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Fußball | EM 2021 - UEFA-Chef Ceferin: Zuschauer müssen sein

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UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat für die Multi-EM die Bedingung gestellt: An allen Orten muss vor Zuschauern gespielt werden. Der Verband selbst relativiert diese Aussage.

Die Fußball-EM soll ab Juni in zwölf Ländern stattfinden. Trotz Corona-Pandemie will die UEFA an Spielen mit Publikum festhalten. Was ist mit München?

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Nach der neuesten Ansage der UEFA stehen hinter der Austragung von EM-Partien in München große Fragezeichen. "Jeder Ausrichter muss garantieren, dass Fans zu den Spielen dürfen", sagte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin kroatischen Medien. In ganz Deutschland sind derzeit keine Zuschauer in den Fußballstadien zugelassen.

UEFA relativiert Ceferins Aussage

Indes hat der Verband selbst die Aussagen seines Chefs teilweise relativiert. Keine der zwölf Ausrichterstädte werde "automatisch" gestrichen, wenn dort nur Geisterspiele möglich sein sollten, teilte die UEFA  auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Es müsse dann aber abgewogen werden, ob es nicht sinnvoller wäre, die Partien an einen anderen Ort zu verlegen. Eine erste Frist für die Entscheidung läuft bis zum 7. April.

Wir haben mehrere Szenarien. Aber die Option, dass irgendein Spiel der EM ohne Fans ausgetragen wird, ist definitiv vom Tisch.
Aleksander Ceferin
Aleksander Ceferin
Aleksander Ceferin auf dem UEFA-Kongress in Amsterdam [Archiv]
Quelle: EPA

UEFA-Entscheidung am 20. April

Die Entscheidung über das Format der EM-Endrunde (11. Juni bis 11. Juli), die erstmals als paneuropäisches Turnier ausgetragen werden soll, wird wohl frühestens beim UEFA-Kongress am 20. April fallen.

Die UEFA hatte vor der Pandemie mit rund zwei Milliarden Euro Einnahmen durch die EM gerechnet. Der Ticketverkauf macht bei dieser Kalkulation fast ein Viertel der Erlöse aus.

Ceferin: Notfalls in weniger Ländern

"Die ideale Variante ist, in allen zwölf Ländern zu spielen. Aber es ist möglich, dass das Turnier in zehn oder elf Ländern gespielt wird, wenn einige Länder die Bedingungen nicht erfüllen", sagte Ceferin.

Zuletzt wurde in verschiedenen Medien immer wieder darüber spekuliert, welche Städte gestrichen werden könnten. Am häufigsten fanden dabei Baku, Dublin, Bilbao und Glasgow Erwähnung.

Mehr Spiele in Großbritannien?

Zudem halten sich die Gerüchte, wonach ein Großteil der Partien in Großbritannien stattfinden soll. Diese Vermutung ist naheliegend, weil auf der Insel die Impfungen schon weit fortgeschritten sind - was Zuschauer in den Stadien ermöglichen könnte.

Nach den ursprünglichen UEFA-Plänen sollen in München die Gruppenspiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale ausgetragen werden.

Unverständnis bei Münchens OB

Irritiert von den Ceferin-Aussagen zeigte sich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter: "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie zulässt, im Juni Zuschauer zuzulassen oder nicht", erklärte der SPD-Politiker.

Um die Auflage der UEFA zu erfüllen, bräuchte es wohl eine Sonderreglung vonseiten der Politik. Ob diese Akzeptanz in der Bevölkerung finden würde, darf angesichts stetig steigender Fallzahlen und weitaus drängenderer Probleme bezweifelt werden.

Freitag befürchtet "Parallelwelt des Fußballs"

Was Dagmar Freitag von den UEFA-Bedingungen hält, machte die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages mit ihrem Kommentar bei Twitter deutlich: "Ohne Worte. Parallelwelt des Profifußballs."

Angesichts des Zeitdrucks müsste das Thema wohl schon bei den Bund-Länder-Beratungen am Montag erörtert werden - der Punkt "Veranstaltungen" steht immerhin auf der Agenda.

Der DFB sagte dem SID, dass er weiter an alle Szenarien arbeite. "Wir möchten gerne im Sinne der Fans die Vision erfüllen, dass auch Zuschauer - unter den dann geltenden Bestimmungen - die Spiele der EURO 2020 in München besuchen können", hieß es in einer Stellungnahme.

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