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Lebenszeichen aus der Höhle der Löwen

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DFB-Pokal | 1860 München - Lebenszeichen aus der Höhle der Löwen

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1860 München greift auf dem Weg zurück in die zweite Liga neu an. Ein Erfolg im Pokal gegen Eintracht Frankfurt könnte die Rückkehr beschleunigen.

Archiv: Aaron Berzel (l-r), Tim Rieder, Torschütze Sascha Mölders und Stefan Lex von 1860 München jubeln über den Treffer zum 0:1.
Kapitän Sascha Mölders im Kreise seiner "Löwen"
Quelle: dpa

Die Rückkehr in die zweite Liga bleibt das große Ziel des Drittligisten 1860 München. Nach einem jähen Absturz bringt das Duell im DFB-Pokal gegen Eintracht Frankfurt zusätzliche Einnahmen, um den 4,5-Millionen-Euro-Etat zu decken.

1860 heute im Pokal gegen Frankfurt

Dass Sascha Mölders bei der Wahl zu Deutschlands Fußballer des Jahres 2020 vor Manuel Neuer landete, haben nicht alle bemerkt. Es ist den Fans des TSV 1860 München zu verdanken, dass das Votum eine Bühne erhielt. Sie feierten die zwei Stimmen mehr für ihren Stürmer wie einen historischen Derby-Sieg über den Stadtrivalen FC Bayern.

Der "Triumph" blieb dennoch ein Rätsel, das zumindest die Ernsthaftigkeit solcher Wahlen in Frage stellt. Mölders fand die Sache kurios und mutmaßte grinsend, seine Gönner hätten am Abend zuvor wohl zu intensiv alkoholischen Getränken zugesprochen.

Zarter Aufschwung eines Krisenklubs

Anders als viele Anhänger wusste der Löwen-Stürmer das Voting richtig einzuordnen. Der 35-Jährige gehörte während seiner Karriere nie zur Glitzerwelt des Fußballs.

Man kann Mölders' Erfolg, es unter die besten 18 deutschen Kicker geschafft zu haben, aber auch als Hinweis für den zarten Aufschwung sehen, den sein krisengeschüttelter Klub nach einem brutalen Absturz erlebt.

Die erste Pokalrunde gegen Frankfurt bringt vorerst den Hauch des großen Fußballs für einen Verein zurück, der fast ganz unten angekommen schien.

Rückblick: An der Tür zur Champions League

Im Jahr 2000 wähnte sich 1860 als Bundesliga-Vierter in der nationalen Spitze angekommen. Nur knapp scheiterte das Team um Thomas Häßler in der Qualifikation zur Champions League an Leeds United.

Dem Abstieg vier Jahre später folgten weitere Rückschläge. Die Löwen verschluckten sich als Bau-Partner des FC Bayern finanziell nicht nur an der ambitionierten Allianz-Arena, sie standen am Rande der Insolvenz. Selbst als der umstrittene Präsident Karl-Heinz Wildmoser 2004 zurücktrat, fand der Klub keine Ruhe.

Bis in die Regionalliga durchgereicht

Die Sechziger wären beinahe zerbrochen, nachdem 2011 der umtriebige jordanische Investor Hasan Ismaik auftauchte. Statt des erhofften großen Wurfes wurde man aus der zweiten Liga bis in die viertklassige Regionalliga durchgereicht.

Für den heutigen Löwen-Präsidenten Robert Reisinger wirkten überzogene Erwartungen und eine fatale "Hire-and-fire-Politik" wie ein Brandbeschleuniger.

Die Grabenkämpfe gehören der Vergangenheit an, beteuert man. Inzwischen eint die Streithähne der Wunsch nach realistischem sportlichen Erfolg.

Ziel zweite Liga

Hier kommt wieder Mölders ins Spiel. Als Frankfurts Trainer Adi Hütter über den kampfstarken und kompakten Gegner sprach, erwähnte der Österreicher ausdrücklich den Stürmer, der 2016 ins Löwen-Trikot schlüpfte. Dessen "15 Tore und 15 Assists" vergangene Saison seien ein Statement.   

"Wir alle wollen zurück in die zweite Liga und schaffen das auch," sagte Reisinger und versprach vertretbares wirtschaftliches Handeln und ein durchdachtes sportliches Konzept.

Und Mölders? Den scheint der Stimmungsumschwung in Giesing beeindruckt zu haben. Statt wie angekündigt seine Karriere zu beenden, verlängerte er seinen Vertrag bis 2022 und geht als neuer Löwen-Kapitän in die Pokal-Herausforderung gegen die Eintracht.

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