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England gegen Deutschland - "We call it a Klassiker"

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Im EM-Achtelfinale kommt es einmal mehr zum ewigen Vergleich der beiden Fußball-Nationen England und Deutschland. Ein Rückblick auf die größten dieser stets besonderen Spiele.

Englands Teddy Sheringham im Zweikampf mit Stefan Reuter bei der EM 1996
Stefan Reuter (l.) und Englands Teddy Sheringham im EM-Halbfinale 1996.
Quelle: AP

Am Dienstag ist es wieder so weit. Im Achtelfinale der Fußball-EM wartet auf die deutsche Nationalmannschaft der große Rivale England - noch dazu im legendären Wembley-Stadion von London.

Geil, ein schöneres Spiel gibt es fast nicht.
Joshua Kimmich

Erklärungsbedürftig ist der ewige Fußball-Vergleich zwischen beiden Nationen schon lange nicht mehr. Franz Beckenbauer versuchte es dennoch einmal. "We call it a Klassiker. It’s a classic", sagte Beckenbauer und nährte damit auf der Insel womöglich den Ruf von den merkwürdigen Deutschen.

Im Fußball werden die Deutschen von den Engländern allerdings gefürchtet, weil sie fast alle wichtigen Turnierspiele gegen die Three Lions für sich entschieden. Jedenfalls seit dem WM-Finale 1966, als Englands Wembley-Tor, das keines war, den Mythos dieses ewigen Vergleichs maßgeblich beförderte.

They called it a Klassiker: England gegen Deutschland im Wembley-Stadion. Eine Begegnung der besonderen Art, auf die sich die DFB-Elf in Herzogenaurach voll fokussiert vorbereitet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

30. Juli 1966, WM-Finale, 2:4 n.V.

Es sind legendäre Worte, mit denen Rudi Michel die legendärste Szene aller Spiele zwischen England und Deutschland im TV kommentierte, als der Ball in Wembley von der Unterkante der Latte auf die Torlinie prallte, aber nicht ins Tor, wie spätere Untersuchungen zeigten. "Achtung! Achtung! Nein!", entfuhr es Michel: "Nicht im Tor! Kein Tor! Oder doch? Jetzt, was entscheidet der Linienrichter? Tor! Oh, ist das bitter." Der Linienrichter, das war Tofik Bachramow aus Aserbaidschan. Er wurde fast so bekannt wie Geoff Hurst, der Torschütze zu Englands 3:2.

14. Juni 1970, WM-Viertelfinale, 3:2 n.V.

Im mexikanischen León soll es zur Revanche kommen, und wieder fällt ein ganz besonderes Tor. Uwe Seeler trifft spektakulär mit dem Hinterkopf zum 2:2 nach einem 0:2. Das 3:2 erzielt Gerd Müller.

29. April 1972, EM-Viertelfinale, 3:1

Wieder Wembley, und der Pessimismus ist ziemlich groß bei der deutschen Mannschaft. Doch diesmal gelingt dort der erste Sieg. Im Abschlusstraining waren zwar keine Tore aufgebaut gewesen, im Viertelfinale aber spielt die DFB-Auswahl groß auf und trifft umso besser. Günter Netzer überragt und sagte später einmal: "In Wembley waren wir der Perfektion sehr nahe."

4. Juli 1990, WM-Halbfinale, 4:3 i.E.

Dem 1:1 nach Verlängerung folgt in Turin das erste Elfmeterschießen zwischen Deutschland und England, das für die Briten als Drama endet. Torwart Bodo Illgner hält den Versuch von Stuart Pearce, Chris Waddle schießt zudem über das deutsche Tor - der Beginn von Englands Elfmeter-Phobie.

Nationaltorwart Bodo Illgner wird nach dem erfolgreichen Elfrmeterschießen gegen England bei der WM 1990 von seinen Mitspielern gefeiert.
Jubel bei Torwart Bodo Illgner und dem DFB-Team nach dem erfolgreichen Elfmeterschießen gegen England bei der WM 1990.
Quelle: dpa

26. Juni 1996, EM-Halbfinale, 6:5 i.E.

Sechs Jahre später trifft man sich in Wembley erneut. Wieder muss ein Elfmeterschießen nach einem 1:1 nach Verlängerung entscheiden. Alle Schützen verwandeln, ehe Gareth Southgate an Andreas Köpke scheitert, also Englands heutiger Nationaltrainer an Deutschlands heutigem Bundestorwarttrainer. Andreas Möller verwandelt seinen Versuch danach und macht die Deutschen bei den britischen Fans mit einer provokanten Jubelgeste noch etwas unbeliebter.

27. Juni 2010, WM-Achtelfinale, 4:1

Beim WM-Turnier in Südafrika ist die Stadt Bloemfontein der Schauplatz, doch wieder wird vor allem über ein Wembley-Tor gesprochen. Diesmal haben die Engländer das Nachsehen, obwohl Frank Lampards Schuss deutlich hinter der Torlinie aufprallt. Das Foto vom nicht gegebenen 2:2 wird von Fans rasch humoristisch manipuliert, mit einer Torlinie in Zick-Zack-Form.

Deutschland gewinnt durch Tore von Miroslav Klose, Lukas Podolski und eines 20-Jährigen namens Thomas Müller, der damals mit fünf Treffern WM-Torschützenkönig wird. Inzwischen ist er 31 Jahre alt. Auf ein EM-Tor wartet Müller zwar noch, aber das kann ja noch werden. Warum nicht gegen England, in Wembley?

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