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Frauenfußball | Champions League - Ann-Katrin Berger - Kämpferin im Tor

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Ann-Katrin Berger will mit den Frauen des FC Chelsea gegen den FC Bayern am Sonntag erstmals das Finale der Champions League erreichen. Die Vita der Torhüterin ist bemerkenswert.

Fußball-Torhüterin Ann-Katrin Berger
Ann-Katrin Berger, die Torhüterin des FC Chelsea, will ins Champions-League-Finale.
Quelle: imago

Die Zuversicht beim FC Chelsea ist groß. Emma Hayes, die Teammanagerin des englischen Meister, zweifelt nicht daran, dass im Halbfinal-Rückspiel der Women’s Champions League gegen den FC Bayern (Sonntag 13.30 Uhr/Bericht in der SPORTreportage) die 1:2-Niederlage aus dem Hinspiel wettgemacht werden kann. "Wir brauchen eine hohe Intensität, viel Qualität und eine gute Form", sagt Hayes vor dem Duell im Kingsmeadow-Stadion gegen den Tabellenführer der deutschen Frauen-Bundesliga.

Chelsea will das Doppel-Finale

Der erstmalige Einzug ins Endspiel der weiblichen Königsklasse soll zum besonderen Coup für die "Blues" werden: Schließlich haben auch die Männer nach einem 1:1 bei Real Madrid keine schlechten Aussichten aufs Endspiel. Männer und Frauen eines Vereins auf der Finalbühne der Champions League - das gab es noch nie. Ein 1:0 würde dank des Auswärtstreffers der deutschen Nationalspielerin Melanie Leupolz den Chelsea Ladies reichen.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der deutschen Torhüterin zu: Ann-Katrin Berger, die unlängst gerade das zweite Mal für die deutsche Frauen-Nationalmannschaft gegen Norwegen (3:1) zum Einsatz kam. Für die 30-Jährige war es eine Belohnung reihenweise starker Leistungen auf Vereinsebene.

Belohnung für Bergers Leistungen

"Ann-Katrin ist beim FC Chelsea gesetzt und man hat in den beiden Champions-League-Spielen gegen Wolfsburg ihre Klasse gesehen, als sie die Wolfsburgerinnen zur Verzweiflung gebracht hat. Da steht eine im Tor, die weiß, was sie will und weiß, was sie kann", lobte zuletzt wieder Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg.

Bayern Münchens Fußballerinnen haben sich im Halbfinal-Hinspiel mit 2:1 (1:1) gegen Chelsea durchgesetzt.

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Präsenz, Ausstrahlung und Persönlichkeit sind hervorstechende Merkmale einer Torfrau, die lange unter dem deutschen Radar die Bälle hielt. Zum einen war die Position bis 2015 bei Nadine Angerer und dann anschließend bei Almuth Schult in besten Händen, zum anderen kam bei Berger aber auch eine besondere Krankengeschichte dazwischen.

Nach dem Krebs noch stärker

Ende 2017 wurde bei Berger Schilddrüsenkrebs festgestellt. Sie spielte damals noch für die Birmingham City Ladies, als die niederschmetternde Diagnose eintraf - doch vier Monate nach der Operation stand sie in der englischen Women’s Super League (WSL) wieder zwischen den Pfosten. Anfangs habe sie, erzählte sie vor ihrem Länderspieldebüt in Irland im vergangenen Jahr in einer digitalen Presserunde, natürlich Zweifel gehabt.

Aber: "Ich war schon immer ein Kämpfertyp, ich habe es immer auf die harte Weise lernen wollen." Ihre Ohnmacht schlug bald in Zuversicht um. "Ich bin einen anderen Weg gegangen. Vielleicht war es der schwierigere Weg." Bällefangen verlerne der Mensch ebenso wenig wie Fahrradfahren, erklärte Berger lapidar.

Danach habe ich mich noch stärker gefühlt. Ich habe den Fußball noch mehr aufgesogen.
Ann-Katrin Berger

In der Corona-Zeit ist sie als Risikopatientin besonders vorsichtig, "weil mir ja die Schilddrüse und zwei Lymphdrüsen fehlen".

Die EM 2022 in England ist Bergers großes Ziel

Die Vita der aus Göppingen stammenden Stehauffrau ist in jeder Hinsicht besonders. Für die DFB-Juniorinnenteams kam sie als Torhüterin nie zum Einsatz, weil sie zwar in ihrer schwäbischen Heimat mit vier Jahren, inspiriert vom Vater, mit dem Fußball begann, aber zunächst im Feld mitspielte. Erst mit 16 Jahren wechselte sie ins Tor. In einem Pokalspiel mit dem Zweitligisten VfL Sindelfingen beeindruckte sie Trainer-Legende Bernd Schröder, der sie zu Turbine Potsdam holte.

2014 ging die Spätstarterin zu Paris St. Germain, 2016 wechselte sie nach England. Klar, dass die auf den Sommer 2022 verschobene EM in ihrer Wahlheimat England einen besonderen Reiz auf sie ausübt. Noch ist Merle Frohms (Eintracht Frankfurt) die erklärte Nummer eins der DFB-Frauen, doch Berger gehört mit Laura Benkarth (Bayern München) zu den Herausforderinnen. Eine von beiden wird nun auch Gelegenheit haben, sich in einem Champions-League-Finale zu zeigen.

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