ZDFheute

Löw ist mit seinem Konzept gescheitert

Sie sind hier:

Kommentar zum DFB-Team - Löw ist mit seinem Konzept gescheitert

Datum:

Das Länderspieljahr 2020 endet mit einer Demütigung. Joachim Löw ist mit seinem Konzept der Erneuerung gescheitert. Ein neuer Trainer muss das Ruder herumreißen.

Kommentar: Béla Réthy zu Joachim Jöw
Kommentar: Béla Réthy zu Joachim Jöw
Quelle: ZDF/Imago

Das kurze Länderspieljahr 2020 ist zu Ende. Die einst populärste Mannschaft des Landes beendet diesen Abschnitt mit der höchsten Niederlage seit 1931. Die in diesem Jahr bis zum 0:6 in Spanien mehr schlecht als recht ungeschlagene Nationalelf hat sich für höhere Aufgaben disqualifiziert. Joachim Löw ist mit seinem Konzept der Erneuerung gescheitert.

Eine historische Schmach: Eine heillos überforderte Nationalmannschaft verliert gegen Spanien mit 0:6 und erlebt damit das schlimmste Debakel seit 89 Jahren.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Deutschland hat jetzt auch sein 1:7. Brasiliens Nationaltrainer, Felipe Scolari, musste nach diesem Debakel gehen. Für den Bundestrainer gibt es auch kein Zurück mehr. Wenn in vier Monaten das nächste Spiel ansteht muss ein neuer Trainer das Ruder herumreißen. Die unbestritten großen Verdienste Joachim Löws für den deutschen Fußball, was spielerische Qualität und den WM-Erfolg 2014 angehen, werden bleiben. Er selber sollte nun aber gehen. Für 14 meist erfolgreiche Jahre verdient er die allerhöchste Anerkennung.

Man kann das Jahr 2020 aber nicht losgelöst von einer Entwicklung betrachten, die 2018 in einem russischen Sommer begann. Das trübe Stimmungsbild, das weitgehend unabhängig von den Resultaten besteht, steht schon seit jener WM auf der Staffelage.

Es gibt drei Phasen seit 2018. Den Einbruch, den Umbruch und den erhofften Aufbruch. Dieser ist seit dem 0:6 in Spanien beendet.

Bundestrainer Joachim Löw zeigt sich nach dem 0:6-Debakel gegen Spanien in der Nations League eher hilf- und ratlos.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Löws Panikreaktion

Nach der beschämenden Weltmeisterschaft in Russland hätte es kaum einen großen Verband gegeben, der an seinem Trainer festgehalten hätte. Joachim Löws Brasilien-Kredit war bis auf den letzten Cent aufgebraucht.

Nachdem er aus monatelanger Isolation aufgetaucht war, gab es zwar Selbstkritik, aber keine Besserung. Weitere uninspirierte Auftritte in der Nations League 2018, kein einziger Sieg, Abstieg (der später durch eine Reform verhindert wurde). Erst danach wird der Bundestrainer zum Umdenken gezwungen. Und er startet mit einer Panikreaktion. Das unwiderrufliche Aus von Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng. Eine Entscheidung, die zum damaligen Zeitpunkt erklärbar war, außer in ihrer Endgültigkeit.

Getrieben womöglich von dem Gedanken, es wie 2010 zu tun, als von Löw nicht planbar, der DFB-Kapitän Michael Ballack sich vor dem Turnier in Südafrika verletzt hat. Es entwickelte sich eine neue Hierarchie, Spieler wie Sami Khedira oder Thomas Müller rückten in den Fokus. Philipp Lahm wurde Kapitän. Die Basis für den WM-Titel 2014 war gelegt. Dieser große Erfolg hat Joachim Löw in andere Sphären geschossen.Von da an war er für andere Meinungen, Ideen oder Impulse fast nicht empfänglich. Einer akzeptablen EM folgte das Desaster in Russland 2018 .

Nach monatelanger Isolation begann die Aufarbeitung mit miserablen Spielen in der Nations League.

Auch wenn noch elf Feldspieler aus dem WM-Kader von 2018 dabei sind, will der Bundestrainer neue Hierarchien schaffen und verzichtet dabei auf die besten deutschen Abwehrspieler Hummels und Boateng. Auf einen im Klub phänomenalen Müller, der aber angesichts eines offensiven Überangebots verzichtbarer erscheint, doch auch das Spiel gegen Spanien hat gezeigt, dass genau so ein Spieler fehlt. Die fehlende Kommunikation auf dem Platz ist nur eines der zahlreichen Probleme. Körpersprache, Antrieb, Willen war all den anderen nicht anzumerken. Es braucht einen Typus Müller. Der 17. November sollte der Tag seiner Rückkehr sein.

Die Suche nach einem neuen Boss

Das Länderspieljahr 2020 endet mit der Demütigung eines viermaligen Weltmeisters.

Die Monate bis es im Frühjahr weitergeht, verbringt man am besten mit der Suche nach einem neuen Boss. Der Bundestrainer wird mit dem Ballast nicht mehr umgehen können. Wenn eine Mannschaft so viel Leblosigkeit ausstrahlt, hat der Trainer die Verantwortung. In der Außenwirkung vor dem Bildschirm scheint Joachim Löw resigniert zu haben.

Ein Nachfolger könnte im übrigen ohne Gesichtsverlust drei der besten deutschen Fußballspieler wieder ins Boot holen. Bevor es ganz untergeht.

Belgiens Nationalspieler feiern ein Tor in der Nations League gegen Dänemark

Fußball | Nations League -
Belgien und Italien komplettieren Final Four
 

Die Spiele der Nations League im Liveticker

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.