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BVB im Pokalfinale - Dortmunds Joker für die Mitte

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Mahmoud Dahoud hat sich als feste Größe in Borussia Dortmunds starkem Saisonfinish etabliert. Auch im heutigen DFB-Pokalfinale gegen Leipzig könnte er ein Schlüsselspieler werden.

Mahmoud Dahoud ( Borussia Dortmund), aufgenommen am 20.03.2021
Dortmunds Mahmoud Dahoud.
Quelle: AP

Das Tänzchen bei der Generalprobe klappte schon hervorragend. Gleich drei Leipzigern zeigte Mahmoud Dahoud im jüngsten Bundesliga-Duell, wie man sich aus misslicher Lage befreit. Eine Täuschung, eine waghalsige Pirouette - schon hatte Dortmunds Mittelfeldspieler die Attacke vorm eigenen Strafraum pariert. Aktuell hat er den Mumm und die Form, um das Spiel im Zentrum der Borussia auch unter Druck zu prägen - die fußballerische Qualität dazu hat er seit jeher.

Wenn Mo konzentriert und mit Selbstvertrauen spielt, hat er ein großes Repertoire,

sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc schon vor Wochen. Inzwischen ist das selbst für viele eher kritische Fans von Schwarz-Gelb offensichtlich. Dahoud ist ein Baustein des Dortmunder Aufschwungs.

Auch dank ihm könnte die Saison der Westfalen doch noch auf einem Champions-League-Rang enden. Und der Pokal-Showdown heute Abend gegen RB Leipzig (20.45 Uhr/ARD, und hier im Liveticker) im fünften Pokaltriumph der Klubgeschichte.

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Dahoud tanzt und gewinnt Zweikämpfe

Die Leipziger sind gewarnt, Dahoud war beim 3:2-Krimi am vergangenen Samstag im früheren Westfalenstadion einer der besten Borussen. Außer dem Tänzchen gewann er etliche weitere Zweikämpfe in der Mitte - das für RB-typische Umschaltmomente entscheidendes Terrain. Außerdem zeigte der 25-Jährige starke Vertikalpässe im Aufbau.

Dass Distanzschütze Dahoud nicht lange fackelt, hat sich RB-Keeper Peter Gulacsi vermutlich ebenso fürs Finale gemerkt. Es war kein Zufall, dass die Partie zu kippen drohte, als Dortmunds Nummer acht angeschlagen das Feld verließ und der BVB die Dominanz im Zentrum verlor.

BVB-Karriere als Achterbahnfahrt

Seit seinem Treffer im Achtelfinale der Königsklasse beim FC Sevilla spielt Dahoud auf hohem Niveau. Er ist dem Durchbruch in Dortmund so nahe wie nie, seit er im Sommer 2017 für 12 Millionen Euro frisch gebackener U21-Europameister ins Ruhrgebiet wechselte. Seine Karriere in Schwarz-Gelb bislang: eine Achterbahnfahrt.

Oft gelang es dem Hochbegabten nicht mal, innerhalb eines Spieles konstant zu sein. Ein blöder Fehlpass, ein Stellungsfehler - stets hatte er das Talent, selbst eine Top-Leistung zu torpedieren. Vielen blieb er als Fehlschütze 2019 in Erinnerung: Im Titel-Showdown beim FC Bayern traf er das leere Tor nicht. Dortmund verlor das Spiel und auch die greifbar nahe Meisterschaft. 

Vom Wechselkandidaten zum wichtigen Bestandteil

Mit nur noch 22 Pflichtspielen für den BVB hatte er da bereits einen Rückschritt gemacht, nach 34 Einsätzen im Debütjahr. 19/20 waren es sogar nur 14. An acht Tore und 16 Assist aus zwei Jahren Gladbach kam er ohnehin nicht mehr ran. Magere elf Scorerpunkte in fünf Spielzeiten im Revier stehen zu Buche. Kein Wunder, dass er regelmäßig als Wechselkandidat galt.

Selbst diese Saison war ein Auf und Ab. Dahoud begann stark und belohnte sich mit dem Sprung ins Nationalteam. Der Trainerwechsel zu Edin Terzic beförderte den Techniker aufs Abstellgleis. Im Winter wurde er mit Marseille und Monaco in Verbindung gebracht.

Im Frühjahr suspendierte Terzic ihn nach einem Zoff im Training, ehe er in Sevilla ein unverhofftes Startelf-Comeback feierte und der Trainer seinem Mittelfeld-Joker neuen Mut machte: "Mo ist ein total wichtiger Bestandteil unseres Kaders."

Bleibt er oder geht er?

Seitdem hat der Rechtsfuß in 16 von 18 möglichen Partien von Beginn an gespielt. Dahoud zahlt das Vertrauen zurück - mit Laufbereitschaft, Übersicht und Kreativität. Sein Klasse-Pass auf Erling Haaland beim Sieg in Wolfsburg steht für den Trend.

Damit betreibt Dahoud beste Werbung in eigener Sache. Im Sommer geht er in sein letztes, üppig dotiertes Vertragsjahr beim BVB. Beide Seiten müssen entscheiden, ob er beim Neuanfang mithilft und vielleicht sogar verlängert. Oder ob der Klub die vorerst letzte Chance auf eine Ablöse nutzt.

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