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Fußball-EM | Gruppe F - Ungarn: Bundesliga-Profis sollen's richten

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Die ungarische Nationalelf ist im EM-Duell gegen Deutschland (Mittwoch, 21 Uhr/ZDF) der Außenseiter. Vier Bundesligaprofis spielen Schlüsselrollen bei den Magyaren.

Abschlusstraining der Ungarischen Fußballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Deutschland
Abschlusstraining der ungarischen Fußballnationalmannschaft vor dem Spiel gegen Deutschland
Quelle: dpa

Vom Trubel in der Hauptstadt Budapest bekommen die ungarischen Nationalspieler nicht viel mit. Gut abgeschirmt, fast 45 Minuten Fahrzeit entfernt im kleinen Örtchen Telki liegt das Trainingscamp der Magyaren, zwischen sanften Hügeln und verschlafenen Dörfern.

In München neue Situation für Ungarn

Von hier aus sind die Ungarn nach München aufgebrochen, um das dritte Gruppenspiel gegen Deutschland (Mittwoch, 21 Uhr/live im ZDF) zu bestreiten. Anders als in der Puskas-Arena gegen Portugal (0:3) und Frankreich (1:1) werden die Ränge nicht vollbesetzt sein und auch keine frenetischen Heimfans die Mannschaft anfeuern.

Portugiesen und Franzosen hatten Probleme, nach langer Zeit wieder in einem vollen Stadion zu spielen.
Willi Orban

„Deshalb macht das schon viel aus. Jetzt wird es natürlich eine andere Nummer in München“, sagt der für RB Leipzig spielende Willi Orban. Der in Kaiserslautern geborene Abwehrchef ist einer von vier Bundesligaspielern, die allesamt eine Schlüsselrolle im Team von Trainer Marco Rossi einnehmen.

Fußball-EM 2020 - Deutschland - Ungarn 

Gruppe F, 3. Spieltag: Ticker, Videos und mehr

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Torwart Peter Gulacsi ist in Hochform

Der Italiener schätzt die Deutschland-Erfahrung seines Quartetts. Während Verteidiger Orban bisher keine so glückliche EM spielte und je ein Gegentor gegen den Europa- und Weltmeister mit verschuldete ("es ist irgendwo auch Teil des Jobs"), hat sein Klubkollege Peter Gulacsi bisher ein herausragendes Turnier hingelegt. Der Torhüter trieb zuletzt sogar Weltstar Kylian Mbappé zur Verzweiflung.

Rossi sieht in der ungarischen Nummer eins einen "der vier, fünf besten Torhüter der Welt, an manchen Tagen ist er auf einer Stufe mit Manuel Neuer". Tatsächlich hat er die meisten Prachtparaden hingelegt, hatte aber auch am meisten von allen Torwartkollegen dieses Turniers zu tun. Das Erfolgsgeheimnis des 31-Jährigen ist recht simpel:

Ich bin ein sehr ruhiger Typ. Aber Ruhe, Stabilität und Konstanz - das ist das Allerwichtigste für einen Torhüter.
Peter Gulacsi

Einsames Angriffsduo Szalai und Sallai

Ganz andere Aufgaben haben Adam Szalai (FSV Mainz 05) und Roland Sallai (SC Freiburg), die ein Angriffsduo bilden, das sich mitunter in der Offensive ziemlich verloren vorkommen muss. In dem 5-3-2-System sind auch die Mittelfeldspieler stark in die Defensivarbeit eingebunden, rücken oft nur zögerlich nach.

Für den 33 Jahre alten Mittelstürmer Szalai heißt das: Bälle festmachen, behaupten – und dann sollen die Mitspieler nachrücken. Gegen Frankreich musste er nach einem Zusammenprall ausgewechselt werden, steht aber gegen Deutschland zur Verfügung.

Kapitän Adam Szalai ist der emotionale Einpeitscher

Er ist der emotionale Einpeitscher bei den Ungarn, hält vor einem Spiel immer die Motivationsreden – der mit den Spielern nur auf Englisch kommunizierende Trainer Rossi vertraut seinem Kapitän in dieser Hinsicht bedingungslos. Der 1,93-Meter-Mann Szalai hat aber nicht mehr die Dynamik wie früher, auch beim Durchsetzungsvermögen hapert es inzwischen. Doch 23 Tore in 73 Länderspielen sprechen für Ungarns Nummer neun.

Die besten Szenen des Spiels Ungarn - Portugal mit dem Original-Kommentar von Martin Schneider.

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An Szalais Seite ackert unermüdlich Sallai, der in 24 Länderspielen bislang vier Mal getroffen hat. Seine beste Tat vollbrachte der Freiburger mit seiner Vorlage auf Attila Fiola vor dem Führungstreffer gegen Frankreich, der die Puskas-Arena zum Tollhaus werden ließ. "Es war ein sensationelles Gefühl, als wir in Führung gegangen sind", erinnert sich der 24-Jährige.

Das hat uns Kraft gegeben, und das wollen wir nach Deutschland mitnehmen.
Roland Sallai

Ungarische Helden aus grauer Vorzeit

Dabei orientiert sich die aktuelle Generation durchaus an den großen Helden aus grauer Vorzeit: der WM-Mannschaft von 1954, die als Favorit einst das legendäre Finale gegen Deutschland verlor. Doch das kann sogar ein gutes Omen sein, findet Willi Orban: "Damals war Ungarn der Favorit, in der heutigen Zeit ist es umgekehrt. Wir wollen versuchen, unsere eigene Geschichte zu schreiben."

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