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Fußball | Frankreich - Niko Kovac beim AS Monaco in heikler Mission

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Seit längerem steht der neue Verein von Niko Kovac für Skandale und sportliche Stagnation. Vor allem Trainer haben es beim AS Monaco schwer.

Niko Kovac schaut nachdenklich zu Boden.
Niko Kovac hat beim AS Monaco eine äußerst schwierige Aufgabe übernommen.
Quelle: reuters

Drei Jahre nach dem sensationellen Meisterstitel, als der AS Monaco sogar Paris Saint Germain in der französischen Meisterschaft hinter sich ließ, sorgt der Klub aus dem Fürstentum inzwischen für deutlich mehr negative als positive Schlagzeilen. Der französische Fußball-Verband hat eine offizielle Untersuchung gegen die ASM wegen angeblicher illegaler Handgeld-Zahlungen bei der Verpflichtung von Jugendspielern eingeleitet, Vorwürfe, die im Zuge der Football-Leaks-Veröffentlichung publik gemacht wurden. Inzwischen wurde das Verfahren eingestellt.

Schwere Vorwürfe gegen Ex-Vizepräsident

Dem damaligen Vize-Präsident Vadim Vasilyev wurde vorgeworfen, bei jedem Transfer zehn Prozent des Gewinns für sich zu beanspruchen. Von der Meister-Elf 2017 sind alle Stammspieler längst weg, ob Kylian Mbappé für 180 Millionen Euro zu PSG, Fabinho zum FC Liverpool oder Benjamin Mendy zu Manchester City. Seitdem ist man im Fürstentum heftig ins Schwitzen gekommen.

Erst 2019 ist Monaco knapp dem Abstieg entgangen, als man sich erst kurz vor Saisonende mit Platz 17 in der Klasse halten konnte. Die wegen der Corona-Pandemie abgebrochene vergangenen Saison beendete der Klub nur auf Platz neun. Zum zweiten Mal nacheinander wird Monaco damit international nicht dabei sein.

30 Mio. Euro für vier Trainer-Abfindungen

Die sportliche Talfahrt manifestiert sich auch mit einem Blick auf die häufigen Trainerwechsel. Vier Übungsleiter haben in den letzten knapp zwei Jahren die Mannschaft betreut. Alle wurden mitten in der Saison mit sofortiger Wirkung entlassen.

Bei den Abfindungen wurden Rekordsummen fällig: Zwischen Oktober 2018 und Juli 2020, also innerhalb von nur zwanzig Monaten haben die monegassischen Verantwortlichen nicht weniger als 30 Millionen Euro allein für Abfindungen gezahlt. Erst wurde der Portugiese Leonardo Jardim nach viereinhalb Jahren entlassen. Sein Vertrag lief noch bis Juni 2020. Er erhielt 12 Mio. Euro Abfindung.

Jardim geht - und kehrt zurück

Sein Nachfolger hieß Thierry Henry. Der ehemalige Nationalstürmer konnte der ASM keinen neuen Schwung verleihen. Die Erfolglosigkeit dauerte an, bis sich die Vereinsbosse dazu entschieden, ihn nach nicht mal hundert Tagen wieder vor die Tür zu setzen.

Seine Bilanz war mehr als mickrig: Nur zwei Dreier nach zwölf Spieltagen. Als er ging, nahm er ca. sieben Millionen Euro mit. Henry musste trotz dieser stolzen Summe tief schlucken, als er erfuhr, dass sein Nachfolger auch sein Vorgänger war.

20 Millionen Euro Abfindung allein für Jardim

Überraschend feierte Jardim nach nur drei Monaten sein Comeback, er unterschrieb einen Vertrag über zweieinhalb Jahre mit noch besseren Bezügen als in in seiner ersten Amtszeit.

Jedoch war der Glanz aus früheren Zeiten erloschen, die Erfolge blieben aus. Folglich musste der Portugiese Anfang 2020 erneut die Koffer packen. Die zweite Abfindung vom gleichen Verein sorgt für eine Premiere im europäischen Fußball: Diese Mal bekam er acht Millionen Euro als Entschädigung, insgesamt 20 Mio. Euro! Chapeau, monsieur Jardim.

Niko Kovac soll Monaco wieder flott machen

Sein Nachfolger hieß Robert Moreno, vor wenigen Monaten noch spanischer Nationaltrainer. Hinter Thomas Tuchel (PSG) und André Villas-Boas (Olympique Marseille) war er der drittbestbezahlte Coach der Ligue1. Auch er konnte die Wende nicht schaffen und ihm wurde im Juli gekündigt. Drei Millionen werden ihm demnächst überwiesen. Auf den Spanier folgte Niko Kovac. Sieben Millionen pro Saison soll der Ex-Bayern-Trainer verdienen.

Seine Chefs hoffen nun, den geeigneten Kandidaten gefunden zu haben um PSG wieder gefährlich zu werden. Durch den Dreijahres-Vertrag des Kroaten wäre sonst die nächste kostspielige Abfindung fällig. Zumindest das zurückliegende Wochenende gibt Anlass zur Hoffnung, dass es diesmal besser läuft: In Metz gelang dem AS Monaco ein 1:0-Sieg in der Ligue 1.

Rubrik Sport

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