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Fußball-EM - DFB-Team : Rückblick nach vorne

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Unter Löws Nachfolger Flick erscheint die Zukunft durchaus vielversprechend für die Nationalelf. Der künftige Bundestrainer dürfte auf vertraute Ideen und Spieler setzen.

Während Joachim Löw auf das EM-Aus und seine Amtszeit blickt, wartet auf seinen Nachfolger Hansi Flick viel Arbeit.

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Am Tag danach ging der Blick natürlich noch einmal zurück auf den Dienstagabend in Wembley, der das EM-Aus für die deutsche Nationalmannschaft und das Ende der Ära von Bundestrainer Joachim Löw markiert hatte. Bei Thomas Müller drehten sich die Gedanken vor allem um jene Szene, in der er frei auf Englands Tor zugelaufen war, den Ball aber vorbeigeschoben hatte, anstatt das 1:1 zu erzielen.

Das sei ein Moment gewesen, "der dich nachts um den Schlaf bringt", schrieb Müller bei Instagram nach einer offenbar sehr unruhigen und kurzen Nacht, in der das DFB-Team ins Quartier nach Herzogenaurach zurückgekehrt war. Diese Chance vergeben zu haben, tue "verdammt weh", ließ Müller wissen, zumal mit er das EM-Aus im Achtelfinale durch die 0:2 (0:0)-Niederlage womöglich hätte abwenden können.

Deutschlands verpasste Chance

So aber steht England dank der Tore von Raheem Sterling und Harry Kane am Samstag in Rom im Viertelfinale gegen die Ukraine. Auf den Sieger wartet im Halbfinale Tschechien oder Dänemark. Die deutsche Mannschaft hatte auch diese große Chance verpasst, die der Turnierbaum Richtung Finale offerierte.

Womöglich trug dazu neben den wiederkehrenden Defiziten in der Defensive und der mangelnden Durchschlagskraft in der Offensive auch bei, dass der Mannschaft Löws EM-System mit der Dreierkette eher widerstrebte. Auch wegen der ungeliebten Rollen, die einige darin übernehmen mussten, wie Joshua Kimmich auf der rechten Seite statt auf der Sechs.

Müllers Perspektive

Müller, der Rückkehrer neben Mats Hummels, wurde in seinem anderen Jobprofil als beim FC Bayern auch nicht zum Retter in der Not. Er wartet weiter auf sein erstes EM-Tor.

Hansi Flick, Thomas Müller und Jamal Musiala am 20.04.2021 in München
Hansi Flick hat mit Thomas Müller (M.) und Jamal Musiala (r.) bereits beim FC Bayern äußerst erfolgreich zusammengearbeitet.
Quelle: epa

Es ist aber nicht völlig ausgeschlossen, dass Müller dazu noch Gelegenheit erhalten wird, bei der Heim-EM 2024. Müller wäre dann zwar 34 Jahre alt, aber für ihn hat sich schon deshalb eine längere Perspektive im Nationalteam eröffnet, weil dieses nun Hansi Flick übernimmt, wenn es im September mit der Qualifikation für die WM 2022 gegen Liechtenstein, Armenien und Island weitergeht.

Flicks Änderungen und Vorteil

Der 56-Jährige, zuletzt mit Müller als verlängertem Arm knapp zwei Jahre lang als Cheftrainer des FC Bayern sehr erfolgreich, "wird die Mannschaft nicht neu erfinden, aber er wird vieles anders machen", kündigte DFB-Direktor Oliver Bierhoff bereits an. "Wir sind davon überzeugt, dass wir mit ihm einen großen Schritt an die Weltspitze schaffen können."

Jenseits von Wembley erscheint die Zukunft in der Tat durchaus vielversprechend für die deutsche Auswahl und Flick, der wie beim FC Bayern nach dem Aus von Niko Kovac den Vorteil hat, nach einer Enttäuschung zu übernehmen.

Vertrauter Stamm

In München tat er das mit handwerklich schlüssigen Eingriffen. Er führte eine Achse und eine klare, offensive Spielidee ein, verbunden mit einem pragmatischen Coaching und einer Ansprache, die vom Team ebenfalls sehr geschätzt wurde.

Flick dürfte künftig wieder mit Viererkette und Kimmich auf der Sechs spielen lassen, und er kann auf einen Stamm mit weiteren Spielern wie Leon Goretzka, Serge Gnabry und auch Leroy Sané setzen, die ihm aus München vertraut sind und sich ebenfalls noch Richtung Zenit entwickeln dürften.

Beförderung für U21-Talente denkbar

Letzteres trifft auch auf Kai Havertz und Timo Werner zu. Toni Kroos, 31, gilt dagegen als Kandidat für einen Rücktritt. Hinzu kommen Talente wie der erst 18 Jahre alte Jamal Musiala oder die U21-Europameister Florian Wirtz, Ridle Baku und Lukas Nmecha, die in die A-Auswahl befördert werden könnten.

Ein Robert Lewandowski ist Nmecha zwar nicht, aber zumindest ein Mittelstürmer. Ein solcher fehlt der deutschen Nationalelf schon seit dem Abschied von Miroslav Klose nach dem WM-Titel 2014 sehr. Damals gelang Löws größter Erfolg, mit Flick als Co-Trainer.

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