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EM-Spiel gegen Ungarn - Bunter Protest über München hinaus

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Dass die UEFA verboten hat, die Münchner Arena in Regenbogen-Farben zu beleuchten, erweist sich als Eigentor. Nun wird es umso mehr Signale für Vielfalt geben, bundesweit.

Regenbogen Fähnchen, aufgenommen am 02.02.2021 in London
Im Münchener EM-Stadion sollen 11.000 Regenbogen-Fähnchen verteilt werden.
Quelle: imago

Eigentore gab es bei dieser Fußball-EM schon einige zu bestaunen, allein drei bei den Spielen der deutschen Nationalelf gegen Frankreich und Portugal. So gesehen hat sich die UEFA als Turnier-Veranstalter nun das richtige Spiel ausgesucht für ihr symbolisches Eigentor.

Der Dachverband hatte einen Antrag der Stadt München abgelehnt, die EM-Arena in Regenbogen-Farben beim dritten Gruppenspiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn (21 Uhr/ ZDF) zu beleuchten.

Fußball-EM 2020 - Deutschland - Ungarn 

Gruppe F, 3. Spieltag

Videolänge
7 min

Münchner OB kündigt Aktionen an

Was folgte, war eine breite Protestwelle, die dazu führen könnte, dass es nun umso bunter zugehen wird.

München Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kündigte jedenfalls zahlreiche Aktionen im Rahmen des Spiels an, um ein europaweites Signal für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender zu senden.

Statt der Münchner Arena soll nun ein nahes Windrad in Regenbogen-Farben beleuchtet werden, ebenso der Fernsehturm im Olympiapark und weitere Gebäude in der Stadt. Zudem soll das Rathaus entsprechend beflaggt werden.

Ich finde es beschämend, dass die UEFA es uns verbietet, hier in München ein Zeichen für Weltoffenheit, Toleranz, Respekt und Solidarität mit der LGBTQI-Community zu setzen.
Münchens OB Dieter Reiter

Reiter auch von DFB enttäuscht

Den UEFA-Vorschlag, die Arena an einem anderen Tag in Regenbogen-Farben zu beleuchten, wenn dort kein Spiel stattfindet und keine TV-Kameras Bilder in alle Welt übermitteln, lehnte Reiter brüsk ab.

Zudem zeigte er sich "sehr enttäuscht", dass der DFB zunächst nicht für Münchens Anliegen eingetreten sei. Mit den geplanten Aktionen in der Stadt wolle man nun verdeutlichen, dass man sich von der UEFA nicht abhalten lasse, für Gleichberechtigung und freie Selbstbestimmung der sexuellen Identität einzutreten.

Was als Zeichen der Stadt für Weltoffenheit geplant war, wurde von der UEFA untersagt: Die Münchner Arena wird nicht in Regenbogenfarben erstrahlen. Proteste gegen die UEFA-Entscheidung zeigen sich vielseitig und an alternativen Standorten.

Beitragslänge:
2 min
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Angekündigt wurden weitere Aktionen, unabhängig von der Stadt. So sollen 11.000 Regenbogen-Fähnchen an die Zuschauer verteilt werden, der DFB will sich daran beteiligen.

In der Protestwelle wurden rasch auch bundesweit zahlreiche Aktionen geplant. So werden viele deutsche Arenen bunt angestrahlt, darunter die von Eintracht Frankfurt und des 1. FC Köln sowie das Berliner Olympiastadion.

Neuer erneut mit bunter Kapitänsbinde

Deutschlands Torwart Manuel Neuer wird derweil erneut eine Kapitänsbinde in Regenbogen-Farben tragen. Weil er diese gegen Frankreich und Portugal statt der offiziell vorgeschriebenen Binde der UEFA übergestreift hatte, hatte der Dachverband Ermittlungen aufgenommen, diese aber bald mit der Begründung "good cause" eingestellt.

Für die gute Sache treten München und die bundesweiten Unterstützer nun auch ohne Erlaubnis der UEFA ein. Diese hatte ihr Beleuchtungsverbot damit begründet, dass die Aktion politisch motiviert sei und "auf eine Entscheidung des ungarischen Parlaments abzielt". Die UEFA sei aber "eine politisch und religiös neutrale Organisation" und müsse deshalb ablehnen.

Markenpflege mit RESPECT-Kampagne

Es war die erwartete Reaktion eines Dachverbandes, der neben dem eigenen Logo zur Markenpflege in Großbuchstaben mit dem Schriftzug "RESPECT" unter anderem auf Kapitänsbinden wirbt, der es sich aber zugleich nicht mit Ungarns Regierungschef Viktor Orban verscherzen will.

So jedenfalls sehen das viele Kritiker, und sie verweisen auf Berichte, dass die Halbfinals und das Finale aufgrund der Corona-Situation in Großbritannien noch von London nach Budapest verlegt werden könnten.

Mehr Zuschauer trotz Delta-Variante

In Budapest wird in einem ausverkauften Stadion gespielt. Dagegen hat die UEFA nichts einzuwenden inmitten einer Pandemie, im Gegenteil.

Obwohl sich in England und im Spielort London die Delta-Variante des Corona-Virus ausbreitet, soll dort nun die Zuschauerkapazität sogar deutlich erhöht werden – wohl auf Druck der UEFA.

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