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Zukunft des deutschen Fußballs - Taskforce-Ergebnisse "Enttäuschung für Fans"

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Über Monate haben Experten über die Zukunft des deutschen Profifußballs beraten. Deren Reformvorschläge für die DFL liegen nun vor - für die Fanszene sind sie eine Enttäuschung.

Der Spielball der Fußballbundesliga
Zur Zukunft des deutschen Fußballs hat eine Experten-Taskforce nun einen Ergebnisbericht geliefert.
Quelle: imago

Sportlich erfolgreich, wirtschaftlich gesund, spannend in allen Tabellenregionen, nachhaltig, inklusiv, sozial. Was sich anhört wie der Garten Eden für Fußball-Fans, sind die Schlagworte, die den realen Profifußball im Jahr 2030 prägen sollen. Aber nur, wenn alle 17 Handlungsempfehlungen umgesetzt werden, die die "Taskforce Zukunft Profifußball" der Deutschen Fußball-Liga (DFL) nun vorgelegt hat.

Seit Oktober des vergangenen Jahres hatten sich 37 Expertinnen und Experten aus den Bereichen Sport, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft mit der Zukunft des deutschen Profifußballs auseinandergesetzt.

"Niederlagen-Kompetenz" gefordert

Zu den nun veröffentlichten Ergebnissen gehören unter anderem die Einrichtung von Kommissionen für Nachhaltigkeit und Verantwortung sowie den Fan-Dialog, eine Arbeitsgruppe zur Stärkung der wirtschaftlichen Stabilität, die Förderung des Frauenfußballs und der Geschlechtergerechtigkeit im Fußball.

"Natürlich konnte nicht jeder Einzelvorschlag aufgenommen werden, es ging um Leitplanken", sagte Taskforce-Moderatorin Heidi Möller. Die Psychologie-Professorin machte bei der Präsentation des Berichts schon mal vorsorglich klar, dass es bei einigen wohl "Niederlagen-Kompetenz" brauche.

Ergebnisse werden Fans enttäuschen

Die Fähigkeit, Rückschläge zu verdauen, gehört nicht nur bei Fußballfans im allgemeinen zur Grundtugend, sondern speziell bei solchen, die sich für Reformen im Profifußball einsetzen.

Taskforce-Mitglied und Vorsitzende der Fan-Organisation "Unsere Kurve", Helen Breit, sagte ZDFSport:

Die Erwartungshaltung an die Arbeit der Taskforce war hoch - die Ergebnisse werden viele organisierte Fans enttäuschen.
Helen Breit, Vorsitzende von Fan-Organisation "Unsere Kurve"

Die Stärke des Papiers liege in den Bereichen Gesellschaft und Nachhaltigkeit, so Breit. Der wirtschaftliche Bereich sei dagegen sehr schwammig formuliert, obwohl es deutliche Diskussionen dazu gegeben habe. "Kein nationales Financial Fair Play, keine weichen Gehaltsdeckelungen, kein kritischer Blick auf Mehrfach-Beteiligungen und TV-Geld-Verteilung:

Das wird alles auf die europäische Ebene verschoben, obwohl es wichtig ist, das auch national anzugehen.
Helen Breit

Kritische Fan-Analysen werden nicht abgebildet

Tatsächlich finden sich die Vorschläge, die die Integrität des Wettbewerbs betreffen und zu denen die Fans im letzten Jahr umfangreiche Konzepte erarbeitet haben, hauptsächlich unter dem Punkt "Einsatz für Reformen auf europäischer oder globaler Ebene in Zusammenarbeit mit der Politik".

Damit gibt das Papier nach Ansicht der beteiligten Fans nicht die Stimmungslage wieder, die zur Gründung der Taskforce geführt hat und in der sich die aktiven Fans immer noch befinden. "Sie wollen Taten sehen", sagt Helen Breit. "Jetzt liest es sich so, als sei es eigentlich gut, man könne aber noch einiges besser machen.

Die grundlegenden, sehr kritischen Analysen der augenblicklichen Situation, die es gab, werden nicht abgebildet.
Helen Breit

Fans hoffen auf Vereinsinitiative

Die Hoffnung der organisierten Fans liegt nun darin, dass einige Vereine über die Vorschläge hinausgehen und nicht auf europäische Regelungen für wirtschaftliche Reformen warten. Einig sind sich Anhängerschaft und der DFL darin, dass der Reformprozess weitergehen muss.

"Wir verstehen den zusammenfassenden Ergebnisbericht nicht als Ende des Austauschs, sondern als Auftakt eines kontinuierlichen Prozesses der Kommunikation mit elementaren Anspruchsgruppen des Profifußballs", sagt DFL-Geschäftsführer Christian Seifert und kündigt einen Beirat an, der die Umsetzung der Vorschläge begleitet.

Die DFL hat beschlossen, die Einnahmen aus den Fernsehgeldern neu zu verteilen. Es sei aber gerade nicht die Zeit für radikale Lösungen, so DFL-Chef Christian Seifert.

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