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Europa-League-Sieg : Mehr als ein Meilenstein für Frankfurt

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Eintracht Frankfurt schreibt ein Stück Fußball-Geschichte. Der Triumph in der Europa League löst in Sevilla wie in Frankfurt überbordende Begeisterung aus.

Finale im Ramon Sanchez Pizjuan Stadion, die Spieler von Eintracht Frankfurt feiern mit dem Pokal nach der Partie.
Die Spieler von Eintracht Frankfurt feiern nach dem Europa-League-Sieg
Quelle: dpa

Kaum einer kennt sich mit den Emotionen rund um die Frankfurter Eintracht so gut aus wie Sebastian Rode. Einer, der nach dem mit Blut, Schweiß und Tränen errungenen Triumph in der Europa League gegen die Glasgow Rangers (5:4 nach Elfmeterschießen) aber auch nicht so recht wusste, wohin mit einer explodierenden Freude.

Eintracht-Kapitän Sebastian Rode sichtlich gezeichnet über den größten Erfolg der jüngeren Frankfurter Vereinsgeschichte – den Sieg in der Europa League gegen die Glasgow Rangers.

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Bluten für den Erfolg

Sebastian Rode reagiert
Sebastian Rode musste nach einer Verletzung an der Stirn mit Turban spielen
Quelle: Reuters

"Es wird ein paar Jahre dauern, bis einem die Tragweite bewusst wird", mutmaßte der Kapitän, der mit einem Turban das flirrende Finale bestritt, das nun ins Geschichtsbuch des deutschen Fußballs kommt. Ein Vierteljahrhundert nach dem UEFA-Pokal-Triumph des FC Schalke 04 hat die Bundesliga tatsächlich noch einmal neue Helden in einem lange geringgeschätzten Wettbewerb hervorgebracht.

Und denen sei erlaubt, dass sie wie Trainer Oliver Glasner im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán jegliche Zurückhaltung ablegten.

Ich feiere jetzt bis Samstag durch – und am Sonntag gehe ich in den Urlaub
Oliver Glasner

Glasner durfte als zweiter Österreicher nach dem legendären Ernst Happel einen Europapokal in die Luft stemmen. Wie seine Mannschaft nach dem unglücklichen Rückstand durch Rangers-Angreifer Joe Aribo (57.) durch Rafael Borré zurückkam (69.) und sich letztlich nach einem flirrenden Finale nervenstark im Elfmeterschießen belohnte, löste unbeschreibliche Freudenszenen in der andalusischen Hauptstadt, aber auch in der Mainmetropole aus.

Im Elfmeterschießen holte sich Eintracht Frankfurt gestern den Sieg im Europa-League-Finale. Die Fans verwandeln die Frankfurter Innenstadt in eine einzige Feiermeile.

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Fußball verbindet

Nicht nur beim Public Viewing in der Frankfurter Arena, sondern in Schrebergärten, Vereinsheimen, Lokalen und auf Plätzen lagen sich wildfremde Menschen unterschiedlichster Herkunft in den Armen. Es dauerte nicht lange, da starteten die ersten Autokorsos mit wilden Hupkonzerten und enthemmt feiernden Fans. Die schwarz-weißen Eintracht-Fahnen, die in dieser magischen Nacht überall flatterten, werden in Zukunft noch mehr werden.

Es kann kaum eine größere Anerkennung für den Traditionsverein geben, wenn Schulkinder die gängigen Eintracht-Hymnen, von "Schwarz-weiß wie Schnee" bis hin zum "Im Herzen von Europa", längst in- und auswendig kennen. Auf dem Pausenhof trällern Mädchen wie Jungs seit Wochen voller Inbrunst diese Lieder. Niemand käme in Frankfurt auf die Idee, Anhänger des FC Bayern oder von Borussia Dortmund zu werden – die Eintracht bietet alles, was ein Fußballfan, egal welcher Couleur und welchen Alters, sich wünscht.

Frankfurter Erfolg schafft Identifikation

Der Verein, der kürzlich stolz sein 100.000 Mitglied begrüßte, strahlt seit geraumer Zeit weit über die Rhein-Main-Region hinaus. Er bietet mit seiner gekrönten Traumreise durch Europa auch das Lehrstück dafür, dass auch Klubs aus dem gehobenen Mittelstand noch "Grenzen verschieben können", wie Vorstandssprecher Axel Hellmann beteuert.

Der 50-jährige Jurist ist hinter den Kulissen einer der Baumeister dieser sagenhaften Erfolgsgeschichte und verweist darauf, dass es sich mit dem Cup-Gewinn 42 Jahre nach dem Triumph im Vorläufer-Wettbewerb des UEFA-Pokals (2:3, 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach) eben nicht um ein Zufallsprodukt handelt. "Wir waren in den vergangenen sechs Jahren fünf Mal in einem Halbfinale des DFB-Pokals oder der Europa League."

ZDF-Reporterin Claudia Neumann berichtet aus Sevilla nach dem Frankfurter Sieg in der Europa League gegen die Glasgow Rangers.

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Dass endlich einmal "nicht einer der üblichen Verdächtigen" (Hellmann) gewinnt, hievt die Hessen ad hoc auf ein neues Niveau. Mindestens 30 Millionen Euro ist der gehaltene Elfmeter von Kevin Trapp wert, weil die Eintracht damit als gesetzter Gruppenkopf in der Champions League startet. Auch wenn einige Kaliber der Königsklasse eine Nummer zu groß sein sollten, ist das Überwintern in der Europa League – der natürlichen Heimat der Eintracht – in der WM-Saison allemal drin.

Jetzt wartet der Supercup

Erst einmal aber steht die nächste Pilgerfahrt nach Helsinki an, weil dort am 10. August das Finale um den Supercup entweder gegen den FC Liverpool oder Real Madrid steigt. Bis dahin will der Klub die Verträge mit Europa-League-Helden wie Filip Kostic, Daichia Kamada oder Even Ndicka verlängert haben, die ansonsten unweigerlich auf der Verkaufsliste gestanden hätten. Verstärkungen in allen Mannschaftsteilen sind zwar nötig, trotz allem will sich der Verein aber treu bleiben.

"Wir gehen jetzt nicht groß einkaufen, weil wir uns einmal für die Champions League qualifiziert haben", versprach Eintracht-Präsident Peter Fischer in einem nüchternen Moment. "In diesem Verein wird es kein Harakiri geben." Ansonsten war auch das heisere Sprachrohr der Eintracht nicht mehr zu halten:

Das ist der größte Moment der Vereinsgeschichte. Deshalb bin ich ein monsterstolzer Präsident.
Peter Fischer

Und Fischer weiter: "Heute geht nur freuen, feiern, diesen verdammten Pokal nach Frankfurt bringen. Dieses elendige Miststück wollen wir auf den Römer bringen. Wir wollen es der Stadt und der Region zeigen."

Nach Frankfurter Triumph - "Imagegewinn" und "grenzenloser Jubel" 

Die Stimmung nach dem Sieg von Eintracht Frankfurt im Finale der Europa League: ZDF-Reporterin Claudia Neumann berichtet aus Sevilla, Markus Wolsiffer aus Frankfurt am Main.

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