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Fußball-EM - Viertelfinals - Aufstand der Außenseiter

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Die Schweiz, Tschechien und Dänemark sowie die Ukraine sind die Überraschungsteams dieser EM. Doch hinter dem Favoritensturz steckt eine gewisse Methode.

Dänische Fans am 21.06.2021 in Kopenhagen
Spieler der dänischen Nationalmannschaft feiern mit ihren Fans bei der EURO 2020.
Quelle: epa

Die Vorfreude kann nichts und niemand mehr schmälern. Vier Außenseiter bei dieser Europameisterschaft fühlen sich mit der Teilnahme am Viertelfinale wie Kinder bei einer vorgezogenen Bescherung. Schweiz, Tschechien und Dänemark sowie die Ukraine sind die Überraschungsteams dieses paneuropäischen Turniers. Sie haben wie die Schweiz mit Frankreich immerhin den Weltmeister oder wie Tschechien mit den Niederlanden einen Geheimfavoriten aus dem Turnier katapultiert. Das Stehvermögen Dänemarks nach dem Fall Christian Eriksen verdient Respekt, das Durchhaltevermögen der Ukraine gegen Schweden ebenso Anerkennung.

Die Schweiz hat im Achtelfinale der Fußball-EM Frankreich aus dem Turnier geworfen. Im Elfmeterschießen triumphierten die Schweizer am Ende über den Weltmeister.

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Und was geht da noch, wenn die Schweiz gegen Spanien in St. Petersburg (Freitag 18 Uhr/live ZDF) antritt, dann Dänemark und Tschechien sich in Baku (Samstag 18 Uhr) messen, ehe die Ukraine gegen England in Rom (Samstag 21 Uhr) spielt? Nicht mal über einen Spielort wie in Aserbaidschan wird jetzt Klage geführt.

Rein sportlich gesehen gibt es Orte, an denen ich lieber spielen würde. Aber selbst wenn es am Südpol wäre, würden wir uns auf ein EM-Viertelfinale freuen.
Dänemarks Nationaltrainer Kasper Hjulmand

Und auch sein Kollege Jaroslav Silhavy wollte sich nicht beschweren: "Wir werden auch diesen Weg hinbekommen, auch wenn er lang ist. Das ist eine Freude für uns, weil das bedeutet, dass wir weitergekommen sind."

Überwinden von Widerständen ist eingeübt

Zum Aufstand der Außenseiter gehört das Überwinden von Widerständen aller Art, und unmöglich ist keinesfalls, dass es zu einem Coup wie bei der EM 2004 kommt, als der deutsche Trainer Otto Rehhagel für Griechenland eine Märchengeschichte orchestrierte. Es gibt durchaus Indizien, dass sich das verrückte Heldenepos aus Portugal mit der Hauptrolle für "Rehakles" jetzt vielleicht sogar wiederholt.

Mit diesen Treffern haben sich Dänemark und Tschechien ins EM-Viertelfinale geschossen.

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Vielleicht waren die Umstände nie so günstig wie diesmal; in einer von Corona geprägten Saison, in der vor allem die Topspieler aus den Topnationen einer ungeheuren physischen wie psychischen Belastung ausgesetzt waren. Der verdichtete Spielplan, die teils fehlende Sommerpause, sich im Drei-Vier-Tages-Spielrhythmus nur in "Blasen" bewegen; ein klinisch reines Leben führen, noch mehr abgeschirmt und abgeriegelt als sonst. Irgendwann sind die (mentalen) Kraftreserven dann aufgebraucht.

Mit viel Herz und großer Leidenschaft

Niemand hat das besser illustriert als Frankreichs Mittelfeldstar N‘golo Kante. Das Herzstück vom Champions-League-Sieger FC Chelsea gab bei dieser EM nur die Karikatur von einem Kraftprotz ab. Der Balldieb war am Ende all seiner Stärken beraubt - und wurde überrannt von leidenschaftlichen Eidgenossen. Die hatte der Arroganz-Anfalls eines Paul Pogba mit seinem übertriebenen Tänzchen im Achtelfinal-Thriller von Bukarest zu einem Kraftakt angestachelt. Gerade Franzosen und Niederländern fiel auch die eigene Überheblichkeit auf die Füße.

Die Zusammenfassung des Spiels Wales gegen Dänemark.

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Die Schweiz, aber auch Dänemark, Tschechien und die Ukraine profitieren dazu von der Auslandserfahrung ihrer wichtigsten Nationalspieler. Die Schweiz hat 22 Legionäre nominiert, bei Dänemark spielen auch nur noch vier Akteure in der Heimat, allein sieben aber in Englands Premier League. Und bei Tschechien sind die internationalen Meriten von Torwart Tomas Vaclik (FC Sevilla), Antreiber Tomas Soucek, Verteidiger Vladimir Coufal (beide West Ham), Allrounder Pavel Kaderabek (TSG Hoffenheim) oder Torjäger Patrik Schick (Bayer Leverkusen) genauso unverzichtbar wie bei der Ukraine die der Leistungsträger Oleksandr Zinchenko (Manchester City), Andrej Jarmolenko (West Ham) oder Ruslan Malinowski (Atalanta Bergamo).

Ukraine wirft Schweden aus dem Turnier

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Zu diesem wichtigen Input kommt die besondere Mentalität dieser Mannschaften, die der Schweizer Elfmeterheld Yann Sommer stellvertretend so beschrieb: "Egal, wie das Spiel läuft, egal, was passiert und welche Phasen wir im Spiel erleben - wir gehen bis zum Schluss!" Mit viel Herz und großer Leidenschaft - und das gerade bei Tschechien und der Ukraine auch noch viel Nationalstolz mitspielt, sollte Ländern mit junger und bewegter Geschichte gewiss nicht verübelt werden.

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