkt. Und am Horizont schimmert der aktuelle Plan der Deutschen Fußball Liga, Anfang Mai den Spielbetrieb wieder aufzunehmen.

"Man wird erst relativ spät dazu kommen, im Training wieder im gewohnten fünf gegen fünf zu agieren. Deshalb ist jetzt die Kreativität der Trainer gefragt, das mit ihren Spielern irgendwie zu kompensieren", betont Professor Daniel Memmert im Gespräch mit zdfsport.de.

In kleinen Gruppen und mit Sicherheitsabstand haben fast alle Klubs der Fußball-Bundesliga das Training auf dem Platz wieder aufgenommen.

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2 min
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Vom Rasen ins Internet

Der gebürtige Franke leitet an der Deutschen Sporthochschule Köln das Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik. Und er rät den Vereinen in der momentanen Lage, intensiv mit Videosequenzen und Online-Angeboten für die Profis zu arbeiten.

"Die Visualisierung der taktischen Dinge ist ganz wichtig. Die sollte man in der Zeit, in der man nicht auf dem Platz ist, verstärken", empfiehlt Memmert, der zudem auf die Bedeutung des Trainings kognitiver Prozesse hinweist. "Die Spieler sollen an ihrem Arbeitsgedächtnis, an ihrem Aufmerksamkeitsfenster arbeiten. Auch das kann man sehr gut online machen."

Vorteil für Hochbegabte

Zusätzlich, so der 48-Jährige, müssten die Klubs versuchen, Strategien und taktische Abläufe mit Web-Konferenzen aufzufangen. Doch auch das in der Vergangenheit Geleistete wird bei einem Neustart laut Memmert zum Tragen kommen.

"Diejenigen, die eine gute Basis, die ein in allen Facetten qualitativ gutes Training vor Corona genossen haben, werden eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, Spiele zu gewinnen", prophezeit der Kölner Sportwissenschaftler, der beim Wiedereinstieg noch einen zweiten Aspekt als entscheidend erachtet: das Talent.

Überraschungen vorprogrammiert

"Es gibt die Fleißigen, die über viele Trainingseinheiten auf ein hohes Level gelangen, beispielsweise am Ende einer Einheit noch 200 Freistöße schießen. Und es gibt die Talente, die das, wie auch immer, mit 20 Freistößen schaffen. Oder auch mit gar keinem", sagt Memmert.

Gute Grundlagen und Talent werden sich in seinen Augen speziell in den ersten ein, zwei Spielen nach der Corona-Pause durchsetzen. "Da werden“, so Memmerts Prognose, "die Ergebnisse tatsächlich ein bisschen anders sein, als man das vorhersehen würde."

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