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FAQ

Fußball-EM - Regenbogen-Arena - Was, wenn München sich der UEFA widersetzt?

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Warum muss München die UEFA fragen, wenn sie die Allianz Arena bunt anleuchten will? Und welche Sanktionen drohen bei Verstößen? Fragen an einen Sportrechtler.

Die UEFA erlaubt keine regenbogenfarbene Münchener Arena beim EM-Spiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn. Die Protestwelle gegen die Entscheidung ist gigantisch.

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"Ich finde es beschämend, dass die UEFA es uns verbietet, hier in München ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Solidarität mit der LGBTQI+-Community zu setzen": Mit diesen Worten kommentierte der Münchener Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die Entscheidung der UEFA zur Allianz Arena.

Ursprünglich hatte der EM-Austragungsort München geplant, die Allianz Arena beim Spiel zwischen Deutschland und Ungarn in Regenbogenfarben (Mittwoch ab 21 Uhr im ZDF) leuchten zu lassen. Damit wollte die Stadt auf ungarische Repressionen in Richtung der queeren Community reagieren.

Die UEFA lehnte den Antrag der Stadt ab, mit der Begründung, dass sie aufgrund ihrer Statuten "eine politisch und religiös neutrale Organisation" sei.

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Muss München sich so etwas überhaupt genehmigen lassen?

Dass sich die Stadt München solche Aktionen von der UEFA genehmigen lassen muss, ist nicht ungewöhnlich. Denn die Stadt hat mit dem europäischen Fußballverband einen Ausrichtervertrag für die EM geschlossen.

"Üblicherweise enthalten diese Verträge Genehmigungsvorbehalte für den Fall politischer Meinungskundgaben jedweder Art", erklärt Martin Nolte, Leiter des Instituts für Sportrecht an der Deutschen Sporthochschule Köln gegenüber ZDFheute.

Die UEFA verbietet eine Allianz-Arena in Regenbogenfarben bei Deutschland - Ungarn. Warum Manuel Neuer trotzdem eine bunte Armbinde tragen darf, erklärt ZDF-Reporter Sven Voss.

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Welche Sanktionen würden München drohen?

Für den Fall, dass sich die Stadt der UEFA widersetzen sollte, drohen München als Ausrichter Sanktionen.

Eine ungenehmigte Meinungskundgabe wäre ein vertragswidriges Verhalten und kann mit einer Vertragsstrafe sanktioniert werden.
Martin Nolte, Sporthochschule Köln

Eine Strafe könnte laut Nolte etwa darin bestehen, dass dass man der Stadt München die Ausrichtung weiterer Spiele entzieht. Das DFB-Team müsste in diesem konkreten Fall hingegen keine Sanktionen befürchten. "Denn der Vertragsverstoß einer Ausrichterstadt dürfte nicht einem Team des jeweiligen Landes zugerechnet werden", erklärt der Sport-Jurist.

Es sei zudem etwas anderes, wenn Manuel Neuer als Zeichen gegen Homophobie eine Regenbogen-Binde trägt oder das belgische Team sich vor dem Spiel gegen Russland hinkniet, um gegen Rassismus zu protestieren. Bei einzelnen Spielern und Teams dürfte die individuelle Meinungsfreiheit von der UEFA stärker gewichtet werden als bei den Ausrichterstädten, so Nolte.

Es ist schließlich etwas anderes, ob ich als Manuel Neuer ein persönliches Signal setzen möchte oder ob sich eine Stadt in politischer Hinsicht gegenüber der Politik einer anderen Regierung positionieren möchte.
Martin Nolte, Sporthochschule Köln

Kann München trotzdem Zeichen gegen Homophobie setzen?

Auf ein Zeichen gegen Homophobie will München am Mittwoch trotz der Entscheidung der UEFA nicht verzichten. So sollen anstelle des Stadions das Rathaus mit Regenbogenfahnen beflaggt und das Windrad an der Arena sowie der Münchner Olympiaturm bunt beleuchtet werden, wie Bürgermeister Reiter am Dienstag erklärte.

Über die Beflaggung der Rathauses hat am Mittwoch der Stadtrat der bayerischen Landeshauptstadt zu entscheiden - und nicht der europäische Fußballverband.

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