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Fußball | Nationalmannschaft : Das Gerüst für die EM steht

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Das 7:1 gegen Lettland gibt der deutschen Nationalmannschaft Rückenwind. Doch als Gradmesser für den EM-Auftakt gegen Frankreich (15. Juni, 21 Uhr) taugte der Gegner nicht.

Thomas Müller (links) und Kai Havertz (rechts) gratulieren Serge Gnabry zu seinem Tor im Testspiel der DFB-Elf gegen Lettland.
Starke Offensive: Thomas Müller (links) und Serge Gnabry (mitte) trafen gegen Lettland, Kai Havertz (rechts) erzwang ein Eigentor.
Quelle: Federico Gambarini/dpa

Vielleicht war es Übermut, womöglich auch nur Heimatverbundenheit, dass die Stadionregie in Düsseldorf am Ende einen Kultsong der "Toten Hosen" auflegte. "Tage wie diese" begleiteten den Abgang der Akteure, die zuvor zum ersten Mal in der Corona-Zeit wieder eine Ehrenrunde gedreht hatten - wenn auch nur ansatzweise.

Bundestrainer Joachim Löw werde im EM-Auftakt gegen Frankreich wohl jene Elf aufbieten, mit der er am Montag das Testspiel gegen Lettland beginnen ließ, so ZDF-Reporter Nils Kaben.

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1.000 Fans jubeln mit

Unter aufrichtigem Applaus holte sich die Nationalelf nach dem 7:1-Kantersieg gegen Lettland die lange vermisste Aufmunterung von den Rängen ab, wo 1.000 Fans das Torfestival bejubelten.

Auch Joachim Löw war letztlich zufrieden. "Gut war zu sehen, dass wir in der Offensive und in der Defensive manche Dinge, die wir besprochen haben und korrigieren wollten, sehr engagiert und fokussiert umgesetzt haben", sagte der Bundestrainer, ohne die Nachlässigkeiten und Ungenauigkeiten nach der Pause zu verschweigen.

Lettland nur drittklassig

Weshalb die Partie gegen einen drittklassigen Gegner, der in der Weltrangliste hinter Tansania und vor Myanmar gelistet ist, auch mit einer realistischen Einschätzung versehen wurde.

Wir müssen noch daran arbeiten, dass wir Intensität und Tempo über 90 Minuten aufrechterhalten. Wir haben immer noch Luft nach oben.
Joachim Löw

Vor dem Umzug ins EM-Basiscamp nach Herzogenaurach holte sich die DFB-Auswahl genau jede Bestätigung ab, die sich der Bundestrainer vor seiner letzten Turniermission erhofft hatte.

System für Auftaktspiel steht

Die im Training erarbeiteten Inhalte abzuspeichern und abzurufen: Was bei den Länderspielmaßnahmen ob der engen Taktung teils unmöglich war, scheint nun besser zu gelingen.

Zudem hat sich Löw ungeachtet aller auch intern geführten Taktikdebatten auf ein System festgelegt hat - zumindest für das EM-Auftaktspiel am 15. Juni in München gegen Frankreich.

Gosens mit starkem Auftritt

Die Dreierkette soll Stabilität geben, in der vernünftigerweise Mats Hummels den zentralen Part besetzt, damit dessen Schnelligkeitsdefizite notfalls von Matthias Ginter und Antonio Rüdiger ausgebügelt werden.

Meine Family war da, ein paar Zuschauer im Stadion, ich hab‘ eine Hütte geknipst; da ist mir schon einer abgegangen.
Robin Gosens

Flankiert wird dieser Verbund links vom "dynamischen Schienenspieler" Robin Gosens, der sich mit vielen guten Aktionen und dem Führungstor selbst belohnte.

Kimmich wird wohl nach außen rücken

Nicht ganz so ekstatisch wird Joshua Kimmich dieses Länderspiel bewerten. Statt im Mittelfeld zu organisieren, musste er diesmal auf der rechten Abwehrseite aushelfen. Damit löste Löw das Luxusproblem im defensiven Mittelfeld, wo Ilkay Gündogan, der mit seinem Traumtor zum 2:0 auffiel, und Toni Kroos spielten.

Auch wenn Kroos nach seiner Corona-Erkrankung noch fehlerhaft und zurückhaltend, wird sich Kimmich für die ersten Gruppenspiele gegen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal (19. Juni) wohl mit der Rolle auf der Außenbahn anfreunden müssen.

"Bei Joshua weiß man, dass er einfach keine Anlaufzeit braucht", sagte Löw, der mit Aufstellung und Ausrichtung den groben Fingerzeig fürs Frankreich-Spiel lieferte: "Natürlich werden die meisten Spieler auf dem Platz stehen." 

Leroy Sané droht die Bank

Doch der erste EM-Gegner ist "eine andere Hausnummer", wie der ob des Gegentores doch einigermaßen zerknirschte Jubilar Manuel Neuer festhielt. Der Kapitän hat nach seinem 100. Länderspiel generell "ein gutes Gefühl" für die EM.

Zumal mit der Rückkehr von Thomas Müller und dem Aufblühen von Kai Havertz die Qualität in der Offensive noch einmal gestiegen ist, dass sogar dem lange gesetzten Leroy Sané auf einmal ein Bankplatz droht.

Vier Stürmer - vier Tore

Chelsea-Held Havertz knüpfte nahtlos an seinen starken Vortrag aus dem Champions-League-Finale an. Mit Müller, Sané, Serge Gnabry und sogar Timo Werner trafen gleich vier Stürmer.

Gleichwohl: Jeglicher Überschwang verbietet sich, weil die Letten eben nur ein Sparringspartner waren.

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