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Bundesligen vor kniffliger Saison

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Den Teams der Fußball-Bundesligen steht eine extrem schwierige Saison bevor. Bestehen bleibt die Möglichkeit der fünf Auswechslungen. Das beschlossen heute die 36 Profiklubs.

Christian Seifert am 03.09.2020 in Frankfurt
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert rechnet mit einer anspruchsvollen Spielzeit.
Quelle: dpa

DFL-Chef Christian Seifert hat den deutschen Profifußball wegen der anhaltenden Corona-Krise auf eine schwierige Saison eingeschworen. "Die Organisation und Durchführung dieser Spielzeit wird um ein Vielfaches komplizierter als die Beendigung der letzten Spielzeit", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag nach einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung in Frankfurt am Main.

Man muss kein Philosoph und kein Prophet sein, um die Aussage zu treffen, dass dies die anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit des professionellen Fußballs in Deutschland wird.
Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer

Die 1. und 2. Bundesliga wollen am 18. September in die neue Saison starten. Dabei müssen die Klubs weiterhin vor weitgehend leeren Rängen spielen. Angesichts der Corona-Krise würden die DFL und ihre Klubs ein "Höchstmaß an Energie" benötigen, um die kommende Saison zu bewältigen, sagte Seifert. Es bedürfe bei der Planung "Besonnenheit und Mut".

Rückkehr von Zuschauern erwünscht

Trotz des noch mindestens bis Ende Oktober geltenden Verbots für Sport-Großveranstaltungen warb Seifert erneut für eine Zulassung von Zuschauern. Die Frage, ob dies bei steigenden Corona-Infektionszahlen das richtige Zeichen wäre, sei zwar "absolut berechtigt und die muss auch gestellt werden", sagte Seifert.

Egal, ob ein paar Hundert oder Tausende wie in Leipzig: Die DFL will in den Bundesligen die Rückkehr von Fans forcieren. Das letzte Wort werden aber die Gesundheitsämter haben.

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Die Rückkehr von Fans könne aber auch "ein ganz wichtiges und sehr positives Zeichen sein. Ein Zeichen, dass sich tausende Menschen sehr wohl an Hygieneregeln halten wollen und halten können", so Seifert. Sein Wunsch nach der Wiederzulassung von Zuschauern gelte auch für andere Sportligen.

"Meine Kollegen im Eishockey, Basketball, Handball, Volleyball kämpfen in den nächsten Monaten um ihre blanke Existenz und viele Einzelsportarten auch", sagte der DFL-Chef. Auch viele Veranstalter und Beschäftigte im Kulturbereich "blicken derzeit in einen ziemlich tiefen und finsteren Abgrund", fügte der 51-Jährige hinzu.

Wettbewerbsverzerrung keine Streitthema

Die unterschiedlichen Bestimmungen zur Zulassung von Zuschauern seien für Vereine keine Wettbewerbsverzerrung. "Ich würde das scharfe Schwert der Wettbewerbsverzerrung mal stecken lassen, aber das hat heute auch keiner gezogen", sagte Seifert. "Das trifft für mich auch nicht den Kern." Selbst mit einigen Zuschauern werde wegen der Corona-Pandemie unter sehr besonderen Voraussetzungen gespielt.

Ich finde es viel zu hoch geschossen, von Wettbewerbsverzerrung zu sprechen.
Christian Seifert, DFL-Geschäftsführer

In Leipzig hatten die zuständigen Behörden am Dienstag grünes Licht für die Zulassung von bis zu 8.500 Zuschauern bei Heimspielen von Bundesligist Rasenballsport Leipzig gegeben. In Berlin sieht die Corona-Verordnung bis zu 5.000 Fans vor. In anderen Bundesländern werden dagegen keine oder nur wenige Hundert Zuschauer zugelassen.

"Grundsätzlich" sei die DFL dafür, dass es zu einer "bundeseinheitlichen Regelung" kommt, sagte Seifert. Das sei bei der Mitgliederversammlung kein Streitthema gewesen.

Keine fünf Wechsel in Liga drei

Bereits Anfang der Woche hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) entschieden, im DFB-Pokal der Männer und Frauen, der Frauen-Bundesliga sowie der 2. Frauen-Bundesliga weiterhin fünf Wechsel zu erlauben. Nicht zur Anwendung kommt die Regelung dagegen in der 3. Liga.

Die Klubs und der Ausschuss hatten sich mehrheitlich dafür ausgesprochen, zur vorherigen Beschränkung auf drei Auswechslungen zurückzukehren.

Grünes Licht für Hygienekonzept

Grünes Licht haben die Profiklubs auch für das überarbeitete Hygienekonzept gegeben. Rund um den Spielbetrieb wird künftig beim Corona-Testungsschema eine Gliederung in drei Stufen der Pandemie-Aktivität vorgenommen.

Die Einteilung folgt der Anzahl an Neuinfektionen pro Woche pro 100.000 Bürger im jeweiligen Landkreis eines Klubs und den angrenzenden Landkreisen. Das Pandemie-Level gilt ab 35 Neuinfektionen als "hoch", zwischen 5 und 35 als "mittel" und unterhalb von 5 als "niedrig".

Die Vereine haben dazu Konzepte erarbeitet. Wie viele Fans zum Bundesligastart ins Stadion dürfen, wird regional sehr unterschiedlich sein.

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