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Dortmunds Problem mit der Spannkraft

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Fußball | DFL-Supercup - Dortmunds Problem mit der Spannkraft

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Neue Saison, frische Spieler - die alten Probleme. Vorm ersten Kräftemessen mit dem FC Bayern (Mittwoch, 20.30 Uhr / ZDF) gibt Borussia Dortmund mal wieder Rätsel auf.

Erling Haaland (Borussia Dortmund) beim Bundesliga-Spiel am 26.9.2020 gegen den FC Augsburg.
Bedient nach dem 0:2 gegen den FC Augsburg: Erling Haaland.
Quelle: Alexander Hassenstein/pool/epa-efe/shutterstock

Dortmunds Sportdirektor hätte drauf kommen können, dass er diese Sätze mal bereut. "Wir haben beim FC Bayern unter Hansi Flick eine besondere Bereitschaft gesehen, immer und in jeder Situation hundert Prozent zu bringen“, sagte Michael Zorc der Sonntagsausgabe der "FAZ" und erhob die Kunst der Münchner Eigenmotivation forsch zum eigenen Anspruch: "Natürlich wollen wir uns auch in diese Richtung entwickeln." Leider musste sein BVB zwischen Interview und Abdruck noch beim FC Augsburg antreten.

Enttäuschung beim FC Augsburg

Mit einem wieder mal saft- und kraftlosen Auftritt beim Außenseiter FC Augsburg torpedierte die Borussia Zorcs Zielsetzung schon im zweiten Liga-Spiel der Saison. Anstatt Selbstvertrauen zu sammeln für das erste Kräftemessen mit dem Branchenprimus aus München, sehen sich die ambitionierten Westfalen vorm Prestigeduell im Supercup erneut der unangenehmen Frage nach ihrer Einstellung ausgesetzt.

Am Mittwoch, 20.30 Uhr, spielen der FC Bayern und der BVB um den Supercup (ZDF live). Seit Jahren das Duell der beiden besten Teams Deutschlands - trotz ungleicher Vorzeichen. Ein Situationsbericht.

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Jeder kann mal verlieren - selbst nimmersatte Titelsammler aus Bayern, wie ganz aktuell gegen Hoffenheim zu bestaunen war. Aber während die vom Spielplan gestressten Motivationskünstler aus München erstmals seit dem 7. Dezember des Vorjahres (!) ohne Punkte vom Platz gingen, rutscht der Dortmunder Edelkader deutlich öfter aus, vielfach bei vermeintlich kleinen Gegnern.

Dauernde Rückfälle

Halbherzige Auftritte, fehlende Wehrhaftigkeit - wie in einer Zeitschleife fällt das Team von Trainer Lucien Favre regelmäßig in die gleichen Muster zurück, egal wie oft der Kader mit angeblichen Mentalitätsmonstern oder frechen Jungstars aufgefrischt wird.

In der Saison 2018/19 verspielte Dortmund den Titel nicht durch ein wieder mal demütigendes Duell mit den Bayern, sondern weil die Westfalen satte 15 Punkte gegen Underdogs aus der unteren Tabellenhälfte liegen ließen. Vergangene Saison fehlten zwölf Punkte gegen Teams von Rang zehn abwärts.

Die wichtigsten Aussagen von Bayern Münchens Trainer Hansi Flick und BVB-Kapitän Marco Reus vor dem DFL-Supercup (Mittwoch/ZDF live).

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Probleme gegen bissige Außenseiter

Schon im März 2019, ebenfalls nach einer Pleite in Augsburg, analysierte BVB-Berater Matthias Sammer schonungslos: "Du hast das Gefühl: Die einen kämpfen ums Überleben, die anderen wollen das Spiel gerne gewinnen." Gegen bissige Außenseiter stellten die Borussen oft nur Durchschnitt dar.

Der Eindruck immer mal wieder mangelnder Spannkraft zieht sich seitdem wie ein roter Faden durch die Spielzeiten des Klubs, der einst den Ausdruck Vollgas-Fußball prägte. Selbst vor Ehrgeiz brennende Profis wie Erling Haaland, der beim BVB-Debüt im Januar noch per Dreierpack eine weitere Pleite in Augsburg abwendete, oder Kämpfer wie Emre Can scheinen nicht vor typisch Dortmunder Durchhängern gefeit.

DFL-Supercup: FC Bayern München - Borussia Dortmund

Sport | ZDF SPORTextra -
DFL-Supercup: Bayern - Dortmund
 

Anstoß am Mittwoch 20.30 Uhr: Der deutsche "Clasico" im Livestream.

BVB-Stars blocken ab

Der BVB bleibt ein Rätsel, weil die Ursachenforschung nie ans Ziel gelangt. Kritik am falschen Mindset weisen Spieler und Trainer von jeher von sich. Kapitän Marco Reus wollte 2019 nichts von dem "Mentalitätsscheiß" hören, Abwehrchef Mats Hummels verballhornte die Debatte letzte Saison als "großen Bruder des Stellungsfehlers" - als Pseudo-Argument. Favres Mantra ist: Das BVB-Spiel sei gar nicht so schlecht. Es fehle nur die Geduld.

Aber was ist es dann? Vielleicht ist ein Webfehler tief im Dortmunder Spiel angelegt. Favre-Fußball ist in der Lage, spektakuläre Konter auf den Rasen zu zaubern, dazu tolle Kombinationen und schöne Tore. Wenn sich Platz bietet.

Der Punch fehlt

Durch den weitgehenden Verzicht auf Pressing und Gegenpressing, wie ihn längst selbst dauerdominante Bayern ins Repertoire übernommen haben, fehlt dem BVB-Spiel aber oft die Grundaggressivität und der nötige Punch, um Gegner an die Wand zu drücken.

80 Prozent Ballbesitz und eine Passquote über neunzig Prozent wie in Augsburg verkommen im Dortmunder Spiel beizeiten zum Selbstzweck. Insbesondere, wenn der Weg zum Tor oft durch die Mitte führt.

BVB immer für Schnitzer gut

Die Gegner können sich gegen diese Scheinüberlegenheit allein dadurch wirksam zur Wehr setzen, dass sie im Zentrum Räume verdichten, läuferisch mehr investieren und körperlich hart an der Legalitätsgrenze agieren. Zumal die BVB-Abwehr (44 Gegentore in der Saison 2018/19 und 41 in 2019/20) stets für Schnitzer gut ist - auch das war zuletzt wieder zu beobachten.

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