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Probleme als EM-Standort - Schwieriger Spagat für München

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Wie München versucht, dem UEFA-Wunsch nach Zuschauern, den Marketinginteressen und dem Infektionsschutz gerecht zu werden. Ob die Stadt Spielort bleibt, entscheidet sich bald.

In knapp zwei Monaten soll die Fußball-EM starten. Angesichts steigender Infektionszahlen wird das Fragezeichen über dem Standort München immer größer.

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Wie schwierig der Spagat zwischen dem Bedürfnis nach Zerstreuung und Stadtmarketing sowie Infektionsschutz und Verantwortung zu bewältigen ist, lässt sich in München gerade mehrfach beobachten.

Schon lange vor dem Thema Fußball-EM 2020 zum Beispiel am Gärtnerplatz. Der erlangte auch durch frühere Fußballer wie Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez sowie durch die sogenannte "Gärtnerplatz-Gang" des FC Bayern Bekanntheit.

Polizei zwischen den Interessen

Seit Jahren zählt der Platz zu den beliebtesten Treffpunkten der Stadt. Seit der Corona-Pandemie hat der Platz seine Anziehungskraft sogar noch erhöht, weil Clubs, Bars und Restaurants geschlossen haben und die Menschen nicht wissen, wo sie sich begegnen und feiern sollen.

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Anwohner konnten deshalb regelmäßig beobachten, wie die Polizei überfordert wirkte, den diametralen Interessen gerecht zu werden. So lange wie halbwegs noch vertretbar, wurde das Überschreiten der Kontaktbeschränkungen toleriert. Erst wenn sich mehrere Hundert Menschen auf dem Rondell drängten, wurde der Gärtnerplatz geräumt. Am nächsten Tag begann das Spiel von Neuem.

Gruppenspiele der DFB-Elf

Das auffälligste Beispiel für einen schwierigen Spagat hält das Großereignis Fußball-EM bereit. In der Münchner Arena sollen die drei Gruppenspiele der deutschen Nationalelf gegen Frankreich (15. Juni), Portugal (19. Juni) und Ungarn (23. Juni) sowie ein Viertelfinale (2. Juli) stattfinden.

Die Fußball-EM soll ab Juni in zwölf Ländern stattfinden. Trotz Corona-Pandemie will die UEFA an Spielen mit Publikum festhalten. Was ist mit München?

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Nachdem UEFA-Präsident Aleksander Ceferin gedroht hatte, München diese Spiele zu entziehen, deutet sich nun an, dass die bayerische Landeshauptstadt doch als Spielort bestätigt wird.

Innenminister Hermann für Zuschauer

"Wenn wir zum Beispiel nur jeden siebten Platz besetzen würden, würden sich 10.000 Menschen dort versammeln, was stimmungsmäßig ein großer Gewinn gegenüber einem völlig leeren Stadion wäre", sagte Bayerns Innenminister Joachim Hermann im "kicker". Er verwies auf Tests und Impfungen, schränkte allerdings ein: "Versprechen können wir nichts."

Zuvor hatte auch der Deutsche Fußball-Bund zunehmend Druck ausgeübt. Neben Präsident Fritz Keller äußerte sich vor allem Vizepräsident Rainer Koch, zugleich Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, das über die EM-Standorte entscheidet.

Neun Austragungsorte sind bestätigt

Im zuletzt ebenfalls fraglichen Eröffnungsspielort Rom hat man inzwischen zugesagt, Zuschauer zuzulassen. Bis zu diesem Montag sollen die noch fraglichen EM-Spielorte München, Dublin und Bilbao Informationen nachreichen, ob sie den paneuropäischen Kick vor Publikum gewährleisten können.

Gesundheitsexperte Lauterbach - EM in zwölf Ländern "verantwortungslos" 

Karl Lauterbach hält das Festhalten der UEFA an einer Fußball-EM in möglichst zwölf Ländern im Sommer 2021 für "verantwortungslos" - und warnt vor "Long Covid" bei Spielern.

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Die anderen neun Austragungsorte Rom, London, Glasgow, Amsterdam, Kopenhagen, St. Petersburg, Baku, Budapest und Bukarest haben das bereits zugesichert. In Budapest soll sogar vor komplett gefüllten Rängen gespielt werden. Corona, war da was?

Kritik der bayerischen Polizei

In München sorgt schon eine Teilzulassung von Zuschauern für teils heftige Bauchschmerzen. Die Stadt "muss und will ihrer Verantwortung für die Sicherheit und Gesundheit der eigenen Bevölkerung Rechnung tragen", erinnerte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

Von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) gab es deutliche Kritik wegen der Zuschauerpläne. "Aufgrund der jetzigen Infektionslage sind wir gegen EM-Spiele mit Zuschauern in München", sagte der stellvertretende Landes-Chef Jürgen Ascherl der "Bild"-Zeitung und verwies auf die ohnehin extreme Belastung der Polizei durch Corona: "Und jetzt sollen EM-Spiele mit Zuschauern stattfinden?"

Viele meiner Kollegen verstehen die Welt nicht mehr.
Jürgen Ascherl, DPolG Bayern

Was machen die Fans nach den Spielen?

Womöglich jene Kollegen, die für den Gärtnerplatz zuständig sind. Dieser könnte zu einer der ersten Anlaufstellen für die Fans nach den EM-Spielen werden. Am Gärtnerplatz gilt seit Freitag zwar vorerst ein nächtliches Alkoholholverbot. Der Ruf als Treffpunkt und Partyplatz im Zentrum der Stadt wurde in der Pandemie aber eher noch gestärkt.

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