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Elfer-Krimi gegen Frankreich - Schweiz schmeißt den Weltmeister raus

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Der Weltmeister ist ausgeschieden. Die Franzosen unterlagen in einem spektakulären Achtelfinale der Schweiz mit 4:5 im Elfmeterschießen. Die Eidgenossen treffen nun auf Spanien.

Die Zusammenfassung des Spiels Frankreich gegen Schweiz.

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3 min
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Die Schweiz hat durch einen Sieg gegen Weltmeister Frankreich erstmals das Viertelfinale einer EM erreicht. Die Eidgenossen bezwangen den Finalisten von 2016 in Bukarest überraschend mit 5:4 im Elfmeterschießen. Kylian Mbappè scheiterte mit dem letzten Elfer am Mönchengladbacher Torhüter Yann Sommer. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (3:3, 1:0) gestanden. Nächster Gegner am Freitag in St. Petersburg ist Spanien.

Ich bin mega stolz auf uns, auf die ganze Mannschaft.
Yann Sommer, Keeper Schweiz

"Die Franzosen waren stark, aber sie hatten einen Moment, in dem sie ein bisschen überheblich wurden. Wir hatten uns gesagt, dass wir bis zuletzt alles versuchen. Dass wir das jetzt geschafft haben, ist einfach unfassbar. Unfassbar", sagte Sommer.

Der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (15./81.) und Mario Gavranovic (90.) trafen in der regulären Spielzeit für die Schweiz. Karim Benzema mit einem Blitz-Doppelpack (57./59.) und Paul Pogba (75.) hatten Frankreich scheinbar beruhigend in Führung gebracht.

Kylian Mbappe und Granit Xhaka in Aktion.

Fußball-EM 2020 - Frankreich - Schweiz, die Highlights 

Achtelfinale

Videolänge
7 min

EM-Stimmung in Bukarest

Die 22.642 Zuschauer in Bukarest sorgten von Beginn an für EM-Stimmung - und das vermeintlich ohne große Corona-Sorgen. In der rumänischen Hauptstadt waren am Sonntag offiziellen Angabe zufolge keine neuen Fälle registriert worden. Am Montagmittag hatten sich zahlreiche Schweizer und Franzosen in der Bukarester Altstadt auf das Achtelfinale eingestimmt.

Nach dem Anpfiff belauerten sich beide Teams zunächst. Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzte auf eine Dreierkette. Die Bayern-Profis Corentin Tolisso, Kingsley Coman und Lucas Hernández saßen zunächst auf der Bank, Jules Koundé fehlte verletzt. Gegen die Schweizer funktionierte das System anfangs zwar mit Schwung und oft über Kylian Mbappé, der gierig auf seinen ersten Turnier-Treffer war, aber ohne Torgefahr.

Seferovic schießt die Schweizer in Führung

Der Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic vertraute derselben Startelf, die im letzten Gruppenspiel die Türkei mit 3:1 geschlagen hatte - die Nati war nach dem Sieg mit durchaus großem Selbstbewusstsein nach Rumänien gereist. Das Team sei "bereit, Geschichte zu schreiben", hatte Kapitän Granit Xhaka gesagt.

Kylian Mbappe beim Elfmeterschießen.
Der Moment der Entscheidung: Kylian Mbappé verschießt seinen Elfmeter.
Quelle: reuters

Im Spiel setzten sich dann auch die Eidgenossen zuerst in Szene und gingen gegen die uninspirierten Franzosen in Führung. Der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (15.) köpfte nach Flanke des Eintracht-Profis Steven Zuber zu seinem 23. Länderspiel-Treffer ein, nachdem Clement Lenglet als zentraler Mann der Abwehr das entscheidende Kopfballduell verloren hatte.

Frankreich reagierte wütend, aber unpräzise. Zwei Distanzschüsse innerhalb weniger Minuten von Mbappé (26.) und Adrien Rabiot (29.) gingen am Schweizer Tor vorbei. Danach aber schaltete der Weltmeister wieder in den Freundschaftsspiel-Modus: kein Druck, keine Ideen, kein Einsatz. So hatten die Schweizer keine Mühe, mit ihrem grundsoliden Spiel die Führung mit in die Pause zu nehmen.

Frankreich gibt Sieg leichtfertig aus der Hand

Die Franzosen kamen mit veränderter Formation und Coman zurück auf den Platz, blieben aber trotzdem zunächst ungewöhnlich harmlos. Und dann patzte auch noch Bayerns Benjamin Pavard und foulte Zuber im Strafraum. Referee Rapallini gab nach Videobeweis Strafstoß. Doch der Ex-Wolfsburger Ricardo Rodriguez (55.) scheiterte an Frankreichs Keeper Hugo Lloris.

Der Schweizer Torhüter Yann Sommer über den Sieg der Eidgenossen im Elfmeterschießen gegen Frankreich. Außerdem Raphael Varane.

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Danach ging alles ganz schnell: Erst erzielte Benzema (57.) auf Mbappé-Vorlage das 1:1 und zwei Minuten später nach feinstem Kurzpassspiel im Strafraum per Kopf auch das 2:1. Zwischen verschossenem Schweizer Elfmeter und Benzemas viertem Turnier-Treffer lagen nur vier Minuten und drei Sekunden.

Die Schweizer aber steckten nicht auf - auch nicht nach Pogbas traumhaftem Tor zur für die Franzosen nur scheinbar beruhigenden 3:1-Führung. Seferovic und Gavranovic retteten die Eidgenossen durchaus verdient in die Verlängerung, in der Benzema früh ausgewechselt wurde. In den 30 Extra-Minuten blieben bis auf eine Möglichkeit von Mbappé (110.) Torchancen Mangelware.

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