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FIFA | Sommermärchen 2006 - Vorwürfe gegen Beckenbauer und Co. verjährt

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Die FIFA wird das Verfahren gegen Franz Beckenbauer, Theo Zwanziger und Horst R.Schmidt im Zusammenhang mit dem WM-Sommermärchen 2006 nicht weiter verfolgen.

Archiv: V.l.n.r.:  Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer am 18.11.2005 in Frankfurt
2006 wie 2021 im Blickpunkt: v.l. Horst R. Schmidt, Theo Zwanziger und Franz Beckenbauer
Quelle: dpa

Das entschied die rechtsprechende Kammer der unabhängigen Ethikkommission, wie die FIFA am Donnerstag mitteilte.

Keine sportrechtlichen Konsequenzen

Die Sommermärchen-Affäre um eine weiterhin ungeklärte Millionenzahlung der Organisatoren der Fußball-WM 2006 in Deutschland hat also für den damaligen WM-Chef Franz Beckenbauer und seine Mitstreiter auch keine sportrechtlichen Konsequenzen.

Laut Kammer-Beschluss seien sämtliche Handlungen der deutschen WM-Macher im Zusammenhang mit dem Skandal verjährt und könnten deswegen nicht mehr verfolgt werden - ungeachtet eines möglichen Fehlverhaltens.

Bestechung und Korruption: Es geht um 6,7 Millionen Euro

Die Erkenntnis der FIFA-Kammer erfolgt gut ein halbes Jahr nach der Einschätzung durch die untersuchende Kammer: Diese hatte die Überweisung von 6,7 Millionen Euro aus dem Jahr 2005 an den früheren FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam durch das deutsche WM-Organisationskomitee als Bestechung und Korruption eingestuft.

Die Ermittler leiteten das Verfahren anschließend zur Beurteilung weiter. Etwaigen Sanktionen gegen Franz Beckenbauer, den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und -Generalsekretär Horst R. Schmidt sollen nun aber Verjährungsfristen für die "genauen Zeitpunkte der Handlungen jedes einzelnen Funktionärs" entgegen gestanden haben.

"Die 2000er - Jahrzehnt der Spaltung: 2005-2007 - Sommermärchen und Kanzlerkrawall": Jubelnde deutsche Fussballfans bei der WM 2006.
Das waren Zeiten: Im Rückblick ist die Stimmung rund ums Sommermärchen der WM 2006 doch arg getrübt
Quelle: dpa

Prozess in Frankfurt könnte doch noch Klarheit bringen

Demnach ist die maßgebende Frist für Beckenbauer bereits seit 2012 abgelaufen und für Zwanziger sowie Schmidt seit 2015. Einer Bewertung der Vorgänge enthielt sich die rechtsprechende Kammer.

Schon im vergangenen Frühjahr war in der gleichen Angelegenheit ein Prozess gegen Zwanziger, seinen Amtsnachfolger Wolfgang Niersbach und Schmidt vor dem Schweizer Bundesgericht in Bellinzona wegen Verjährung der Vorwürfe abgebrochen worden.

Juristische Klarheit in die dubiosen Vorgänge zwischen 2002 und 2005 kann somit lediglich noch der geplante Prozess vor dem Landgericht Frankfurt wegen Steuerhinterziehung bringen. Ein Termin für das Verfahren steht noch nicht fest.

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