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DFB-Pokal | Achtelfinale - RW Essen: Mit aller Macht durchs Nadelöhr

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Im Achtelfinale des DFB-Pokals will Rot-Weiss Essen den nächsten Favoriten stürzen. Vor allem aber plant der Traditionsklub aus dem Ruhrgebiet den Aufstieg in die Dritte Liga.

Vor zwei Wochen hatte Rot-Weiss Essen einige Herren aus dem Rheinland zu Besuch. Im Vorfeld des Pokal-Achtelfinals, in dem der Regionalligist heute (18:30 Uhr) den Bundesliga-Fünften Leverkusen empfängt, schaute unter anderem Bayers Chef-Greenkeeper Georg Schmitz vorbei. Um den Rasen im Stadion an der Essener Hafenstraße zu inspizieren.

Der einzige Viertligist im Achtelfinale

Leverkusens Rasenspezialisten waren seitdem noch mehrere Male vor Ort. Denn das Essener Geläuf hat durch die vielen Spiele von RWE und den Bundesliga-Frauen der ortsansässigen SGS arg gelitten. "Von unserem Platz war die Delegation aus Leverkusen, glaube ich, nicht so begeistert. Das ist schon eine kleine Buckelwiese", sagt Marcus Uhlig, Vorstandschef von Rot-Weiss Essen. Stolzer ist Uhlig da schon auf das anstehende Pokal-Highlight gegen die Werkself.

Fußball ist im Ruhrgebiet so tief verwurzelt wie in kaum einer anderen Region. Und hier ist die Dichte der abgehängten Traditionsvereine besonders groß. Der Status quo in Oberhausen, Essen und Duisburg.

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"Wir haben es als einziger Viertligist bis in die dritte Runde geschafft. Das ist für alle Beteiligten hier ein ganz tolles Erlebnis", schwärmt Uhlig im Gespräch mit ZDFheute - über einen Verein, der gerade drauf und dran ist, aus seinem langen Dornröschenschlaf zu erwachen.

Großes Potenzial schlummert im Verein

In der Regionalliga West liefern sich die Essener in dieser Saison ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf höchstem Niveau - mit der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund. Der Konkurrenz sind die beiden Teams längst weit enteilt. Und aus Sicht von RWE, das seit einem Jahr kein Pflichtspiel mehr verloren hat:

Wir wollen hoch, und wir wollen auch mit aller Macht hoch.
Marcus Uhlig, Vorstandschef RW Essen

Den Sprung von der Vierten in die Dritte Liga bezeichnet der 49-Jährige als "das kleinste Nadelöhr im deutschen Fußball". Und sind die Kicker aus der 580.000-Einwohner-Stadt im Pott dort erst mal durchgeschlüpft, könne man über das große Potenzial sprechen, das in diesem Verein schlummere.

RW Essen auf dem Weg ins Hier und Jetzt

Bis dahin verordnet der Chef den Rot-Weissen Bescheidenheit - schließlich weiß Uhlig, in welchem Umfeld er sich bewegt. Seinen Klub zählt er zu den "ganz wenigen, ganz besonderen, relativ weit unten stehenden Traditionsklubs" mit "einer ganz besonderen Aura", und sieht ihn dabei in einer Riege mit 1860 München, Eintracht Braunschweig und Kickers Offenbach.

Diese Vereine eint neben ihrem enormen Fanpotenzial allerdings auch das Problem, dass immer besonders viele Leute mitreden wollen - und eine entsprechende Unruhe herrscht.

"Dieser Verein hat in der Vergangenheit zu viel über das Übermorgen und das Vorgestern gesprochen", findet Uhlig, der seit gut drei Jahren dabei ist, den DFB-Pokalsieger von 1953 und Deutschen Meister von 1955 im Hier und Jetzt zu verankern.

Ein neuer Trainer, zehn neue Spieler

So wurde im vergangenen Sommer, nachdem die Regionalligasaison coronabedingt abgebrochen worden und nicht Essen, sondern Verl in die Dritte Liga aufgestiegen war, der Status quo noch mal kritisch überprüft. Mit Christian Neidhart kam ein neuer Trainer. Insgesamt zwölf Spieler wurden abgegeben, zehn neue kamen dazu.

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Frisch an Bord im knapp drei Millionen Euro teuren Kader sind zum Beispiel Torwart Daniel Davari, der mit Braunschweig schon in der Bundesliga gespielt hat und für den Iran an der WM 2014 teilnahm. Oder Angreifer Simon Engelmann, der seine Treffsicherheit zuletzt nicht nur in der Regionalliga unter Beweis stellte - sondern auch bei den beiden Pokalerfolgen gegen Bielefeld und Düsseldorf.

RWE will Leverkusen die Lust am Spiel rauben

Mit dem Team von Peter Bosz fährt nun der dritte Cup-Kontrahent aus Nordrhein-Westfalen an der Hafenstraße vor. "Da kommt schon eine gehörige Qualität auf uns zu", weiß Uhlig, entsprechend lautet der schlichte Vorschlag des ambitionierten RWE-Chefs: "Wir wollen schnell dafür sorgen, dass die Leverkusener möglichst wenig Bock auf dieses Spiel haben."

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