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Dritte Liga soll am 30. Mai starten

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Fußball in Corona-Zeiten - Dritte Liga soll am 30. Mai starten

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Die 3. Liga steht vor einer Zerreißprobe. Fortsetzungs- und Abbruchbefürworter kreuzen die Klingen. Der DFB peilt nun den Re-Start für den 30. Mai an.

Schild am Trainingsplatz des 1. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
Quelle: imago images / Jan Huebner

Dass sich am kommenden Montag beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur 3. Liga niemand Auge in Auge gegenüberstehen muss oder gar in Versuchung gerät, sich die Hände zu schütteln, ist natürlich den Hygienemaßnahmen der Corona-Krise geschuldet.

Angesichts der ausufernden Streitereien könnte man nämlich leicht auf den Gedanken kommen, der außerordentliche Bundestag mit 262 Stimmberechtigten aus allen Landesverbänden finde nur aus Sicherheitsgründen virtuell statt.

Drittliga-Klubs in zwei Lager gespalten

Während Bundesliga und Zweite Liga ihre Spielzeit unter strengen Auflagen fortsetzen, wären Meldungen über Rudelbildungen das letzte, was sich die 20 Drittligisten und der Verband leisten könnten.

Der avisierte Neustart rund um den 26. Mai ist längst vom Tisch, auch, weil die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen Trainingsverbote verhängten. Vom 30. Mai an soll der Ball wieder rollen - wenn nötig sogar bis Ende Juli. "Die Saison sollte auf dem Rasen entschieden werden und nicht am grünen Tisch", bekräftigte Präsident Fritz Keller am Dienstag in einem Video-Pressegespräch.

Nach dem Start der ersten und zweiten Fußballbundesliga plant der DFB nun die Fortsetzung der dritten Liga ab dem 30. Mai. Abhängig ist das Startdatum von einer Entscheidung der Politik.

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Regionalpolitik muss zustimmen

Entscheidend für die Umsetzung sei jedoch die Zustimmung der Regionalpolitik. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in den kommenden zehn Tagen eine Genehmigung bekommen werden", betonte DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius.

Auch Keller äußerte sich zuversichtlich: "Wir befinden uns in der 80. Minute und liegen 0:1 zurück. Aber wir können noch gewinnen. Wir werden alles daran setzen, alle Entscheidungsträger in den Bundesländern zu überzeugen, weil wir für den Fußball sind."

DFB: Heimspiele auch in fremden Stadien

Um die Sache zu vereinfachen, will der DFB am kommenden Montag beschließen, dass Heimspiele auch in fremden Stadien ausgetragen werden können. Dann könnten Vereine, die durch behördliche Vorgaben gebremst werden, in andere Bundesländer ausweichen.

Die Debatte um krisentaugliche Lösungen und Zukunftskonzepte ist nach der Spielzeit-Unterbrechung Mitte März längst von dichtem Pulverdampf umhüllt. Die Fraktion der Abbruchbefürworter verlangt eine Liga-Aufstockung bei gleichzeitigem Verzicht auf Absteiger. Die Fortsetzungs-Jünger fordern Spiele bis in den Juli hinein, wenn nötig - inklusive Auf- und Abstieg.

Politik und Fußball scheinbar unversöhnlich

Dass es bis Ende Juni bei noch elf auszutragenden Spieltagen ein Happy End gibt, erscheint unrealistisch. Zuletzt kreuzten Politiker und der DFB die Klingen. Von Erpressung war die Rede.

Nicht nur beim 1. FC Magdeburg fürchtet man bei drohenden Geisterspielen die Insolvenz und sieht im straffen Restprogramm ein unkalkulierbares Risiko für die Gesundheit der Spieler. Die Manager aus Magdeburg, Jena, Halle und Zwickau präsentierten in einer konzertierten Aktion nun Aufstockungsvorschläge mit diversen Abstiegsregelungen für die kommende Saison.

Vorwurf: Spielplan nicht machbar

"Der Spielplan ist Wahnsinn", klagte FCM Kapitän Christian Beck in einem Interview. Keine Vorbereitung, keine Testspiele - der kühne Plan sei "nicht vertretbar" meinte Beck. Bis zum 27. Mai sind Mannschaftstraining und Wettkampfbetrieb behördlich untersagt. Man brauche mindestens 14 Tage Team-Training.

Im bayerischen Ingolstadt und München versteht man die Sorgen, sieht aber keinen Grund, warum man nicht dem Beispiel der beiden oberen Ligen folgen können sollte.

Vorwurf: Abstieg soll verhindert werden

"Ich verstehe nicht, was da betrieben wird von einigen Vereinen. Teilweise ist undurchschaubar, was dahintersteckt", sagte FCI-Sportdirektor Michael Henke. Es steht der Vorwurf im Raum, sich durch einen Abbruch den drohenden Abstieg ersparen zu wollen.

Das deckungsgleiche Konzept der DFL (für die Bundesliga) und des DFB (für die Dritte Liga) funktioniere sehr gut, beharrt auch 1860-Sportchef Günther Gorenzel. Man brauche nur noch ein Signal der Politik, um loszulegen, sagen die Weiterspiel-Befürworter.

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