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DFB-Präsident Keller rechnet mit Insolvenzen

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"Werden einige vermissen" - DFB-Präsident Keller rechnet mit Insolvenzen

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Die Gefahr von Insolvenzen im deutschen Profi-Fußball wird mit jedem Wochenende ohne Spieltag größer. DFB-Präsident Fritz Keller befürchtet das Schlimmste.

DFB-Präsident Fritz Keller
DFB-Präsident Fritz Keller
Quelle: dpa

Die Angst vor dramatischen Folgen für den deutschen Fußball durch die Coronavirus-Pandemie nimmt zu. "Ich glaube nicht, dass nach der Corona-Krise die Landschaft des Fußballs gleich sein wird wie heute", sagte DFB-Boss Fritz Keller dem TV-Sender Phoenix. Keller weiter:

Wir werden einige vermissen, und ich glaube, je länger das geht, umso mehr Insolvenzen werden wir auch im Profifußball haben.
Fritz Keller

Gefährdet seien "nicht nur die Profis, sondern alle Ligen von der Verbandsliga bis zur Kreisklasse - und der gesamte Sport. Alle leiden darunter", so Keller.

13 Klubs akut bedroht

Wie sehr unter der Unterbrechung gelitten wird, zeigen die Sparmaßnahmen der Vereine. Durch Kurzarbeit und Gehaltsverzicht bei den Profis versuchen die Klubs, bis zu einem erhofften Wiederbeginn der Spielzeit über die Runden zu kommen. Dennoch sind laut "Kicker" 13 der 36 Erst- und Zweitligisten akut von der Insolvenz bedroht.

Laut der "FAZ" arbeitet die internationale Investmentbank Nomura bereits seit Wochen im Auftrag des Profifußballs an einem Finanz-Notplan. Nomura soll den Klubs einen Überbrückungskredit in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro besorgen, falls die Spielzeit abgebrochen werden muss oder die derzeit laufenden Gespräche mit dem größten Medienrechte-Inhaber Sky zu keinem Ergebnis führen.

Falls der Ball im Mai immer noch nicht rollt, könnte das Szenario eintreten, das Christian Seifert schon Mitte März prophezeite. "Dann brauchen wir uns nicht mehr darüber zu streiten, ob es 18 oder 20 Bundesligisten sein sollen", hatte der Boss der Deutschen Fußball Liga (DFL) damals gesagt: "Denn dann wird es keine 20 Profiklubs mehr geben."

Drastische Formulierung auf Schalke-Homepage

Wie dramatisch die Lage ist, macht das Beispiel Schalke 04 deutlich. "Der Verein steht aktuell vor einer potenziell existenzbedrohenden wirtschaftlichen Situation", hieß es auf der Internetseite des Klubs. Eine derart drastische Formulierung auf der Homepage eines Klubs, wo sonst fast nur Erfolgsmeldungen auftauchen und Negativ-Berichterstattung kaum stattfindet, lässt das Schlimmste befürchten.

Rettung versprechen derzeit lediglich die anvisierten "Geisterspiele" unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nur dann fließen wieder die Mediengelder - die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Klubs. Darauf baut auch Keller. Der Profifußball könne es schaffen, "wenn wir so früh wie möglich, natürlich nur unter den Bedingungen, niemanden zu gefährden, und unter Zuschauerausschluss, wieder Spiele durchführen können".

Geisterspiele für 3. Liga keine Option

Für die 3. Liga gilt das allerdings nur bedingt. Ohne Zuschauer würde den Vereinen, die wesentlich weniger TV-Gelder als die Erst- und Zweitligisten einstreichen, eine wichtige Säule der Finanzierung fehlen. Die Liga könnte eine Reihe der sogenannten "Planinsolvenzen" erleben - falls die Gläubiger mitspielen.

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